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Er machte den Anfang: Nach nur 36 Sekunden traf Alexej Dmitriev zum ersten Mal, knappe 10 Minuten später folgte sein zweites Tor - und am Ende hatten die Löwen 10:2 in Dresden gewonnen.

Eishockey

Zehn Frankfurter Ausrufezeichen

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Die Löwen beenden ihre Ladehemmung im Angriff, und wie: In Dresden feiern sie sie den zweithöchsten Auswärtssieg ihrer DEL-2-Geschichte. Und ein alter Bekannter verstärkt künftig wieder die Abwehr.

Frankfurt – Eine frohe Kunde erreichte die Fans der Frankfurter Löwen schon am Freitagmittag, da hatte die Mannschaft noch viele Buskilometer vor sich auf dem Weg zum abendlichen Termin in Dresden. Eric Stephan war dabei noch nicht an Bord. Dass mit ihm aber ein Frankfurter Meister von 2017 an den Ratsweg zurückkehrt, um Lücken in der Löwen-Abwehr zu schließen, wurde von der Anhängerschaft freudig begrüßt. Am Abend gab es dann die nächste gute Nachricht für sie: Mit dem fulminanten 10:2 (5:0, 2:1, 3:1) bei den Dresdner Eislöwen feierten die Frankfurter den zweithöchsten Auswärtssieg in ihren sieben DEL-2-Jahren – und finden langsam Anschluss an die Spitze der durch ihre ausstehenden Nachholspiele noch ziemlich verzerrten aktuellen Tabelle der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys.

„Ich habe der Mannschaft nach dem ersten Drittel gesagt: Das war der Lohn für die letzten Spiele. Wir haben da schon sehr konzentriert gespielt und hart gearbeitet. Uns war klar: Wenn wir das wieder machen, werden wir die Chancen irgendwann auch nutzen“, berichtete Franz-David Fritzmeier, der Frankfurter Sportdirektor und Headcoach, von einem Schützenfest dieser Ausmaße indes war auch er überrascht: „Dass es dann so wird, damit haben wir nicht gerechnet. Aber wir nehmen das gerne mit.“

So schnell kann es gehen im Eishockey. Eine Woche vor diesen zehn kräftigen Ausrufezeichen hatte sich noch einige Unzufriedenheit breit gemacht in Frankfurt, nach ärgerlichen Niederlagen gegen Bad Tölz und in Landshut. Es folgten beeindruckende Siege gegen Spitzenreiter Kassel und dessen Verfolger Ravensburg, jeweils mit 2:1, bei denen allenfalls die Chancenverwertung bemängelt werden konnte. In Dresden, bei mit fünf Siegen in Serie zuvor mächtig Boden gut machenden Eislöwen, platzte auch dieser Frankfurter Knoten, und wie – mit zehn Toren aus 25 Schüssen.

Nach 15 spektakulären Minuten waren so schon klare Verhältnisse geschaffen, da führten die Gäste bereits 5:0. Am Ende hatten sie fünf weitere Tore nachgelegt. Mit Alexej Dmitriev (1., 11.) und Mike Fischer (9., 60.) trafen zwei doppelt, denen zuvor noch nicht so viele Tore gelungen waren. Stephen MacAulay (14.), Carter Proft (15.), Martin Buchwieser (37.), Luis Schinko (38.), der als Abwehr-Aushilfe wieder überragende und auch noch drei Vorlagen liefernde Kapitän Adam Mitchell (42.) sowie Kyle Sonnenburg (59.) trugen die restlichen Treffer bei.

„Es tut sicher vielen Spielern bei uns gut, dass sie auch mal scoren“, sagte Fritzmeier. Die Zahlen insgesamt stimmen inzwischen ohnehin: Seit der Sportdirektor nach der Trennung von Olli Salo auch den Trainerjob übernommen hat, verbuchen die Löwen 24 Punkte aus elf Spielen, aus den acht Spielen in 18 Tagen in der Terminhatz seit der langen Zwangspause wegen zweier Corona-Quarantänen deren 16.

Einziger Wermutstropfen am Freitag: Nach einem - wie so manche Ruppigkeit der Gastgeber - ungestraften und recht rüden Check von Roope Ranta, dem früheren Frankfurter Traumtorjäger in Dresdner Diensten, gegen Sebastian Collberg, seinen Nachfolger in Frankfurt, musste dieser angeschlagen vom Eis. Ob der schwedische Stürmer am Sonntag (16 Uhr) im Heimspiel bei den Heilbronner Falken spielen kann oder schwerer verletzt ist, blieb fürs Erste offen.

Eric Stephan wiederum soll den Löwen dann erstmals wieder zur Verfügung stehen. Im Meisterteam von 2017 war er eine feste Größe, beim Ligarivalen Bietigheim Steelers zuletzt nicht mehr wirklich. „Ich freue mich sehr darüber, dass sich direkt, nachdem sich die eine Tür geschlossen hat, eine andere geöffnet hat“, erklärte der 27-Jährige, und: „Dass es nun Frankfurt ist, ist umso schöner. Ich kenne die Organisation, die hervorragend geführt wird. Ich kenne die Fans und die Stadt.“

Bei den Löwen bestand durch die Ausfälle von gleich drei eigentlich als Leistungsträger eingeplanten Verteidigern Bedarf: David Suvanto fehlt wegen der Auswirkungen seiner Corona-Infektion auf unbestimmte Zeit, mit Kyle Wood auch der zweite ausländische Verteidiger noch drei, vier Wochen. Und Max Faber dürfte frühestens im März aufs Eis zurückkehren. Umso froher war Fritzmeier, mit dem alten Bekannten Stephan rasch Ersatz gefunden zu haben: „Eric ist ein sehr erfahrener Verteidiger, der uns in dieser schwierigen Personalsituation auf jeden Fall weiterhelfen wird.“

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