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Schwerer Besuch in Ravensburg: Auch Löwen-Stürmer Dominik Meisinger (Mitte) brachte den Puck dort gestern nicht ins Ziel.

Löwen Frankfurt

Wiedersehen mit Ravensburg für die Löwen ohne Happy End

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Das Spitzentreffen der DEL 2 in Ravensburg ist ein guter Vorgeschmack für die Play-offs. Die Frankfurter Löwen erleben dabei eine Legenden-Begegnung mit unglücklichem Ende.

So ein Besuch bei einer Legende kann auch einmal unerfreulich enden. Das hochklassige Spitzentreffen der DEL 2 bei den Ravensburg Towerstars, bei denen neuerdings ihr früherer Meistermacher Rich Chernomaz hinter der Bande steht, haben die Frankfurter Löwen am Sonntag mit 1:3 (0:1, 1:0, 0:2) verloren, die Spitzenposition aber noch nicht: Trotz der Niederlage bleiben sie Erster im immer dichteren Gedränge ganz oben in der Tabelle der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, immerhin – und die eine oder andere positive Erkenntnis nahmen sie trotz des ärgerlichen Ergebnisses auch mit.

Zum Nachlesen:  Liveticker: Ravensburg Towerstars vs. Löwen Frankfurt

„Beide Teams haben auf hohem Niveau gespielt. Am Ende haben sie halt die eine Chance mehr genutzt als wir“. urteilte der Frankfurter Kapitän Adam Mitchell und fand: „Es war wie ein Play-off-Spiel.“

Tatsächlich bot dieses intensive Ringen einen guten Vorgeschmack auf die Ausscheidungsspiele um die Meisterschaft im März und im April, und es ist nicht ausgeschlossen, dass es dann ein Wiedersehen gibt – Chernomaz rechnet damit im Finale. In der Rangliste der langen Hauptrunde biegen Ravensburger und Frankfurter Kopf an Kopf auf die Zielgerade ein: Vier Spieltage vor Schluss punktgleich, einen Zähler vor den Lausitzer Füchsen, die bei den Tölzer Löwen in der Verlängerung unterlagen.

Während der EC Bad Nauheim mit dem 3:5 (1:1, 1:2, 1:2) gegen die Bietigheim Steelers im direkten Duell um den für das Heimrecht in den Play-offs wichtigen vierten Platz das Nachsehen hatte und den am nächsten Sonntag nach Frankfurt kommenden Titelverteidiger Bietigheim so vorbeiziehen lassen musste. In Ravensburg hat Chernomaz derweil dem zuletzt taumelnden Titelanwärter offenbar schon wieder zu etwas mehr Stabilität verholfen. Im Aufeinandertreffen zwischen seiner neuen und seiner alten Mannschaft bestimmten die Abwehrreihen das Geschehen – und die wenigen Fehler und ein paar Zentimeter entschieden über den Ausgang. Matt Pompei (12.) nutzte einen Frankfurter Scheibenverlust zur Ravensburger Führung, Max Faber glich aus (34.).

Gelichtete Löwen-Reihen

Welche Wendung das Spiel wohl genommen hätte, wäre sein Schuss früh im letzten Drittel ins Tor und nicht an den Pfosten gerauscht? So jubelten am Ende die Towerstars: Daniel Schamberger (54.) und erneut Pompei in das in Frankfurter Ausgleichsbemühungen verwaiste Tor bescherte ihnen den Sieg – gegen gelichtete Löwen-Reihen: David Skokan und Leon Hüttl fehlten angeschlagen, Lukas Koziol war krank. Matti Tiilikainen wollte das nicht als Entschuldigung anführen und hatte auch ohnehin eher Lob als Tadel parat. „Wir haben ein qualitativ hochwertiges Spiel gesehen“, meinte der Frankfurter Headcoach. „Vor allem im zweiten Drittel hat mir die Mannschaft gut gefallen. Auch im dritten Drittel hatten wir unsere Möglichkeiten.“ Nur eben nicht genutzt. Das sollte sich in den Play-offs möglichst ändern.

Hinter den Kulissen ist unterdessen weiter an der erstklassigen Zukunft gearbeitet worden – und auch alles dafür vorbereitet, sollte das Tor nach oben plötzlich doch schon früher aufgehen. Als einziger Zweitliga-Club haben die Löwen fristgerecht bis zum 15. Februar und nun schon im dritten Jahr hintereinander Unterlagen für eine Lizenz in der ersten Liga eingereicht.

DEL mit allen Mitteln

„Wir wollen zurück in die DEL. Dafür werden wir sämtliche uns zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten nutzen“, betonte der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Krämer: „Sollte der Gang in die DEL vor der Wiedereinführung des sportlichen Auf- und Abstiegs 2020/2021 möglich sein, werden wir diese Chance wahrnehmen.“

Dafür müsste indes eines der 14 DEL-Teams keine Lizenz bekommen. Beantragt haben sie alle, und nach Verweigerungen sieht es derzeit nicht aus. Sollte es doch so kommen, würden die Löwen als einziger weiterer Bewerber in die erste Etage aufrücken – unabhängig davon, wie die Zweitliga-Saison für sie ausgeht. Ganz schlecht sieht es ja aber auch da nicht aus, ungeachtet des unglücklichen Endes dieser Legenden-Begegnung.

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