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Bitter für die Löwen: Manuel Strodel wird ihnen nicht nur an diesem Donnerstag in Kassel fehlen, sondern für den ganzen Rest der Saison.

Eishockey

Standortbestimmung unter Hessenrivalen

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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In Kassel steht ein speziellerer Programmpunkt der Löwen-Terminhatz an.

Frankfurt – Es war eine kürzere Nacht, wieder einmal. Zumindest für Franz-David Fritzmeier und sein Trainerteam. Als der Mannschaftsbus mit den Frankfurter Löwen nach dem letztlich erfolgreichen Gastspiel in Bayreuth wieder daheim vor der Eissporthalle am Ratsweg vorfuhr, war es halb drei und schon fast früher Mittwochmorgen – und kaum sieben Stunden später traf sich der Sportdirektor und Headcoach des Eishockey-Zweitligisten wieder vor Ort mit seinen Vertrauensleuten, um die nächsten Taten vorzubereiten. „Das ist schon knackig“, sagt Fritzmeier, „und jetzt geht’s gleich weiter.“ Mit einem spezielleren Programmpunkt in der Terminhatz der DEL 2: dem Besuch bei den Kassel Huskies an diesem Donnerstag (19.30 Uhr), dem Hessenrivalen, Meister- und diesmal auch Aufstiegskonkurrenten – und weit enteilten Spitzenreiter.

„Das ist sicher nicht ausschlaggebend dafür, wie es am Ende der Saison aussieht, aber es ist schon eine Standortbestimmung, wie beide Mannschaften im Moment drauf sind“, meint Fritzmeier und betont: „Die letzten 22 Spiele ist Kassel nicht so weit weg wie es in der Tabelle vielleicht aussieht“. 21 Punkte mehr haben die Huskies verbucht, aber auch zwei Partien mehr gespielt.

Seit Sportdirektor Fritzmeier kurz vor Weihnachten – nach einem desolaten 0:7 in Kassel – auch das Traineramt von Olli Salo übernahm, bewegt man sich bilanzmäßig fast auf Augenhöhe. An eine Aufholjagd wie vor einem Jahr, als man die Nordhessen nach einer Aufholjagd noch vom ersten Platz verdrängte, glaubt er nicht, diesmal ist der Abstand auch größer.

Den zweiten Platz aber haben die Löwen fest im Blick. Vom Punkteschnitt sind sie schon das zweitbeste Team der Klasse, wegen des nach ihrer Corona-Zwangspause immer noch bestehenden Nachholterminbedarfs aber vorerst Fünfter der verzerrten Rangliste. „Kassel spielt eine beeindruckende Runde, aber wir sind auch nicht so schlecht durch die letzten Wochen gekommen“, sagt Fritzmeier und weiß: „Sie sind sehr gut durch die Runde gekommen, hatten kaum Verletzte, kein Corona.“ Anders als die Löwen, die im Januar lange kollektiv in Quarantäne mussten. Und denen mit Manuel Strodel neben David Suvanto, Martin Buchwieser und Kyle Wood nun schon wieder ein Leistungsträger ausfällt: Für den kämpferischen Stürmer Manuel Strodel ist die Saison nach einer Schulteroperation beendet.

„Er ist ein wichtiger Spieler, das ist nicht schön für ihn und uns“, erklärt Fritzmeier, „aber es war die Entscheidung der Ärzte, dass man den Eingriff nicht weiter hinauszögern kann.“ Immerhin ist mit dem spielstarken Angreifer Kale Kerbashian Verstärkung da und Max Faber als bewährter Anführer zurück, nach fast einem Jahr Pause – gleich mit zwei Schlusspointen: Im zweiten Einsatz binnen drei Tagen erzielte er am Dienstagabend bei den Bayreuth Tigers zum zweiten Mal den Siegtreffer in der Verlängerung. „Wir freuen uns, dass er wieder da ist und mit zwei so positiven Momenten zurückkommt“, meint Fritzmeier, Nachholbedarf hat Verteidiger Faber aber nach langer Pause natürlich auch ganz persönlich: „Wir müssen jetzt sehen, dass er wieder voll zu seiner Form findet.“

Kassel wird da gleich ein Härtetest. Die Spieler, für die das Programm am Mittwoch um 12 Uhr begann, wurden nach einer Bayreuth-Analyse direkt auf die Huskies eingestimmt. Viel Zeit ist nicht, statt Training war auch eher Regeneration im Kraftraum angesagt. „Man merkt schon, dass es ein anstrengendes Programm ist“, sagt Fritzmeier über die Termine im Zwei-Tages-Takt. „Da wird nicht jedes Spiel superschön und voller Energie sein. Aber wir müssen einen Weg finden, wie wir trotzdem bestehen können.“ Wie in Bayreuth. Oder bei den beiden knappen Heimsiegen gegen Kassel in dieser Runde: In der Tabelle liegen die Huskies vorne, im direkten Vergleich aber die Löwen.

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