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Außenseiterrolle beflügelt die HSG Mörlen

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Von: Harold Sekatsch

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Die HSG Mörlen um Trainer Kevin Dannwolf und Sebastian Bischof (rechts) will bei den anstehenden Derbys ihre gute Form bestätigen. © Timo Jaux

Die HSG Mörlen hat in der Bezirksoberliga einen Start nach Maß hingelegt. Vor den Derbys in Rockenberg und gegen Friedberg redet Trainer Kevin Dannwolf über die Erfolgsfaktoren.

Fünf Spiele, fünf Siege: Die HSG Mörlen bekleidet derzeit den ersten Platz in der Handball-Bezirksoberliga Gießen. Sicherlich eine schöne Momentaufnahme für Trainer Kevin Dannwolf und sein Team. Vor dem Start in die Saison 2022/23 nannte der Coach als Ziel den Klassenerhalt. Ein weiteres Anliegen, nicht nur in dieser Saison, hatte Dannwolf wie folgt überschrieben: »Die Spieler individuell und mannschaftlich zu entwickeln.« Die Arbeit mit der Mannschaft hat sich ganz offensichtlich schon relativ schnell ausgezahlt, wie die ersten fünf Saisonspiele gezeigt haben. Doch der 33-Jährige macht die Erfolge weniger an sich fest, sondern gibt den latent geworfenen Ball an die Akteure weiter. »Ich bin allgemein sehr stolz auf meine Mannschaft«, verrät Dannwolf und liefert auch gleich die Erklärung hinterher: »Was die Jungs im Training und in den letzten Begegnungen geleistet haben, ist super. Davor habe ich großen Respekt.« Wie dem auch sei, heute Abend (20.30 Uhr) wartet in der Rockenberger Wettertalhalle mit dem Derby bei Gastgeber HSG Wettertal eine extrem schwere Aufgabe auf die HSG Mörlen. Mit 6:2 Punkten gehören die Handballer aus Münzenberg, Gambach und Oppershofen der erweiterten Spitzengruppe an und sind in eigener Halle ein für jede Mannschaft ernst zu nehmender Gegner. Das ist der erste Teil der Mörler Nagelprobe, der zweite folgt zwei Tage später: Am Samstag um 20 Uhr erwartet die HSG Mörlen in der Frauenwaldhalle Nieder-Mörlen mit der TG Friedberg eine Mannschaft, die am Ende der Saison von vielen ganz vorne erwartet wird und in den bisherigen Partien diese Einschätzung auch weitgehend bestätigt hat. Im Vorfeld dieser brisanten Doppel-Aufgabe stellte sich Mörlens Trainer Kevin Dannwolf zum Interview.

Herr Dannwolf, ist es für Sie eine Überraschung, dass Ihre Mannschaft ganz oben in der Tabelle steht? Womit hatten Sie gerechnet angesichts der Tatsache, dass die Vorbereitung alles andere als optimal verlaufen ist?

Ja, es ist definitiv eine Überraschung für mich, dass wir da oben stehen. Allerdings möchte ich das nicht überbewerten, da wir gerade einmal fünf Spiele absolviert haben. Mein Wunsch war es, zu Beginn der Saison Punkte zu holen und so erst einmal auf einem Mittelfeldplatz zu stehen mit der jungen Mannschaft.

Gibt es bei Ihrer Arbeit mit der Mannschaft etwas, auf das Sie besonderen Wert legen?

Besonderen Wert lege ich bei meiner Mannschaft auf eine offene und ehrliche Kommunikation. Damit fahre ich meiner Meinung nach sehr gut, wodurch sich das eine oder andere automatisch regelt. Natürlich ist es auch wichtig, dass alle am gleichen Strang ziehen. Und es ist jedem bewusst, dass das Wohl der Mannschaft im Vordergrund steht.

Sie haben mit der HSG Linden und der HSG Lollar/Ruttershausen zwei Mannschaften geschlagen, die zum engeren bzw. erweiterten Kreis der Titelanwärter gezählt worden sind. Was hat Ihre Mannschaft in diesen Spielen besonders ausgezeichnet?

In erster Linie hat uns die Außenseiterrolle sehr geholfen - vor allem gegen die HSG Linden. Wir konnten befreit aufspielen. Die Jungs hatten Bock und haben alles gegeben. Dass es dann am Ende sogar für einen Sieg gereicht hat, ist natürlich super.

Nun haben Sie zwei schwere Partien, nämlich die Derbys bei der HSG Wettertal und gegen die TG Friedberg, vor der Brust. Was erwarten Sie von diesen beiden Spielen?

Ich erwarte im Spiel bei der HSG Wettertal einen absoluten Kracher. Die Begegnungen gab es in der Vergangenheit schon öfters, und es waren immer spannende Spiele. Die Jungs aus Wettertal werden richtig heiß sein. Wir wissen also, was da auf uns zu kommt. Das Spiel gegen Friedberg ist auf dem Papier natürlich auch ein Derby. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht mehr weiß, wann zwischen Mörlen und Friedberg zuletzt ein Ligaspiel stattfand. Es ist jedenfalls schon etwas länger her. Außerdem ist die TG Friedberg ein anderes Kaliber mit ihrer starken Mannschaft, die den direkten Wiederaufstieg als Ziel anpeilt.

Vor der letzten Saison hat es eine Zäsur bei Ihrer Mannschaft gegeben. Mehrere Leistungsträger haben Ihre Laufbahn beendet und wurden durch junge Spieler ersetzt. Ganz offensichtlich erfüllen die Jungen die in sie gesetzten Erwartungen. Was macht die momentane Stärke der HSG Mörlen aus, und welche Rolle spielen dabei die Nachwuchskräfte?

Aktuelle Stärke… Das ist immer so ein Thema. Ich finde den Zusammenhalt auf und neben dem Feld sehr harmonisch. Die Jungs kennen sich schon sehr lange. Die »Neuen« sind super integriert. Jeder fühlt sich wohl und weiß um seinen Platz in der Mannschaft. Und im Training gibt jeder immer alles. Die jungen Spieler machen ihre Sachen gut, allerdings gibt es keine Alternativen, wenn man bis auf zwei, drei Akteure nur junge Spieler hat. Sie dürfen und müssen also ran.

Wo ist bei Ihrer Mannschaft noch Luft nach oben, und in welcher Hinsicht ist Ihr Team schon gut entwickelt?

Luft nach oben ist noch in allen Bereichen. Was mir allerdings besonders am Herzen liegt: Wir wollen versuchen, unsere Fehlerquote in gewissen Bereichen zu minimieren. Das Thema Entscheidungsverhalten spielt auch eine große Rolle.

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