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Bei ihrem letzten Besuch in Bad Nauheim durften die Löwen am Ende jubeln. Ob das am Sonntag auch wieder so sein wird?

Löwen Frankfurt

Eishockey: Spitzenspiel unter Nachbarn - Löwen wollen Tabellenführung verteidigen

Dieses Derby ist auch ein echtes Spitzenspiel: In Bad Nauheim erwartet die Löwen eine knifflige Aufgabe.

Bei der Frage nach dem größten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft muss Mike Fischer nicht lange überlegen. „Bad Nauheim“, antwortet der junge Stürmer der Frankfurter Löwen ohne Zaudern – was vor der Saison eine ziemlich kühne Aussage gewesen wäre, nach den verblüffenden Festwochen der Nachbarn aus der Wetterau mittlerweile aber gar nicht mehr weit hergeholt scheint. Fischers Urteilsbegründung lautet dann auch kurz und knapp: „Sie sind eine sehr unangenehm zu spielende Mannschaft und haben einen wahnsinnigen Lauf.“

Wegweisendes Derby

So gesehen kommt auf ihn und die anderen Löwen am Sonntag (18.30 Uhr) beim EC Bad Nauheim eine knifflige Aufgabe zu – in einem Derby, das nebenbei ein Spitzentreffen ist: Der Tabellenführer kommt zum Tabellenvierten. So weit oben sind sich Frankfurter und Bad Nauheimer in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys auch noch nicht begegnet, jedenfalls nicht in einer so späten und entscheidenden Phase der Saison. Und das in einer Liga, in der es Spieltag für Spieltag drunter und drüber geht, jeder jeden schlagen kann und die ersten Plätze so eng beieinander liegen wie selten zuvor: Den ersten Rang, der in den Play-offs einen Heimvorteil bis ins Finale garantieren würden, und den fünften, der schon die Viertelfinalserie mit einem Auswärtsspiel beginnen ließe, trennen bloß vier Punkte.

Löwen wollen Spitzenposition verteidigen

„Wenn die Reise so weit geht, wäre das Heimrecht bis ins Finale natürlich super“, meint Fritzmeier. „Wir sind Erster, wir wollen diesen Platz auch verteidigen.“ Der Sonntagsausflug in die Wetterau könnte auf diesem Weg eine besonders wichtige Etappe werden. Dass Bad Nauheimer und Frankfurter vor ihrer vierten Begegnung der Saison derart gut da stehen würden, hätte man hüben wie drüben nicht unbedingt erwartet. Die Löwen zählen zwar stets zu den Titelfavoriten. Dass der Spagat, eine junge Mannschaft für eine mit der Wiedereinführung des Aufstiegs 2021 bald wieder mögliche erstklassige Zukunft zu entwickeln und gleichzeitig in der Gegenwart erfolgreich zu sein, so gelingen würde, war aber keine Selbstverständlichkeit – ebenso wenig wie die Wetterauer Erfolgssträhne der jüngeren Vergangenheit. „Sie sind seit Wochen in absoluter Topform“, lobt Fritzmeier und freut sich auf ein „Derby mit Spitzenspielcharakter“: „Das wird elektrisierend sein.

Fokus muss diesmal sitzen

Zumindest spannend waren auch die bisherigen drei Duelle dieser Saison, die alle 4:3 endeten: Zwei Mal siegte Bad Nauheim in Frankfurt, ein Mal nach Verlängerung, ein Mal Frankfurt in Bad Nauheim nach Verlängerung. Ob die Löwen Lehren daraus gezogen haben? Die in den Derbys aufgetretenen Mängel waren typische Probleme einer sonst respektablen Runde: Mal verschlief man das erste Drittel, mal wucherte man mit Chancen, mal fehlte der letzte Biss. Nun aber sind keine Nachlässigkeiten mehr erlaubt: „Es geht auf die Play-offszu. Es ist an der Zeit für jeden, 100 Prozent fokussiert zu sein, sonst hilft dir die ganze individuelle Klasse nichts“, mahnt Fritzmeier.

Schon die erste Spitzenprüfung des Wochenendes hat es in sich: An diesem Freitag (19.30 Uhr) erwarten die Löwen die drittplatzierten Lausitzer Füchse am Ratsweg, übrigens ohne den bei der deutschen U 19 weilenden Verteidiger Leon Hüttl. „Sie sind zu einem Mitbewerber um den Titel geworden“, sagt Fritzmeier über die Gäste aus Weißwasser. Was freilich mindestens genauso für Bad Nauheim gilt: „Wenn sie die Form kompensieren können, sind sie ein ernst zunehmender Kandidat.“

Darum geht es nun noch nicht. Am Sonntag steht erst einmal die Tabellenspitze auf dem Spiel – und die Derbywertung, in der die Löwen unbedingt den zweiten Sieg der Saison gegen Bad Nauheim erkämpfen wollen. „Wir werden alles daran setzen, die Bilanz noch auszugleichen“, verspricht Franz-David Fritzmeier.

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