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Bad Nauheimer Rumpftruppe erkämpft einen Punkt bei den Wölfen

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Von: Christoph Sommerfeld

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Mick Köhler ist es so langsam gewohnt, beim EC Bad Nauheim als Verteidiger aufgeboten zu werden. Am Sonntag fehlen den Wetterauern in Freiburg fünf etatmäßige Abwehrspieler. Hier hat es Köhler mit den EHC-Akteuren Scott Allen (l.) und Chris Billich zu tun. © Achim Keller

Personell ist der EC Bad Nauheim aktuell nicht gerade vom Glück geküsst. Nach dem 1:2 nach Verlängerung in Freiburg lobt Harry Lange vor allem die Moral und das taktische Verhalten des Teams.

(cso). Wüsste man nicht um die Bad Nauheimer Corona-Sorgen, hätte man beim Blick auf die Startformation des Wetterauer Eishockey-Zweitligisten am Sonntag meinen können, dass Trainer Harry Lange beim EHC Freiburg einen Sturm entfachen will. Mit Jerry Pollastrone, Jordan Hickmott, Stefan Reiter, Mick Köhler und Tobias Wörle standen fünf gelernte Stürmer von Beginn an auf dem Eis. Am Ende brachten die Roten Teufel beim 1:2 (1:1; 0:0; 0:0 / 0:1) nach Verlängerung einen Punkt mit nach Hause.

Tatsächlich war die Wahl, die der EC-Coach in Sachen erste Reihe getroffen hatte, natürlich nicht ganz freiwillig. Nach dem »verrückten Freitag« (Lange) mit vier Corona-Verdachtsfällen meldete sich immerhin Julian Chrobot zurück, bei dem sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt hatte. Auch Robin van Calster gehörte nach überstandener Blessur zum Offensiv-Aufgebot. Pascal Steck kam aus Köln dazu. Dafür drückte der Schuh in der Abwehr mehr denn je: Philipp Wachter, der gerade erst seine Auszeit überstanden hatte und am Freitag schon wieder verletzt raus musste, droht erneut eine lange Pause. Wie schlimm seine Schulterverletzung ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Dem EC gehen langsam die Verteidiger aus. Lange musste daher mit Wörle den nächsten Stürmer zum Abwehrspieler umfunktionieren.

Ein gelernter Defensivmann war es nach fünf Minuten, der die Nauheimer in Unterzahl in Führung brachte. Patrick Seifert hatte sich beim Konter mit auf den Weg nach vorne gemacht und erzielte sein zweites Saisontor. Auf der Gegenseite scheiterte Christian Billich an Felix Bick (12.), ehe Christoph Kiefersauer nach einer tollen Kombination nur noch den Schläger hinhalten musste - 1:1 (18.). Der zweite Abschnitt blieb torlos, aber alles andere als ereignisarm. Die Freiburger, zuletzt ebenfalls mit Personalsorgen, wurden besser und hätten durch Scott Allen (27.) oder Calvin Pokorny (33.) in Führung gehen können. Die Roten Teufel hatten allerdings auch ihre Möglichkeiten. Stefan Reiter stocherte glücklos nach einem Rebound (31.) und wirkte zu unentschlossen, als er mit dem Rücken zu EHC-Goalie Patrik Cerveny stand (35.). Zwischenzeitlich dürfte Lange in Schnappatmung verfallen sein, als Seifert nach einem Check behandelt werden musste. Der EC-Verteidiger konnte aber weitermachen.

Im Schlussdrittel wollte es Kiefersauer noch mal wissen, der erst zu genau zielte und dann seinen Meister in Bick fand (50.). Vor dem EHC-Tor warf sich indes Pokorny in einen Tristan-Keck-Schuss (53.). Der Kanadier hätte in der Verlängerung noch mal zum Matchwinner werden können. Reiters Pass kam jedoch nicht an. Im direkten Gegenzug sorgte Nick Pageau mit einem satten Schuss für den Freiburger Zusatzpunkt (62.).

»Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen und bin unfassbar stolz auf die Truppe. Wir haben gewusst, dass wir heute nicht viel Zeit in der Offensive verbringen. Die Jungs haben gekämpft und haben das auch taktisch gut gemacht«, analysierte Lange.

Freiburg: Cerveny - Pokorny, Brückmann, Neher, Pageau, Kaisler, Trinkberger - Kiefersauer, Cerny, Wittfoth, Billich, Allen, McLellan, Bräuner, Finlay, Linsenmaier, Makuzki, Feist.

Bad Nauheim: Bick - Wörle, Mick Köhler, Seifert, Hafenrichter, Ketter, Dobryskin - Hickmott, Reiter, Pollastrone, Keck, El-Sayed, Üffing, van Calster, Chrobot, Herrmann, Leon Köhler, Steck.

Steno / Schiedsrichter: Brill/Singaitis. - Zuschauer: 911. - Tore: 0:1 (5.) Seifert (M. Köhler, Wörle; SH), 1:1 (18.) Kiefersauer (Wittfoth, Pokorny), 2:1 (62.) Pageau (Finlay, McLellan). - Strafzeiten: 2:6 Minuten.

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