1. Startseite
  2. Sport
  3. Löwen Frankfurt

Zeit für eine Löwen-Trendwende

Erstellt:

Von: Markus Katzenbach

Kommentare

Löwen-Jubel beim Heimspiel Anfang Dezember gegen Berlin: Da siegte Frankfurt mit 2:1 nach Verlängerung.
Löwen-Jubel beim Heimspiel Anfang Dezember gegen Berlin: Da siegte Frankfurt mit 2:1 nach Verlängerung. © Jan Huebner

Insgesamt liegen die Frankfurter DEL-Aufsteiger über dem Soll. Die aktuelle Bilanz aber bietet Luft nach oben.

Frankfurt -Die Zeichen der Zeit hat man erkannt am Ratsweg. „Wenn man auf das große Ganze schaut, ist das mehr als zufriedenstellend, vor der Saison hätten wir das sicher gerne unterschrieben“, betont Franz-David Fritzmeier ganz zurecht. Der Sportdirektor der Frankfurter Löwen ist bei der Beurteilung der aktuellen Lage beim DEL-Aufsteiger allerdings „ein bisschen hin- und hergerissen“, wie er selbst sagt, schließlich weiß er genau: „Gerade gibt es sicher Luft nach oben - bei den Ergebnissen, aber auch in der Art und Weise, wie sie zustande kommen.“

Fünf der letzten sechs Spiele wurden verloren, in der Tabelle droht man erstmals aus den für die Teilnahme an den K.o.-Spielen um die Meisterschaft in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys berechtigenden Plätzen heraus zu rutschen. Zeit für eine Löwen-Trendwende, die Gelegenheiten dazu passen: Mit dem Empfang der Eisbären Berlin in der Eissporthalle am Ratsweg am Donnerstag (19.30 Uhr) und dem Besuch bei den Schwenninger Wild Wings am Sonntag (16.30 Uhr) warten zwei Mannschaften, die den Löwen ihren Rang streitig machen wollen. Und die man gerne auf Distanz halten würde.

„Wir müssen die Pferde satteln“, fordert Fritzmeier, „und hungrig sein, die Spiele zu gewinnen“. So wie Ende Dezember, als man in wegweisenden Begegnungen in Bietigheim und Augsburg erfolgreich war, bei so noch weiter entfernten Konkurrenten am Tabellenende, und danach zum Jahresabschluss auch gegen Schwenningen. Bei bis zu zwei möglichen Abstiegsplätzen dürfte spätestens seitdem der Klassenerhalt kaum noch in Gefahr geraten und das erste Ziel so gut wie erreicht sein. „Gekommen, um zu bleiben“, lautet die clevere Löwen-Losung, im Wissen, dass diese über den Nicht-Abstieg hinaus viel Raum nach oben lässt.

Als Lohn für eine bislang sehr erfreuliche Saison mit schon reihenweise begeisternden Auftritten locken die Play-offs - die ersten sechs sind direkt im Viertelfinale, der Siebte bis Zehnte spielen in den Pre-Play-offs die letzten beiden Plätze aus. Nun sind die Löwen Zehnter, nach 40 Spielen, schlechter standen sie in dieser Saison noch nie, bemerkenswert für einen Liga-Neuling. Aus den ersten 20 Partien holten sie 33 Punkte und waren Sechster, aus den zweiten 20 indes nur noch 23. „Die Tendenz zeigt gerade nicht nach oben“, urteilt Franz-David Fritzmeier.

Das hat Gründe, wie die ausufernde Verletzungsmisere im zweiten Saisondrittel. Und gewiss ist es für einen Aufsteiger mit einem Etat am „unteren Ende der Fahnenstange“, wie sich die Löwen vor dem Saisonstart selbst finanziell verorteten, in keiner Partie selbstverständlich zu punkten. Auch die dürftige Bilanz seit Neujahr ist erklärbar, allein dadurch, dass unter den sechs Gegnern die besten vier der Tabelle waren. Oder dass beim 3:5 gegen Köln am Sonntag wieder fünf Löwen fehlten, darunter der fiebernde DEL-Topscorer Dominik Bokk. „Das ist für uns schwer zu kompensieren“, sagt Fritzmeier.

Tatsächlich hätte man auch jede einzelne Begegnung gewinnen können. „Aber im Moment gelingt es uns nicht, die knappen Spiele über die Bühne zu bringen“, legt der Manager den Finger in die Wunde. Auch wegen einzelner Aussetzer. „Derzeit sind wir nicht in der Lage, den Schritt nach oben zu machen. Bei einem Sieg wären wir wieder an Köln dran gewesen“, hält er fest.

Statt sich weiter im Tabellenmittelfeld zu etablieren, muss nun gegen Berlin, den so schwer gestrauchelten, aber immer noch mit Nationalspielern gespickten Titelverteidiger, der Top-Ten-Platz verteidigt werden. Gut, dass bis auf Brett Breitkreuz alle Löwen wieder einsatzfähig sein sollten. „Wir wissen, dass wir jede Mannschaft schlagen können. Aber dafür müssen wir gewisse Fehler abstellen und zu 100 Prozent fokussiert sein“; mahnt der Sportdirektor, und: „Die Saison geht noch 16 Spiele. Jeder sollte sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren und nicht zu weit vorausschauen.“

Derzeit stagniert die stets nötige Weiterentwicklung. Generell aber gilt für Franz-David Fritzmeier im letzten Drittel einer an Höhepunkte schon jetzt reichen Löwen-Hauptrunde: „Wir performen nach wie vor über dem Soll.“ Und das soll auch so bleiben.

Auch interessant

Kommentare