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Bezirksoberliga: TG Friedberg geht als Mitfavorit in die Saison

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Von: Harold Sekatsch

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Der Kader der TG Friedberg (hintere Reihe, von links): Marcel Jonscher, Fabian Wolf, Ole Reeb, Radu Balasz, Luca Sattler, Philipp Weide, Eric Zerulla; mittlere Reihe (v. l.): Philipp Engel, Noah Methner, Benedikt Ploner, Tim Durchdewald, Jannik Seibert, Max Beyster; vorne (v. l.): Ansgar Zimmermann, Patrick Engel, Lasse Merten, Lasse Milius, Max Lux. Es fehlen: Trainer Michael Razen, Jonas Biaesch, George Cadar, Physiotherapeutin Jana Pabst. MIRAFOTOGRAFIE © Red

Die Handballer stehen in den Startlöchern. In der Bezirksoberliga ist die TG Friedberg ein Mitfavorit. Von einer durchwachsenen Vorbereitung berichten u.a. die HSG Mörlen und die HSG Wettertal.

Alle wünschen sich wieder eine »normale« Runde - ohne Corona-bedingte Absagen, ohne Quotienten-Regel. Wenn am Wochenende die Bezirksoberliga-Handballer die Saison eröffnen, sind vier Mannschaften aus der Wetterau am Start: die TG Friedberg, die MSG Florstadt/Gettenau, die HSG Mörlen und die HSG Wettertal. Bei der Frage nach den Titelanwärtern wird immer wieder auch Landesliga-Absteiger Friedberg genannt.

Verständlicherweise ist TG-Trainer Michael Razen zurückhaltender. »Mein erstes Ziel ist es, gut durch den September zu kommen und sich in der Bezirksoberliga zurechtzufinden«, teilt er mit. »Unser Toptorschütze Max Beyster wird aller Voraussicht nach wieder Mitte Oktober ins Spielgeschehen eingreifen können«, nennt er einen Grund für seine vorsichtige Bewertung. Am Samstagabend (19 Uhr) trifft die TG in eigener Halle auf die HSG Kirchhain/Neustadt, die in der vergangenen Saison die Aufstiegsrunde erreicht hat, keinen Abgang verzeichnete und nun ganz auf den eigenen Nachwuchs setzt. Ebenfalls mit einem Heimspiel (Sa., 20 Uhr) gegen Fast-Absteiger TV Wetzlar startet die MSG Florstadt/Gettenau in die Saison. Dritter im Bunde der Wetterauer Bezirksoberliga-Klubs ist die HSG Mörlen, bei der sich in personeller Hinsicht wenig getan hat. Die junge Garde startet mit einem Gastspiel bei der HSG Großen-Buseck/Beuern (Samstag, 18 Uhr). Zur gleichen Zeit eröffnet die HSG Wettertal in Münzenberg gegen den TSV Lang-Göns die Saison.

»Es wird schwer«, prophezeit Wettertals Trainer Sven Tauber angesichts bestehender personeller Probleme. In der vergangenen Saison rutschte die Mannschaft in die Abstiegsrunde, der Klassenerhalt konnte erst am letzten Spieltag gesichert werden. Einen solchen Saisonverlauf möchte man sich diesmal ersparen. MSG-Trainer Thorsten Dietzel verwies auf die neuen Regeln und die damit einhergehenden Unwägbarkeiten. Bekanntlich wurde beim Zeitspiel die Zahl der erlaubten Pässe nach dem Zeichen der Schiedsrichter auf vier reduziert. Eine weitere Änderung: Bei einem Kopftreffer gegen den Torhüter, nachdem der Schütze unbedrängt zum Wurf gekommen ist, kann der Werfer mit einer Zeitstrafe belegt werden. Allerdings darf in diesem Fall der Torhüter seinen Kopf nicht in Richtung Ball bewegt haben. Außerdem gilt: Bei der »schnellen Mitte« muss ein Fuß des anwerfenden Spielers nicht mehr zwingend die Mittellinie berühren, sondern es wird ein Mittelkreis mit einem Durchmesser von vier Metern als Anwurfzone eingeführt. Der zweite Fuß muss sich allerdings nach wie vor in der eigenen Hälfte befinden. Außerdem darf kein Spieler der eigenen Mannschaft die Mittellinie überschritten haben.

TG Friedberg: Wolf ist »Mentalitätsspieler«

»Top-Favorit ist für mich Linden«, sieht Michael Razen im Mitabsteiger den Titelanwärter Nummer eins. »Dahinter erwarte ich einen Kampf von vier bis fünf Teams«, ergänzt er, sieht aber auch seine TG in diesem Pulk. Razen berichtet von einer »durchwachsenen Vorbereitung«, bei der bis Ende Juli alles gut gelaufen sei. Positiv bewertet er, dass die Langzeitverletzten wieder das Mannschaftstraining aufgenommen haben, und so seien regelmäßig zwischen 15 und 20 Spieler im Training gewesen. »Der Fokus im Juli lag vor allem im athletischen Bereich und der Einführung eines Gegenstoß-zweite-Welle-Konzeptes«, nennt der Coach zwei Trainingsschwerpunkte. Doch mit dem ersten Trainingslager in der ersten Augustwoche wurde die Zahl der Trainingsteilnehmer dann urlaubsbedingt geringer. »Dennoch bin ich mit den Fortschritten und vor allem der Einstellung im Training sehr, sehr zufrieden«, lobt Razen den Charakter seiner Spieler.

Bis Max Beyster wieder mitwirken kann, »gilt es, die Last auf viele Schultern zu verteilen, wozu wir aber auch die Möglichkeiten haben. Gerade mit Fabian Wolf haben wir einen absoluten Mentalitätsspieler dazugewonnen, der uns vor allem in Kombi mit Patrick Engel enorm viel weiterhelfen wird«, erklärt der Coach. »Die ersten Spiele werden uns schnell zeigen, wo wir stehen, da ich jetzt schon weiß, dass wir in den ersten beiden Partien auf absolute Leistungsträger verzichten müssen.« Bestehen die Friedberger diese Härtetests, kann von der Mannschaft einiges erwartet werden.

Florstadt/Gettenau setzt auf die Jugend

»Nach der langen vergangenen Runde haben wir Mitte Juli motiviert mit der Vorbereitung begonnen«, verrät Trainer Thorsten Dietzel, der zwei Saisonziele nennt: »Die jungen Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren und dann frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern.« Bei der MSG setzt man in dieser Saison ganz auf den Nachwuchs, denn nicht weniger als fünf der sechs Zugänge stammen aus der eigenen Jugendabteilung. Sicherlich ein guter Weg, um die Handballfreunde in Florstadt und Gettenau an sich zu binden. In der vergangenen Saison hat die MSG das Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen, mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde frühzeitig erreicht. In dieser Runde freilich gibt es diese Aufteilung nicht mehr.

Der MSG-Coach verweist auf die bevorstehende lange Saison mit 30 Spieltagen. Durch den frühen Start kann die Runde am 13. Mai 2023 abgeschlossen werden. Die drei Absteiger TG Friedberg, HSG Lollar/Ruttershausen und HSG Hungen/Lich zählt Thorsten Dietzel zu seinen Favoriten, dazu auch die HSG Wettertal!

Mörlen: Schwierige Vorbereitung

»Ich denke, dass das eine sehr schwere Saison wird, vor allem durch die vier guten Absteiger aus der Landesliga«, vermutet HSG-Coach Kevin Dannwolf, der in der vergangenen Saison seine junge Truppe souverän in die Aufstiegsrunde geführt und damit das Abstiegsgespenst sehr schnell verjagt hatte. Das steht auch diesmal wieder ganz oben auf der Wunschliste des Mörler Trainers: »Unser Ziel ist wieder ganz klar, die Klasse zu halten, die junge Mannschaft weiter individuell und mannschaftlich zu entwickeln«, sagt der Übungsleiter, der mit dem Training im Vorfeld der Saison nicht ganz zufrieden war: »Die Vorbereitung war eher durchwachsen. Durch die kurze Pause sind Spieler mehr im Urlaub. Hinzu kommen noch Krankheit und Corona. Da ist normales Training teilweise schwer. Aber wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Ich bin mir sicher, dass es meinen Trainerkollegen da ähnlich geht.« Mit Hungen/Lich, Linden und Friedberg nennt Dannwolf drei Mannschaften, die »um den direkten Wiederaufstieg mitspielen werden«. Wettenberg II und Kleenheim-Langgöns II »wird man auch weit oben finden«.

Wettertal: Tauber hadert mit Verletzten

»Das wird eine sehr schwere Runde. Die Favoriten geben sich das Zepter wahrscheinlich wöchentlich gegenseitig in die Hand«, blickt Trainer Sven Tauber voraus, nennt mit Friedberg, Linden, Lollar und Hungen/Lich seine Favoriten. »Das sind Top-Mannschaften. Dazu kommen die Teams, die in der Bezirksoberliga immer ein Wörtchen mitreden: Wettenberg II, Kleenheim II und Lang-Göns.« Als »aufstrebende Mannschaften« bezeichnet Tauber »die junge und sehr starke Truppe aus Mörlen, ebenso wie das neue Team aus Kirchhain und die routinierte Truppe aus Florstadt«. Die anderen Teams, auch seine HSG, »werden sicher für die eine oder andere Überraschung sorgen, jedoch die zweistelligen Tabellenplätze unter sich aus machen«.

Allerdings sieht es bei Wettertal derzeit alles andere als rosig aus. »Wir konnten kaum mit einer ausreichenden Anzahl an Spielern trainieren, da die Langzeitverletzten noch nicht zurück sind. Lukas Walter könnte im Oktober zum Team stoßen. Marcel Mengel, Danny Hendrischke, Tim Bunfill, Michel Görlach und Jonas Muschalik werden höchstwahrscheinlich 2022 nicht mehr spielen, und wann sie nächstes Jahr zum Team stoßen, ist offen.« Kaum aufzufangen sind für den Wettertaler Coach die Abgänge in die zweite Mannschaft. Aber er sieht auch einen Silberstreif am Horizont: »Deshalb sind wir umso glücklicher, dass wir ein paar Neuzugänge haben und dass die beiden A-Jugendlichen Finn Görlach, Finn Feltgen regelmäßig bei uns sind. Wir werden zusätzlich alle weiteren A-Jugendlichen mit Doppelspielrecht ausstatten.«

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Der Kader der HSG Mörlen (hintere Reihe, von links): Physiotherapeutin Franzi Schnoor, Betreuer Lukas König, Tom Fritz, Bernhard Dietz, Julius Wulf, Mika Berger, Edwin Braun, Lukas Krauße, Co-Trainer Marvin Menges; vorne (von links): Niklas Otto, Lars Rossin, Lars Berlich, Niklas König, Luca Schätzle, Fabian Klug, Daniel Frosch. Es fehlen: Trainer Kevin Dannwolf, Athletiktrainer Alex Löwe, Torwarttrainer Jan Bela Weinem sowie Nick Breitenfelder, Sebastian Bischof, Sebastian Alt, Tobias Anhäuser, Alexander von der Heid. © Red
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Der Kader der MSG Florstadt/Gettenau (hintere Reihe, von links): Trainer Thorsten Dietzel, Max Jankowetz, Betreuer Jürgen Wagner, Steffen Greife, Yannic Wenisch, Bela Stewen, Lukas Peppler, Chris Schildger, Eric Imöhl, Fabio Grosso, Torwarttrainer Peter zur Heiden; vorne (von links): Jannik Schwab, Alex Briesen, Kevin Distl, Marc Popp, Chris Modler, Till Stuckenberg, Miguel Vath, David Potschka. Es fehlen: Co-Trainer Ralf Scherrer sowie Steffen Baumgartl, Robin Paul, Marty Exner, Henning Starck, Aaron Kling. © Red

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