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Zurück im angestammten Löwen-Revier

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Von: Markus Katzenbach

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Der erste Löwen-Jubel des Abends, aber nicht der letzte: Rylan Schwartz (Mitte) hat zum 1:0 getroffen.
Der erste Löwen-Jubel des Abends, aber nicht der letzte: Rylan Schwartz (Mitte) hat zum 1:0 getroffen. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Frankfurt sammelt gegen Düsseldorf drei weitere wichtige Punkte auf dem Weg, sich wieder in der DEL zu etablieren. „Der ESC ist wieder da“, singen die Fans.

Frankfurt -Gegen Ende eines für ihn und alle Frankfurter Löwen sehr erfreulichen Freitagabends schlitterte Rylan Schwartz noch eine Ehrenrunde durch die Eissporthalle am Ratsweg, die große Fahne mit der Aufschrift „Heimsieg“ in Händen - so ist es Tradition nach gewonnenen Partien an eigener Wirkungsstätte, wobei dieses Solo stets den von den Fans zum „Spieler des Spiels“ gewählten Löwen zusteht. In diesem Fall Schwartz, verdientermaßen, der ein Tor und auch sonst seinen Teil beigetragen hatte zum dritten Frankfurter Heimsieg in Folge, bei der vierten Gelegenheit.

Mit dem 4:3 (1:0, 1:2, 2:1) gegen die Düsseldorfer EG hat der Aufsteiger so am achten DEL-Spieltag drei weitere wichtige Punkte gesammelt, im Bestreben, sich wieder in der in die erste Klasse des deutschen Eishockeys zu etablieren - vor 5736 Zuschauern, die das Duell mit dem Traditionsverein vom Rhein an den Ratsweg gelockt hatte.

„Sie haben immer wieder ausgeglichen, und wir haben immer wieder zurückgeschlagen“, beschrieb Schwartz hinterher das Erfolgsrezept. Dabei war man durchaus respektvoll in das Wiedersehen mit einem alten DEL-Bekannten gegangen. „Kein Gegner auf Augenhöhe“ seien die Düsseldorfer, hatte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier vorher betont: „Sie sind uns einen Schritt voraus.“

Ziemlich genau dieser Abstand ließ sich auch aus der Tabelle ablesen: Frankfurter wie Düsseldorfer hatten vor ihrer Begegnung zehn Punkte verbucht, aber die Gäste dafür nur sechs statt sieben Partien benötigt. Auf dem Eis aber waren die Kräfteverhältnisse erst einmal andere, ebenfalls belegt von Zahlen: Zwölf zu fünf gewonnene Bullys und gar elf zu eins Schüsse aufs Tor unterstrichen die Löwen-Überlegenheit im ersten Drittel, und weil einer dieser Schüsse auch den Weg ins Tor fand, führten sie obendrein in der wichtigsten Statistik - ihr starker Stürmer Schwartz hatte nach genau 18 Minuten zum verdienten 1:0 getroffen.

Die Löwen waren dominanter, wirkten hungriger und wie auch in den meisten bisherigen Partien der noch jungen Runde nicht wie Neulinge in der ersten Klasse, eher wie Rückkehrer in ihr angestammtes Revier, in dem sie sich sichtlich wohl fühlten. Der zuletzt angeschlagene Brett Breitkreuz und Ryan Olsen nach seiner Zwei-Spiele-Sperre waren wieder dabei, dafür fehlte nun schon zum sechsten Mal Reece Scarlett, der nominell wichtigste Verteidiger, David Elsner war ebenso nicht im Kader.

Das Bild indes änderte sich nach der ersten Pause: Zehn Minuten gehörten plötzlich Düsseldorf, ganz alleine. Das 1:1 durch DEG-Nationalspieler Daniel Fischbuch nur 32 Sekunden nach der Pause im Powerplay war eine kalte Löwen-Dusche. Hätte ihr Goalie Jake Hildebrand nicht unter anderem gegen den früheren Frankfurter Stephen MacAulay mehrfach gut gerettet, wären sie bald selbst in Rückstand geraten. Die Löwen aber kämpften sich gegen gut geordnete und laufstarke Gäste zurück ins Spiel. Prompt traf für sie ihr junger Stürmer Dominik Bokk (34.), zum achten Mal im achten Spiel, ein bemerkenswerter Liga-Bestwert. Es ging nun hin und her, und als Kevin Maginot den Puck an der blauen Linie verlor, nutzte Stephen Harper den Konter zum erneuten Ausgleich (37.) - solche Fehler werden in der DEL konsequenter bestraft als eine Etage weiter unten.

Ähnlich setzte sich das fort im dritten Akt: Olsen traf für Frankfurt (48.), im Powerplay Fischbuch für Düsseldorf (53.), gleich darauf Bokk wiederum den Pfosten, und dann Brendan Ranford (58.), diesmal richtig und entscheidend. Zum besseren Ende für die Löwen, für die es am Sonntag (16.30 Uhr) in Schwenningen weitergeht - mit jetzt schon 13 Punkten, voll im Soll. „Gegen Frankfurt kann man mal verlieren“, sangen ihre Fans, und: „Der ESC ist wieder da.“ Kann man so sagen.

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