Eishockey DEL2, Loewen Frankfurt - Heilbronner Falken
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Wieder ein Löwe: Eric Stephan ist zurück in Frankfurt.

Volles Programm mit einem Frankfurter Meister

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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2017 gehörte Eric Stephan zu den Löwen, die den Titel in der DEL 2 gewannen. Nun ist er aus Bietigheim zurückgekehrt – um gleich wieder dort aufzulaufen.

Frankfurt – Natürlich ist diese Terminplangestaltung für Eric Stephan ganz persönlich etwas spezieller. „Die ersten paar Minuten wird es sicher ein bisschen komisch sein“, meint der alte, neue Verteidiger der Frankfurter Löwen, allzu hoch hängen will er diese zufällige Fügung im rappelvollen Kalender der DEL 2 indes nicht. „Am Ende ist es einfach ein Eishockeyspiel“, sagt der 27-Jährige, vor einer Woche erst aus Bietigheim zu den Löwen zurückgekehrt und nun gleich wieder dort auf dem Eis, nach seinem Seitenwechsel nur jetzt eben als Gegner. „Ich freue mich, die Jungs wiederzusehen, keine Frage“, sagt Stephan auch, „aber wichtiger ist, dass wir das Spiel gewinnen“.

Für Sentimentalitäten dürfte da nach dem ersten Bully wenig Zeit bleiben, auch wenn beim Besuch der Löwen an diesem Freitagabend (20 Uhr) bei den Bietigheimer Steelers einige bekannte Gesichter aufeinandertreffen, nicht nur in Stephans Fall. Abwehrkollege Tim Schüle ist aus zwei Spielzeiten noch in bester Löwen-Erinnerung, die Stürmer Brett Breitkreuz und C.J. Stretch sind wie Stephan Frankfurter Meister von 2017. „Wir hatten in Frankfurt zusammen schöne Jahre. Mit den Jungs, mit denen man eine Meisterschaft gewinnt, wächst man immer noch mehr zusammen. Das ist eine andere Beziehung, wenn man so viele schöne Momente teilt“, sagt Eric Stephan.

Er selbst zog 2018 weiter, um sein Glück eine Etage höher in Nürnberg zu suchen, kam aber weniger als erhofft zum Einsatz – weshalb er Anfang 2019 nach Bietigheim wechselte. Zwei Jahre später geht es zurück nach Frankfurt, da spielten auch Differenzen bei den Steelers eine Rolle. „Es gab da eine Fehlkommunikation, einige Dinge haben nicht zusammengepasst“; sagt Stephan.

Umso besser passte es dann, dass in dieser Lage Franz-David Fritzmeier anrief, Frankfurter Sportdirektor und Headcoach, auch ein alter Bekannter. „Jeder Spieler in der Zweiten Liga, der die Möglichkeit hat, nach Frankfurt gut zu gehen, macht das gerne“, meint der gebürtige Berliner, der unter Fritzmeier als Trainer schon mit 18, 19 Jahren ein paar Partien für die Duisburger Füchse in der Oberliga bestritt.

Fritzmeier wiederum schätzt Eric Stephan als „erfahrenen Verteidiger, der uns sicher weiterhelfen wird“. Beim 2:1 gegen Ravensburg und dem 5:1 im Derby gegen den EC Bad Nauheim am Dienstagabend war das schon der Fall. „Sein Einstand war ordentlich, auch wenn er sicher noch mehr Potenzial hat“, urteilt Fritzmeier, Stephan selbst sagt: „Am Anfang war ich ein bisschen nervös, da hat auch die Spielpraxis gefehlt. Aber ich bin fit und jetzt voll zurück.“

Für Fritzmeier ist es eine „Win-Win-Situation“: „Wir hatten Bedarf in der Verteidigung, und Eric und Bietigheim hatten sich getrennt.“ So ist nun immerhin eine Löwen-Lücke kleiner geworden. David Suvanto fehlt in den Abwehrreihen schließlich auf unbestimmte Zeit, Max Faber auch noch, und Kyle Wood zumindest zwei, drei Wochen. Stürmer Sebastian Collberg vorerst im Übrigen ebenso. In Bietigheim ist zudem Mike Mieszkowski gesperrt, nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe beim 5:1 im Derby gegen den EC Bad Nauheim vom Dienstagabend muss er nach einem durchaus diskussionswürdigen Urteil der Liga-Richter noch zusätzlich einmal aussetzen. Und ob Manuel Strodel, dabei unglücklich von einem Schuss Stephans am Kopf getroffen, wieder mitmischen kann, ist zumindest fraglich.

In seinem Job als Manager ist Fritzmeier dieser Tage bei dieser Liste an Ausfällen und Fragezeichen ebenfalls gefordert. Am Donnerstag vermeldete er Erfolg bei einer weiteren Rückholaktion: Magnus Eisenmenger, vor der Saison seinem Bruder Max nach Augsburg in Richtung DEL gefolgt, kommt als Verstärkung für die zweite Saisonhälfte wieder. „Wir sind froh bei all unseren Ausfällen, dass mit Magnus ein Spieler wieder für uns spielt, der den Club und die Mannschaft sehr gut kennt. Er wird sich leicht in den Kader einfügen und uns für die intensive Zeit Tiefe im Kader geben“, sagt Fritzmeier über den 20-Jährigen, der schon in Bietigheim zum Einsatz kommen soll.

Aufgaben gibt es genug, das seit ihrer Corona-Zwangspause für die Löwen ohnehin heftige Programm wird noch intensiver: Um bei Bedarf noch mehr Nachholtermine unterbringen zu können, hat die Liga auf einen Zwei-Tages-Rhythmus gestellt. Nach zuletzt schon zehn Frankfurter Spielen in 22 Tagen stehen im nächsten Rutsch sechs in deren elf an. Umso bemerkenswerter, dass trotz der vielen Spiele und wenigen Spieler so viele Punkte heraussprangen, zuletzt sogar fünf Siege in Serie.

Für Eric Stephan gibt es dabei gleich noch ein Wiedersehen. Nach den Ravensburg Towerstars am Sonntag (18.30 Uhr) kommen die Steelers am Dienstag (19.30 Uhr) schon zum Gegenbesuch nach Frankfurt. Wie sein Vergleich ausfällt? „Bietigheim hat einen sehr guten Kader und ist schwer zu schlagen, wenn es gut läuft. Es hat aber ein bisschen die Konstanz gefehlt, nach einem guten Spiel kam oft ein schlechtes“, sagt er über eigene Bietigheimer Erfahrungen, und zu den frischen Löwen-Eindrücken: „Wir spielen sehr strukturiert und haben eine gute Balance zwischen Jung und Alt. Wenn jetzt noch die Verletzten zurückkommen, haben wir einen ganz starken Kader.“ Zu dem jetzt auch wieder ein Meister von 2017 gehört.

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