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75 Jahre HLV: Zurück zu den Wurzeln - Feierstunde in Bad Nauheim

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Von: Michael Nickolaus

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Illustre Talkrunde: Unser Bild zeigt Moderation Julia Nestle mit (von links) Gerd Nagel, Hans Baumgartner, Günter Eisinger und Karl Eyerkaufer. © Red

Am 2. Februar 1947 ist Hessische Leichtathletik-Verband in Bad Nauheim gegründet worden. Für die Akademische Feier zum 75-jährigen Jubiläum ist der HLV zu seinen Wurzeln zurückgekehrt.

Laufen, springen, werfen: Die elementaren Bewegungen der Leichtathletik bilden die Basis vieler der traditionellen Sportarten. Bei den Olymischen Spielen wird die Leichtathletik als Königsdisziplin bezeichnet. In Bad Nauheim wurde am Sonntag das 75-jährige Jubiläum des Hessischen Leichtathletik-Verbandes gefeiert. Mit heute rund 100 000 Mitgliedern in 900 Vereinen ist der HLV der drittgrößte Landesverband im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und auf liegt auf Position vier unter den Fachverbänden des Landessportbundes Hessen (LsbH). Aus der Kurstadt, genau genommen dem Stadtteil Schwalheim, stammt im übrigen auch Friedel Pfeiffer, der erste Deutsche Meister über 100 Meter im Jahr 1946.

Klaus Schuder, der neunte HLV-Vorsitzende, blickte in seinem Grußwort zurück auf die Anfänge (69 Mitglieder aus 65 Vereinen hatten den HLV gegründet) und sportlichen Erfolge. Mit Armin Hary (FSV Frankfurt) und Christiane Krause (ASC Darmstadt) stellen hessische Vereine zwei Olympiasieger, mit Birgit Friedmann (Eintracht Frankfurt) und Betty Heidler (Eintracht Frankfurt) außerdem zwei Weltmeister. Harald Schmid (TV Gelnhausen) gewann fünf Europameistertitel. Insgesamt führte der Hessische Leichtathletik-Verband in den zurückliegenden 75 Jahren weit über 100 Deutsche Meisterschaften, 30 Länderkämpfe und fünf Veranstaltungen der IAAF sowie EEA durch.

Zur Feierstunde sprachen Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß, Staatssekretär Stefan Sauer, LsbH-Präsidiumsmitglied Lutz Arndt und DLV-Präsidiumsmitglied Norbert Brenner Grußworte. Per Videoclip übermittelte der DLV-Vorsitzende Jürgen Kessing seine Gratulation. Er sprach von einer »großartigen Entwicklung«, die der HLV genommen habe, rief - getreu dem Jubiläums-Motto - dazu auf, »Geschichte zu bewahren und innovativ nach vorne zu schauen« und dem Breitensport eine großere Bedeutung beizumessen, »um während der Pandemie verlorenes Terrain wiedergewinnen zu können«.

In einer Talkrunde unter der Moderation von Julia Nestle beleuchteten unter anderem die frühern hessischen Spitzenathleten Karl Eyerkaufer (mehrfacher Deutscher Meister, EM-Teilnehmer), Hans Baumgartner (Silber bei den Olympischen Spielen) und Gerd Nagel (EM-Bronze, Teilnehmer bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften) und Trainer Günter Eisinger (formte Hochspringer wie Nagel oder später Ariane Friedrich) kurzweilig den Sport im Wandel der Jahre, vermittelten Anekdoten und warfen einen Blick auf die Herausforderungen der Zukunft.

Der ehemalige Mittelstrecken-Weltrekordler Dr. Franz-Josef Kemper stellte im abschließenden den Festvortag unter dem Motto »Werte, Probleme und Perspekten« die provokante Frage in den Raum, ob es sich bei der Leichtathletik heute um »dopingverseuchten, kommerzialisierten Zirkussport« oder »unverzichtbare Grundsportarten der Gesellschaft« handele. Die elementaren Bewegungsformen seien leicht zu messen und jederzeit verständlich in Metern, Sekunden und Gramm nachzuvollziehen, doch erschweren Themenfelder wie Doping und Kommerz immer mehr die Mitgliedergewinnung und -bindung. Kemper rief dazu auf, die zahlreichen Laufbewegungen stärker in die Vereins- und Verbandsarbeit aufzunehmen, »Erlebniswelten zu schaffen, die Zufriedenheit und Sinn vermitteln, um sich von Konkurrenzangeboten abzuheben«.

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