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Wie immer oft am Telefon: Franz-David Fritzmeier. Foto: Hübner/Archiv

Eishockey

Verstärkung für die Löwen

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Wunschkandidat Dmitriev ist der erste Frankfurter Neuzugang für die neue Saison in der DEL 2. Auch bei den Abgängen gibt es Klarheit.

Frankfurt - Auch Franz-David Fritzmeier kommt nicht oft vor die Tür, natürlich, wie die allermeisten in diesen Corona-Tagen. An seiner Arbeit hat das aber gar nicht so furchtbar viel verändert. Auch in außergewöhnlichen Zeiten geht der Betrieb für der Sportdirektor der Frankfurter Löwen eigentlich ziemlich normal weiter, unter der Woche zumindest. "Nur am Wochenende habe ich mehr frei, weil keine Spiele sind", sagt er. Ansonsten gilt auch nach dem jähen Ende der DEL-2-Saison: "Mein Job ist es vor allem, Verhandlungen zu führen und Verträge zu machen", erklärt Fritzmeier, und das geht auch aus dem Home Office, wo er nonstop im Einsatz ist, am Telefon, in Video-Konferenzen oder per E-Mail.

Viele Vertragsfragen sind ohnehin schon länger vorbereitet, und am Mittwoch gab es dazu eine offizielle Vollzugsmeldung: Alexej Dmitriev von den Iserlohn Roosters ist der erste Neuzugang des Frankfurter Eishockey-Zweitligisten für die neue Saison - eine Runde, die für die Löwen von besonderer Wichtigkeit, weil sich an deren Ende endlich wieder die Tür in erstklassige DEL öffnet und sie dann als Meister der zweiten Klasse hindurch schreiten wollen. Sofern das Coronavirus die Eishockey-Welt irgendwann nicht mehr auf dem Kopf stehen lässt.

Der 34-jährige Dmitriev, geboren in Weißrussland, aber mit deutschem Pass ausgestattet, bringt für dieses Vorhaben die Routine von 521 DEL-Spielen mit nach Frankfurt. Für Fritzmeier ist er "im Sturm unser absoluter Wunschkandidat". Schon während der vergangenen Saison habe man versucht, ihn nach Frankfurt zu holen, noch ohne Erfolg. "Jetzt hat es geklappt", sagt der Sportdirektor und beschreibt den neuen Mann als ",sehr erfahrenen Spieler, der einen sehr guten Scoring Touch hat und sich bei uns in die Gruppe der Führungsspieler einordnen soll".

Für den derart Gelobten wiederum ist es, wie Dmitriev sagt, "eine sehr reizvolle Aufgabe, kommende Saison um den Aufstieg als ein realistisches Ziel spielen zu können. Und wenn man das noch gleichzeitig mit einem traditionsreichen Club tun kann - umso besser". Er habe vorab viele ausführliche Gespräche mit Fritzmeier geführt, die ihm ein gutes Gefühl vermittelt hätten.

Die Angriffsreihen sind damit schon fast geschlossen, auch genug Anführer gefunden. Mit Eddie Lewandowski und Martin Buchwieser sind ebenso wie mit Verteidiger Max Faber die Verträge bereits verlängert worden, mit Kapitän Adam Mitchell ist man sich so gut wie einig - und mit anderen höchstens noch das eine oder andere Detail zu klären.

"Der Kader ist zu 80 Prozent beisammen. Wir werden viele Spieler aus der letzten Saison halten", sagt Fritzmeier. Die meisten Verhandlungen seien schon geführt. In den kommenden Tagen und Wochen dürften regelmäßig weitere Vertragsverlängerungen bekanntgegeben werden.

Dass Max Eisenmenger, Jimmy Hertel, Dominik Meisinger und Lukas Koziol nicht dazu gehören werden, ist indes seit Mittwoch auch klar: Sie verlassen die Löwen, aus unterschiedlichen Gründen. Der junge Stürmer Eisenmenger entwickelte sich so gut, dass er vor erstklassigen Angeboten aus der DEL nicht zu retten war. Bei Torwart Hertel und den Angreifern Meisinger und Koziol hängt die Trennung auch damit zusammen, dass in den ersten Eishockey-Ligen die Zahl der Spieler über 24 Jahre schrittweise reduziert wird, zur Förderung des Nachwuchses.

Derlei wird in Frankfurt vorbildlich geleistet - als Aufbauarbeit für die DEL. Dass "Entwicklung und Erfolge wieder einher" gegangen seien, stimmt Fritzmeier besonders zufrieden. Zu seinen Aufgaben im Home Office gehört neben der Planung der neuen derzeit auch die Aufarbeitung der alten Saison. "Die Liga war so schwer und ausgeglichen wie erwartet, unsere jungen Spieler hatten noch mehr Eiszeit", fasst Fritzmeier die Herausforderungen noch einmal zusammen. Das Tief zwischendrin sei vielleicht etwas größer gewesen als gedacht. "Aber Mannschaft und Trainer haben sehr gut zusammengehalten und das super gehandelt", lobt der Sportdirektor: "Insgesamt hat man gesehen, dass ein klarer Plan da war die letzten zwei Jahre und dass daran kontinuierlich gearbeitet wurde."

In den ersten beiden Stufen des Dreijahresplans für den Aufstieg wurden die Löwen Erster der Hauptrunde. Insgesamt ist auch vieles so gekommen, wie man es am Ratsweg prophezeit hatte. Nur nicht, dass diese Saison wegen der Auswirkungen des Coronavirus nach den Punktspielen plötzlich gestoppt werden würde. "Wir hätten eine gute Chance gehabt, den Titel zu holen", ist sich Fritzmeier sicher, nicht ohne anzufügen: "Die Trauer um die verpassten Play-offs ist schnell der Einsicht gewichen, dass es viel Wichtigeres in der Welt gibt."

Die Meisterschaft soll nächstes Jahr nachgeholt werden - wenn der Aufstieg damit verbunden ist. Oder öffnet sich vielleicht doch jetzt schon eine Tür nach oben, weil die Corona-Krise manchen Erstligisten in seiner Existenz bedroht? Gerade die Krefelder Pinguine, der Frankfurter Kooperationspartner, sind wieder ins Wanken geraten. An derlei Spekulationen will sich Franz-David Fritzmeier nicht beteiligen. "Ich wünsche allen, dass sie wirtschaftlich überleben und gesund bleiben", betont er dafür. Das kann man so sagen. 

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