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Viele Löwen-Pläne sind schon aufgegangen

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Jubel am Ratsweg, auf den Rängen und auf dem Eis: Hier feiern Fans und Löwen-Spieler das entscheidende Tor am Freitag gegen Düsseldorf.
Jubel am Ratsweg, auf den Rängen und auf dem Eis: Hier feiern Fans und Löwen-Spieler das entscheidende Tor am Freitag gegen Düsseldorf. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Aufsteiger Frankfurt mischt die DEL auf. Das liegt an herausragenden Spielern wie Dominik Bokk, nicht zuletzt aber auch an der Kraft aus vier Löwen-Reihen.

Frankfurt -Ein Freitagabend ohne eigenen Spieltermin mitten im Oktober ist im Eishockey eine Seltenheit, zwei freie Tage am Stück zum Wochenanfang ebenso. Weil die erste deutsche Klasse aber als Coronakrisen-Nebenwirkung in diesem Jahr ausnahmsweise noch einmal 15 Mannschaften zählt, muss eben eine immer aussetzen - in diesem Fall nun die Frankfurter Löwen, was dem Aufsteiger gar nicht unrecht ist. „Es hat gut gepasst, dass wir Montag und Dienstag mal freigeben konnten“, meint Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, eingedenk des Sechs-Punkte-Wochenendes mit zwei vollen Erfolgen zuvor: „Da geht man natürlich mit einem Supergefühl in eine so kleine Pause.“

Viel besser könnte die Stimmung rund um die Eissporthalle am Ratsweg gerade tatsächlich kaum sein. Die Frankfurter Aufsteiger, für die es dann am Sonntag (16.30 Uhr) bei den Iserlohn Roosters weitergeht, mischen die DEL auf, und dass das Tabellenbild sie auf einem verblüffenden dritten Rang zeigt, ist früh in der langen Saison eine schöne Momentaufnahme - auch wenn die Abstände eng sind und selbst der zehnte Platz nur drei Punkte entfernt ist. „Wir wissen, dass wir unsere Leistung halten oder sogar noch besser werden müssen. Aber wir nehmen das gerne als Motivation mit“, sagt Fritzmeier.

Dabei überraschen die Neulinge auch so schon die DEL. Nach einem Monat und neun Frankfurter Spielen mit stolzen 16 Punkten lässt sich festhalten: Bislang sind viele Löwen-Pläne aufgegangen - insbesondere beim Bau der Mannschaft. Nicht nur bei der ersten Reihe, auch wenn die gerade bundesweit für Furore sorgt, mit beeindruckenden Auftritten und dazu passenden Zahlen. Dominik Bokk führt mit acht Treffern die Torjägerliste an, in der Scorerliste liegt der Jungstarstürmer mit zwölf Punkten und gemeinsam mit NHL-Veteran Carter Rowney ebenfalls vorne. Und Brendan Ranford steuerte in allen bisherigen neun Partien ein Tor oder eine Vorlage bei, als einziger Spieler der Liga. „Unsere erste Reihe kann gegen jeden bestehen“, sagt der mit seiner vierten Reihe selbst trefflich auftrumpfende Angreifer Rylan Schwartz, im Wissen, dass Trainer Gerry Fleming auch alle anderen Formationen getrost aufs Eis schicken kann. Die Löwen-Kraft kommt aus vier vollen und recht vergleichsweise ausgeglichenen Sturmreihen.

„Das ist unser Faustpfand“, sagt Fritzmeier. Ungewöhnlich auch, dass die von der DEL für einen vollen Spieltagskader zum Zweck der Nachwuchsförderung vorgeschriebenen drei U-23-Spieler nicht wie andernorts bisweilen als Lückenfüller in eine kaum eingesetzte vierte Reihe gesteckt werden, sondern gut aufgeteilt - und so wie im Fall Bokk sogar als Leistungsträger dienen oder wie Magnus Eisenmenger und Daniel Wirt mindestens wertvolle Beiträge leiten. „Wir wollen anders sein als andere“, erklärt Manager Fritzmeier dazu.

Bislang klappt das bestens. Wer wiederum die Spieler nach dem Erfolgsgeheimnis fragt, bekommt stets recht ähnliche Antworten. „Wir haben Spaß zusammen. Es ist eine Sache, auf dem Eis Erfolg zu erarbeiten, und es ist eine andere Sache, das für den Mann neben dir zu machen“, sagte Verteidiger Davis Vandane nach dem durch sein spätes Tor entschiedenen 1:0 in Schwenningen am vorigen Sonntag, wie das 4:3 gegen Düsseldorf am Freitagabend für Fritzmeier ein „Sieg des Willens“. Der in Schwenningen wieder überragende Goalie Jake Hildebrand meinte: „Diese Nähe hilft uns.“

Der spezielle Löwen-Zusammenhalt wurzelt darin, dass die Frankfurter 16 Zweitliga-Meister wie Schwartz, Hildebrand und Vandane mit in die erste Klasse genommen haben, um den Drive und die Aufstiegseuphorie mit nach oben zu nehmen, und sie dort um einige neue Spitzenspieler zu ergänzen - wie Rowney, Ranford oder eben Bokk, Leihgabe vom NHL-Club Carolina Hurricanes und mit Fritzmeier seit Zeiten als Jugendzeiten bei den Kölner Junghaien bekannt. „Die Truppe ist mega gut drauf. Wir haben Riesenspaß“, berichtete der 22-jährige Schweinfurter in der Eishockey-Show von Magenta-Sport. Wo das noch hinführen soll? „Ich sag: Dritter“, meinte Bokk bei Magenta-Sport mutig auf die Frage nach der Platzierung am Ende der Hauptrunde, Fritzmeier freut sich über die selbstbewusste Einschätzung und bleibt bei dem cleveren Löwen-Motto für das übergeordnete Klassenerhaltsziel: „Gekommen, um zu bleiben.“ Wohlwissend, dass das vom 13. Platz bis ganz oben theoretisch alles offen lässt.

Der gute Lauf bei den Löwen, für die nach dem Sonntag in Iserlohn am Dienstag (19.30 Uhr) in Ingolstadt ein weiteres Gastspiel ansteht, dürfte Dominik Bokk wiederum auch persönlich schon in näherer Zukunft weiterhelfen. Für die Zeit des Deutschland-Cups vom 10. bis 13. November sollte sich der Flügelstürmer mit der Aussicht auf Länderspiele besser nichts anderes vornehmen. Während die Kollegen in Frankfurt auf zwei, drei weitere freie Tage hoffen können.

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