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Nur schwierig durchzukommen: Mario Fernandes und der TV Petterweil (links) beißen sich an Aufstiegfavorit HSG Pohlheim um Stefan Lex (Mitte) die Zähne aus.

Am Ende wird es deutlich

  • VonPeter Hett
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(hep). In der Handball Oberliga Nord setzte die HSG Pohlheim am Sonntagabend mit einem deutlichen 35:25 (15:12) Erfolg beim starken Aufsteiger TV Petterweil ein deutliches Ausrufezeichen. Darüber, dass der Sieg hochverdient ist, gibt es keine zwei Meinungen. Die Höhe täuscht jedoch drüber hinweg, dass die Gastgeber dem Favoriten zumindest über zwei Drittel des Spiels ein ebenbürtiger Gegner waren und sich der HSG erst in der Schlussviertelstunde ergaben.

Einer schnellen 4:2-Führung (Lex/8.) der Pohlheimer, folgten zehn starke Minuten der Gastgeber, die in eine Petterweiler 6:5 Führung mündeten. Dabei zog die Peschke-Sieben emotionalen Schwung aus Paraden des in der ersten Halbzeit stark haltenden Iteb Bouali im Tor. Die routiniert und clever auftretenden Pohlheimer ließen sich von dem Rückstand jedoch nicht beeindrucken. Lex, Happel und Johannes Träger sorgten mit drei Toren in Folge für eine 8:6 (20.) Führung der HSG und gaben damit die Richtung für den Rest des Spiels vor.

Während die TVP-Abwehr in der ersten Halbzeit im gebundenen Spiel gute Arbeit verrichtete, sorgte eine zu hohe Anzahl von technischen Fehlern für Ballverluste. Mit etlichen leichten Toren über die erste und zweite Welle kam Pohlheim dadurch immer wieder zum Erfolg. Mit Beginn der zweiten Hälfte veränderte der TVP die Abwehrformation. Anstatt des gewohnten 6:0 versuchten sich die Gelb-Schwarzen in einer 5:1-Deckung. Nach dem 17:22 (42.) regierte Petterweils Trainer Martin Peschke mit einer Auszeit und stellte wieder auf die Anfangsformation um. An der überlegenen Spielweise der Gäste änderte das aber nichts. Auch eine weitere Auszeit nach dem 20:26 (48.) konnte das jetzt entfachte Feuer der HSG nicht löschen.

»Ich habe diese Auszeit genutzt und meinen Jungs gesagt, dass es jetzt an der Zeit ist, weiter Gas zu geben und immer weiter zu machen«, sagte Pohlheims Coach Andreas Lex. Seine Mannschaft hatte gut zugehört und zog ihr Spiel bis zum Abpfiff gnadenlos effektiv durch. »Gemeinsam mit Jens (Dapper, Anm. d. Red.) hatten wir vor dem Spiel die Marschroute ausgegeben, mit Blick auf die geringeren Petterweiler Wechselmöglichkeiten, hohes Tempo zu gehen. Das hat die Mannschaft umgesetzt. Die jungen Leute, die aufgrund unserer verletzungsbedingten Ausfälle reinkamen, haben erneut gezeigt, was sie können, und ordentlich Gas geben. Eine starke Leistung von Jan Wüst im Tor hat uns zudem geholfen«, analysierte Lex, der zugab, trotz des Sieges ein weinendes Auge zu haben: »Wir hatten uns sehr drauf gefreut, hier vor einer vollen Halle zu spielen.«

Sein Trainerkollege war hinsichtlich der klaren Niederlage verständlicherweise nicht erfreut. »Der Pohlheimer Sieg geht in Ordnung. Die HSG spielt zu Recht um den Aufstieg mit. Was mich heute ärgert, ist die Art und Weise unseres Auftritts - vor allem nach der Pause. Hinten haben wir keine Zweikämpfe mehr gewonnen, jeder hat isoliert gestanden und vorne wurde nicht glaubhaft genug gespielt«, sagte Peschke. »Generell hatte unser Angriff Probleme mit dem Abwehrblock des Gegners und zu viele Fehler produziert.«

TV Petterweil: Bouali, Schneiker; Wagner (2), Trouvain (1), Bachman (2), Kusan (1), Pfeiffer, Fernandes (5/1), Jonas Koffler (2), Neuhalfen (1), Wassberg (4), Pletz (3), Jankovic (4/3).

HSG Pohlheim: Wüst, Schlegel; Friedl (4/3), Happel (4), Weisel (3), Wüst, Stefan Lex (6), Niclas (2), Drommershausen (2), Lambrecht (2), Kludt, Gilbert (6), Crissi Träger (1), Johannes Träger (3), Wagner (2).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Janine Tafferner/Tanja Tröller (Wettenberg). - Siebenmeter: 5/4 - 4/3. - Strafzeiten: 6 - 6 Minuten. - Zuschauer: 100.

Unsanft gestoppt wird in dieser Szene der Petterweiler Stephan Pletz (rechts) vom Ex-Zweitligaprofi Moritz Lambrecht, der mit seiner HSG Pohlheim einen klaren Sieg in der Wetterau feiert.
Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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