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Zurück in der ersten Klasse

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Von: Markus Katzenbach

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Gut gebrüllt, Löwe! Max Faber jubelt über sein Tor zum 1:1 - und am noch späteren Freitagabend über Meisterschaft und Aufstieg.
Gut gebrüllt, Löwe! Max Faber jubelt über sein Tor zum 1:1 - und am noch späteren Freitagabend über Meisterschaft und Aufstieg. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Mit dem 2:1 in Ravensburg machen die Löwen Meisterschaft und Aufstieg perfekt, als Krönung einer perfekten Serie: "Wir sind wieder da, wo wir hingehören."

Ravensburg -Um genau 22.27 Uhr flogen eine Menge Schläger und Helme in die Luft der Ravensburger CHG-Arena, und in einer ihrer Ecken bildete sich eine wilde Jubeltraube. Die Frankfurter Löwen hatten dort schließlich gleich doppelt Grund zum Feiern: Mit dem 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) bei den Ravensburg Towerstars in der vierten Partie der Finalserie der DEL 2 am Freitagabend sicherten sie sich nicht nur die Meisterschaft in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, wichtiger noch: Auch den Aufstieg in die erste Liga, im Eiltempo - das Finale entschieden sie wie zuvor schon Viertel- und Halbfinale mit je vier Siegen in vier Spielen für sich, eine selten perfekte Serie, als Teil eines Eintrages ins hessische Eishockey-Geschichtsbuch: Nach zwölf Jahren Abstinenz ist Frankfurt wieder erstklassig.

"Die ganze Mannschaft hat so einen Willen gezeigt, die ganzen Play-offs. Es ist unglaublich", schwärmte Kapitän Max Faber und erinnerte sich: "Vor drei Jahren waren wir hier und haben verloren. Jetzt haben wir es geschafft, Wahnsinn."

Die meisten der 3418 Zuschauer in der wieder ausverkauften Ravensburger Spielstätte waren da schon gegangen, die mitgereisten Frankfurter Anhänger aber aus dem Häuschen, sie feierten ihre Helden. Kurz vor elf Uhr am späten Freitagabend hatte Faber den Pokal in die Hände bekommen, da brachen noch einmal alle Dämme. "Es war eine überragende Leistung, ein harter Kampf", jubelte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, kaum dass er selbst gemeinsam mit den Gesellschaftern Stefan Krämer und Andreas Stracke die begehrte Trophäe vor den Fans in die Höhe gestemmt hatte, "Ich bin mega stolz auf die Leistung", sagte er, "und ich freue mich sehr für den Club, dass wir wieder da sind, wo wir hingehören."

Ein maßgeblicher Faktor dabei war auch am Freitag wieder Goalie Jake Hildebrand, der als bester Spieler der Serie geehrt wurde. "Wir hatten einen überragenden Torhüter, das hat den Unterschied ausgemacht", jubelte Kapitän Faber. Drei Stunden zuvor, am Anfang der vierten Begegnung, hatte Hildebrand Robbie Czarnik verzweifeln lassen, wieder einmal, ähnlich wie am Mittwochabend, als die dritte Finalpartie fast mit diesem Duell geendet hätte. Da hatte der Löwen-Schlussmann in der Extraschicht einen Schuss des Towerstars-Stürmer dank eines irrsinnigen Reflexes noch aus der Luft gefischt - sonst hätte Ravensburg in Frankfurt gewonnen und Hildebrands Kapitän Faber nicht ein paar Minuten später das Tor zum dritten Sieg im dritten Spiel schießen können.

7:0, 3:1, 1:0 nach Verlängerung - mit dieser stolzen Bilanz fehlte den Löwen nur noch ein Sieg, als sie am Freitag in den Bus nach Oberschwaben gestiegen waren. Czarnik, einer der Ravensburger Meister von 2019, die damals eine junge, am Anfang ihrer Aufbauarbeit für den Aufstieg befindliche Frankfurter Mannschaft im Finale bezwungen hatten, hätte dagegen gleich etwas tun können: Zum Wiedersehen zwei Tage später traf er gleich wieder auf Hildebrand, und wieder brachte er den Puck nicht in dessen Tor unter.

Dafür sollte er später den Pass spielen, der den Towerstars erstmals in dieser Serie zur Führung verhelfen sollte - durch David Zucker (33. Minute), als eine Strafzeit für Faber gerade abgelaufen war. Es war erst der zweite Löwen-Gegentreffer im vierten Spiel gegen Ravensburg: Zeugnis bemerkenswerter Abwehrarbeit der Frankfurter und ihres herausragenden Goalies Hildebrand über die Finalbegegnungen.

Die Towerstars verloren früh ihren verletzten Kapitän Vincenz Mayer und etwas später ihren Topscorer Sam Herr, der nach einem Tritt mit den Kufen in die rechte Wade von Carson McMillan mit einer Spieldauerstrafe vom Eis geschickt worden war, aber sie kämpften erbittert gegen das Saisonende. Und doch glichen die Löwen aus, zehn Sekunden vor Ende des zweiten Drittels - wieder durch Faber, wieder in Überzahl, wie beim entscheidenden Treffer am Mittwoch, aus fast gleicher Position.

"Das ist ein klassisches, spannendes Play-off-Spiel. Ravensburg macht es uns sehr schwer, aber wir haben einen Weg gefunden auszugleichen. Jetzt geht es um alles", sagte Löwen-Stürmer Adam Mitchell im Interview mit dem Onlinesender Sprade-TV in der zweiten Drittelpause. Und dann entschied Verteidiger Reid McNeill mit einem Schlagschuss in der 55. Minute die Angelegenheit zugunsten der Löwen, nicht nur für diesen Abend.

"Wir arbeiten seit vier Jahren für diesen Traum", hatte Max Faber vor der Finalserie gesagt - einer von sechs Frankfurtern, die schon 2019 im Finale gegen Ravensburg gestanden hatten. Damals am Ende als Gäste auf der Meisterfeier der Towerstars, nun stieg an gleicher Stelle die Löwen-Party. Die Mission ist vollendet: Vor zwölf Jahren hatten die Vorgänger von den Lions Insolvenz anmelden und sich aus der DEL verabschieden müssen, unter dem Löwen-Namen begann man weit unten wieder von vorne, in der Regionalliga. Nun ist Frankfurt zurück in der ersten Klasse.

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