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Junge Löwen wie Luis Schinko haben zuletzt mehr Verantwortung übernehmen - und sollen das ruhig weiterhin tun, auch wenn jetzt Verstärkung da ist.

Eishockey

Aus der Tiefe des Löwen-Kaders

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Die Frankfurter Löwen haben in der Terminhatz der vergangenen Wochen auch in kleiner Besetzung groß gepunktet – weil die Jungen in die Bresche gesprungen sind. Nun ist Verstärkung da und Comebacks sind in Sicht.

Frankfurt – Unter der Woche waren den allermeisten Frankfurter Löwen selten gewordene Freiheiten vergönnt. Zwei freie Tage am Stück? Dafür war in der Terminhatz der vergangenen Wochen keine Zeit, anders als nun am Dienstag und Mittwoch. „Es waren sehr viele Spiele. Wir haben uns alle über ein bisschen Entspannung gefreut“, berichtet Kapitän Adam Mitchell und weiß: „Und dann geht’s ja auch gleich wieder los.“ Mit einem noch einmal verdichteten, vollgepackten Programm für den ambitionierten Eishockey-Zweitligisten – angefangen mit dem Besuch bei den Lausitzer Füchsen an diesem Freitag (19.30 Uhr) und dem Empfang der Freiburger Wölfe am Sonntag (18.30 Uhr) daheim am Ratsweg.

Hilfreich kann es da sein, dass nicht alle Löwen auch den Mittwoch frei hatten. Die zuletzt mehr oder weniger lang fehlenden Leistungsträger Sebastian Collberg, Kyle Wood und Max Faber arbeiteten ebenso wie Youngster Constantin Vogt in einer Extraschicht an bevorstehenden Comebacks. Und Franz-David Fritzmeier, Headcoach und Sportdirektor, ist sowieso immer im Einsatz, gerade auch wieder verstärkt als Manager: Gestern meldeten die Löwen Vollzug bei der Besetzung der letzten offenen Kontingentstelle für Profis ohne deutschen Pass, passend zum Auswärtstermin in der Lausitz.

Vom nächsten Gegner kommt mit dem 30-jährigen Kanadier Kale Kerbashian ein „spielstarker Center“, so Fritzmeier, von dem er hofft, „dass er uns auch im Powerplay verstärken“ wird. Bei seinem alten Verein in Weißwasser wird Kerbashian, der in 34 Spielen dieser Saison auf 14 Tore und 24 Torvorlagen kam, allerdings noch nicht für die Löwen auflaufen.

Lange hatten Fritzmeier und Co. mit Verstärkung gewartet, weil nicht klar war, ob der Bedarf in Abwehr oder Angriff größer ist. Weil die Verteidiger Wood und Faber im Training aber Hoffnungen weckten, bald wieder bereit zu stehen, standen die Zeichen auf Sturm. Ihre Comebacks sind wie das Collbergs „zeitnah“ zu erwarten, so Fritzmeier. Auch wenn noch kein Datum feststeht.

„Es ist schon wichtig, dass der Kader wieder voller wird“; betont der Trainer und Manager. „Dreieinhalb Reihen sind auf Dauer zu wenig. Und wir brauchen die Jungs mit diesen Qualitäten zurück, auch wenn sie noch Zeit brauchen werden, um ihre volle Leistung zu bringen.“ Das Lazarett lichtet sich, und selbst bei Martin Buchwieser, der wie der für den Rest der Saison ausfallende Verteidiger David Suvanto an einer Herzmuskelentzündung infolge einer Corona-Infektion leidet, bestehen noch Hoffnungen auf Einsätze in dieser Runde. Bei ihm ist der Verlauf milder.

Zuletzt fehlten den Löwen so fünf ihrer Leistungsträger, und das bei dem rappelvollen Kalender seit ihrer Corona-Zwangspause im Januar. Dass sie dabei trotz kleinem Kader und – wegen des Nachholbedarfs – vieler Termine groß gepunktet haben, liegt nicht zuletzt daran, dass die jüngeren Spieler aus den hinteren Reihen in die Bresche gesprungen sind. Nachdem sie anfangs nicht recht auf Touren kamen, was einer der Gründe für die Trennung von Headcoach Olli Salo kurz vor Weihnachten war. „Sie haben nicht gut performed, es wurde aber auch nicht gut mit ihnen gearbeitet“, sagt Fritzmeier, der dann selbst auch den Job hinter der Bande übernahm – und mit der ganzen Mannschaft auch die Jungen in Schwung gebracht hat.

„Sie haben riesige Schritte gemacht“, lobt Kapitän Mitchell die jungen Kollegen Luis Schinko, Mike Fischer, Daniel Wirt und Darren Mieszkowski. „Es ist immer schade, wenn wichtige Spieler fehlen. Aber es ist auch eine Chance für junge Spieler, Erfahrungen zu sammeln“, sagt er. „Sie haben Franz’ Vertrauen bekommen, und ich bin froh, dass sie die Eiszeit genutzt haben.“ Diese „Tiefe des Kaders“ nennt Mitchell einen Löwen-Vorteil in dem zuletzt schon heftigen Programm, und er führt fort: „Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir über die Tiefe des Kaders kommen.“ Mit zurückgekehrten Leistungsträgern – und gereiften Youngstern. „Ich erwarte, dass sie auch so gutes Eishockey spielen, wenn wir kompletter sind und sie weniger Eiszeit bekommen“, meint Adam Mitchell. Auch wenn Verstärkung da ist: Termine für weitere Einsätze gibt es genug.

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