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Vorfreude trotz verpatzter Generalprobe

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Von: Markus Katzenbach

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In jedem Fall ein Löwen-Grund zum Feiern am Sonntag: Zum Geburtstag bringt Kapitän Reid McNeill (rechts) einen Kuchen für Hallensprecher Rüdiger Storch mit aufs Eis.
In jedem Fall ein Löwen-Grund zum Feiern am Sonntag: Zum Geburtstag bringt Kapitän Reid McNeill (rechts) einen Kuchen für Hallensprecher Rüdiger Storch mit aufs Eis. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Die Pleite im letzten Test können die Löwen vor ihrem erstklassigen Comeback verschmerzen. In Frankfurt fiebert man dem DEL-Comeback entgegen.

Frankfurt -Vor der Generalprobe für ein erstklassiges Comeback gab es festliche Einlagen, allerdings aus ganz anderem aktuellen Anlass. Zum 62. Geburtstag des ewigen Hallensprechers Rüdiger Storch stimmte die Fankurve ein Ständchen an, Kapitän Reid McNeill brachte einen Kuchen mit aufs Eis, und irgendwie passte das zu der eher gemütlichen Grundstimmung, mit der die Frankfurter Löwen ihren letzten Test vor dem Saisonstart in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys angingen. Gegen die bissigeren Dresdner Eislöwen, vorige Runde noch Rivalen eine Etage tiefer, verloren die Aufsteiger deutlich mit 0:4 (0:1/0:2/0:1), trüben konnte das Vorfreude auf die Frankfurter Rückkehr in die DEL aber nicht, zwölf Jahre nach der Insolvenz der Lions-Vorgänger - weder bei den Fans, die ihre Löwen mit Applaus verabschiedeten, noch bei Headcoach Gerry Fleming.

„Dresden hatte heute einen sehr guten Torhüter, und wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht“, bilanzierte der neue Trainer kurz und knapp die abschließende und nun nicht allzu bedeutende Partie der Vorbereitung, für deren gesamten Verlauf befand er: „Es war okay. Wir haben gesehen, was wir brauchen, und wir wissen, woran wir noch zu arbeiten haben.“

Sehr optimistisch sei er, schloss Fleming - für die ganze Runde wie für den Auftakt mit dem Gastspiel in Wolfsburg am Freitagabend und dem ersehnten ersten Heimspiel am nächsten Sonntagnachmittag gegen Bremerhaven. Möglicherweise hilft auch dann schon eine spezielle Verstärkung: Die Löwen stehen kurz vor der Verpflichtung des lange gesuchten Centers für die erste Reihe, dem Vernehmen nach ist man sich mit dem 33-jährigen Kanadier Carter Rowney so gut wie einig. 272 Spiele in der nordamerikanischen Weltklasseliga NHL, unter anderem für die Pittsburgh Penguins, mit denen er 2017 den Stanley Cup gewann, drei Jahre bei den Anaheim Ducks, zuletzt eines bei den Detroit Red Wings - das wäre ein Hochkaräter auch für deutsche Erstliga-Verhältnisse, wo kein Profi so viele NHL-Einsätze verbucht.

„Wir brauchen Geduld, um so einen Spieler zu verpflichten“, hatte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier zur Frage nach dem Nummer-eins-Stürmer immer wieder betont. Sollte es mit dem Kumpel und ehemaligen Kollegen von Kapitän McNeill klappen, könnte sich der lange Atem gelohnt haben. Rowney, eher Arbeiter als Torjäger, der als Rechtsaußen oder Center in vierten NHL-Reihen den Superstars den Rücken freihielt, gilt als Zwei-Wege-Stürmer, der als Angreifer auch in der Abwehr mithilft, und vor allem als absoluter Teamplayer - was für einen Aufsteiger, der gegen häufig besser besetzte Gegner nur mit mannschaftlicher Geschlossenheit bestehen kann, von besonderer Bedeutung ist.

„Wir brauchen als Team die Gemeinschaft“, betont Fritzmeier und ist in dieser Hinsicht zuversichtlich - allein schon wegen der 16 Meister der DEL 2, die mit den Löwen den Weg nach oben geschafft haben und geblieben sind. „Den Grundspirit hatten wir sowieso, und die Neuen haben sich gut eingefügt“, sagt der Sportdirektor. Bewusst hat man in den zwei Wochen nach dem Highlight gegen die alten Mannheimer Erzrivalen (2:4) zum Auftakt der Testspiele zwei Wochen nicht nur intensiv trainiert, sondern mit gemeinsamen Verabredungen abseits des Eises wie der traditionellen Apfelwein-Taufe auch am Zusammenhalt gearbeitet.

Die Auftritte danach gegen erstklassige Konkurrenten aus Iserlohn (1:2), Düsseldorf (2:5), Bietigheim (5:2), Schwennigen (2:3 nach Verlängerung) sowie beim Härtetest am Freitagabend bei den Kölner Haien (2:1) zeigten insgesamt: Die Löwen sollten wettbewerbsfähig sein. „Wir haben uns gesteigert“, resümiert Fritzmeier. Abgesehen von der verpatzten Generalprobe gegen Dresden, bei der Simon Sezemsky und David Elsner vorsorglich geschont wurden und andere sich auf dem Eis so kurz vor dem Start offenbar auch nicht wehtun wollten, vor 2718 Zuschauern am Ratsweg, die den deftigen Ausgang weitgehend verschmerzt haben dürften. Wichtiger wird es am nächsten Wochenende, mit oder ohne weitere Verstärkung.

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