Kevin Maginot hat das Löwen-Trikot schon in der Saison 2018/19 getragen, nun streift er es wieder über.
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Kevin Maginot hat das Löwen-Trikot schon in der Saison 2018/19 getragen, nun streift er es wieder über.

Eishockey

Zurück unter Löwen

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Dieser neue Verteidiger ist ein alter Bekannter: Kevin Maginot wird wieder ein Frankfurter Löwe. So viele Planstellen sind jetzt gar nicht mehr frei.

Frankfurt -Ein besonderes Bildchen gab es diesmal nicht. Rylan Schwartz, erste Neuverpflichtung zur nächsten Runde, hatte sich mit geschickt selbst zusammengebasteltem Foto vorgestellt, auf dem er neben einem waschechten Löwen in freier Wildbahn grüßte, Tomas Sykora, der zweite neue Stürmer, mit einem ähnlich bearbeiteten Selbstporträt mit Löwe im Hintergrund nachgezogen. Im Fall von Kevin Maginot nun war das Bild zur Vollzugsmeldung am Dienstag ein ganz normales, schlicht in Eishockeymontur, aber in Frankfurter Farben. Und ihn muss man am Ratsweg auch niemandem mehr vorstellen.

Der neue Verteidiger ist ein alter Bekannter - selbst wenn er ein inzwischen etwas anderer Spielertyp ist, wie Franz-David Fritzmeier anklingen lässt. "Er ist hat die letzten zwei Jahre gut gescored und war auch gut im Powerplay, da hat er sich sehr gut weiterentwickelt. Er kommt als kompletterer Spieler mit deutlich mehr Erfahrung zu uns zurück", erklärt der Sportdirektor der Frankfurter Löwen nach einer Rückholaktion, die gar nicht einfach war: Maginot, der inzwischen 26-jährige Mannheimer, war zumindest auf dem Zweitliga-Markt durchaus begehrt.

Nun, da es noch knapp zwei Monate sind bis zum Start der Vorbereitungen auf dem Eis und noch eineinhalb weitere bis zum Saisonbeginn in der DEL 2, formiert sich das Löwen-Rudel langsam, und einen neuen Anführer hat es mit dem vor zwei Wochen vorgestellten Headcoach Bo Subr auch gefunden. Mehr als jedes zweite Gesicht wird ein neues sein, aus dem alten Kader keiner außer den bisherigen elf Weiterverpflichtungen hinzukommen - ausgenommen allerhöchstens den bisherigen Kapitän Adam Mitchell, für den noch ein Hintertürchen offen stehen könnte.

Die Abwehr ist fast komplett

Fast schon komplett sind die Abwehrreihen: Zu Max Faber, Kyle Sonnenburg, Marius Erk, dem jungen Daniel Wirt, dem noch jüngeren Christian Obu und Maginot soll noch ein routinierter ausländischer Verteidiger stoßen, der Vertragsabschluss steht kurz bevor. "Wir haben einen größeren Umbruch und kriegen schon frischen Wind rein. Dadurch, dass wir doch ein paar Abgänge hatten, wollen wir aber auch Erfahrung dazu haben", betont Fritzmeier.

Dabei wird diesmal nur eine von vier zulässigen Planstellen für Spieler ohne deutschen Pass in der Abwehr vergeben statt wie zuletzt zwei. Wohl nicht an Kyle Wood, der Kanadier zieht weiter. "Mit Sonnenburg und Erk haben wir zwei harte Arbeiter, mit Faber und Maginot offensivere Spieler", sieht Fritzmeier die hinteren Reihen bereits gut aufgestellt, ergänzt durch Talent und Routine. Zwischen den Pfosten sieht es ähnlich aus. Zu Bastian Kucis und dem jungen Jonas Gähr, die unter Löwen bleiben, soll sich ein Torwart bestmöglich mit Erfahrung und deutschem Pass gesellen. Gelingt das, können wie geplant drei ausländische Stürmer angeheuert werden - wobei da das Casting noch komplett offen ist.

"Wir wollten bei den Import-Positionen für ausländische Spieler bewusst etwas warten und zuerst die deutschen klar machen. Zumal das auch vom Torwart abhängt", sagt Fritzmeier.

Abgesehen von möglicherweise also drei Import-Stürmern ist man auch in den Angriffsreihen schon recht weit, zumindest hinter den Kulissen. Neben dem Deutsch-Kanadier Schwartz und dem Deutsch-Slowaken Sykora, dessen Onkel Otto als technisch feiner Stürmer aus Eintracht-Zeiten in guten Frankfurter Erinnerungen ist, ist man sich mit einem weiteren Angreifer einig, der in der Liga bereits Spuren hinterlassen hat. Manuel Strodel und Alexej Dmitriev bleiben wie die Talente Darren Mieszkowski.

Bei Buchwieser stehen die Zeichen auf Trennung

Ein weiterer, noch nicht genannter U-24-Spieler steht ebenfalls bereits unter Vertrag, das verriet Fritzmeier bei der Subr-Vorstellung. In der Gerüchteküche heiß gehandelt wird da der aus Heilbronn bekannte Pierre Preto. Fehlt nur ein weiterer erfahrener deutscher Stürmer. Christian Kretschmann verlässt die Löwen, bei Martin Buchwieser stehen die Zeichen auch auf Trennung.

"Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir erstmal mit drei Torhütern, sieben Verteidigern und zwölf Stürmern starten", sagt Fritzmeier. Es werde schließlich ein langer Sommer. Zudem startet die erstklassige DEL früher, vielleicht fällt oben ja noch der eine oder andere junge Spieler durch - für den Frankfurt dann eine gute Adresse wäre.

Da die Regeln der zweiten Klasse pro Spieltag nur 15 Spieler über 24 Jahren zulassen, sind diese Stellen eigentlich schon belegt, das war gar nicht so leicht. "Ich hätte in Corona-Zeiten gedacht, die Gehälter gehen runter, aber das Gegenteil ist der Fall", hat Fritzmeier festgestellt: "Die Preise steigen, auch bei uns. Wir haben einen kleineren Kader, investieren aber mehr in die Spitze, im Rahmen der Möglichkeiten." Die ganze Liga investiere "unglaublich viel Geld", nicht nur Landshut, Ravensburg oder Kassel.

Dass die Löwen wegen Formfehlern bei den Bewerbungen aus Kassel und Dresden nach jetzigem Stand als einzige aufsteigen können, ist so kein Freifahrtschein. Schließlich müssen sie dafür trotzdem Meister werden - und das wollen, schließt Fritzmeier aus seinen Erfahrungen auf dem Transfermarkt, sechs, sieben andere Teams auch. Aufstieg um jeden Preis? Davon kann in Frankfurt keine Rede sein. Die Basis für den nächsten Anlauf aber ist gelegt. Und einen guten Schuss Spielwitz bringt der eine oder andere Neue offenbar mit. Zumindest wenn es um zusammenmontierte Fotogrüße geht.

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