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Keck und Maurer nach Kassel? - Bilanzen, Baustellen und Klauseln

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Von: Michael Nickolaus

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Tolles Ambiente in Ober-Mörlen: Rund 60 Werbepartner waren der Einladung der Roten Teufel gefolgt. Unser Bild zeigt die Talkrunde mit (von links) Moderator Christian Berger, Harry Lange, Jerry Pollastrone, Patrick Seifert und Taylor Vause. © Andreas Chuc

Der Kader wächst; ebenso die Zahl der Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH. In der Planung des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim tut sich nun aber eine Baustelle auf.

Euphorie und Emotionen nach dem Erreichen des Playoff-Halbfinales waren auch zehn Tage nach dem Saisonende noch immer spürbar. Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hatte am Dienstag seine Werbepartner eingeladen. Beim Eventausstatter Party Rent in Ober-Mörlen konnten die Roten Teufel rund 60 Unterstützer begrüßen. - Die Themen des Abends.

Drei kommen, zwei gehen : Die Zahl der Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH wächst kontinuierlich; von einst vier im Jahr 2013 auf nun 15 im April 2022. Als künftige Gesellschafter begrüßt wurden Jürgen Wolf (Wolf Energiesysteme GmbH/Wölfersheim), Kai Steinhauer (Geschäftsführer der Hinnerbäcker GmbH & Co. KG/Wölfersheim) und Gerald Lauerer (Lauerer Steuerberatungs GmbH/Karben). Ihre Anteile abgegeben haben Thomas Roßdeutscher und Michael Schnaubelt. Die GmbH verfüge nun über ein Eigenkapital vom mehr als 250 000 Euro, sagt Martin Schröer, der Sprecher des Aufsichtsrats.

Das sportliche Regal: Er sei noch immer traurig. »Vor der Saison hätte ich die Halbfinal-Teilnahme unterschrieben. Ich denke aber, dass wir nicht weit davon weg waren, noch mehr zu erreichen«, sagt Harry Lange, der Trainer, Das Fundament sei gegenüber der Vorsaison verbessert, jetzt komme es darauf an, »in welchem Regal wir uns personell bedienen können.«

Neben Lange saßen die Profis Patrick Seifert und Jerry Pollastrone zur kleinen Talkrunde auf dem Podium. Als Bonbon wurden deren Vertragsverlängerungen bekannt gegeben. Auch Top-Scorer Taylor Vause war in Ober-Mörlen - weiter an Krücken gehend - präsent. »Wir hatten da etwas ganz Besonderes am laufen. Und wir hatten in der Kabine ein sehr gutes Gefühl, dass wir noch viel mehr erreichen können. Dann verletzungsbedingt nur zuschauen zu können, ist hart, aber eben auch Teil des Sports«, sagt der Kanadier, der im Dezember in Bad Nauheim geheiratet und wenige Wochen später seinen Vertrag um gleich zwei Jahre verlängert hatte. »Bad Nauheim wird immer einen speziellen Platz in unserem Leben haben. Wir möchten es zu einem zweiten oder dritten Zuhause machen«, sagt Vause.

Die wirtschaftliche Bilanz : In der Saison 2021/22 konnten die Einnahmen im Bereich Sponsoring auf die Rekordsumme von 1,3 Millionen Euro gesteigert werden. Man erfahre aktuell sehr viel Zuspruch und positives Feedback, sagt Tim Talhoff, der gemeinsam mit Andreas Ortwein die Geschäfte führt. »Wir haben erfahren, wie Erfolg schmecken kann und wollen natürlich wieder angreifen. Dafür müssen wir wachsen.« Preisanpassungen, auch im Bereich der Tickets, wurden in diesem Zusammenhang angekündigt. Man sei gut durch die Corona-Krise gekommen, berichtet Ortwein. Von allen DEL2-Klubs habe man die wenigsten Staatshilfen in Anspruch nehmen müssen. Jetzt aber bringe der Krieg in der Ukraine auch für die GmbH neue Probleme und Themenfelder. »Wir haben hier aber ein stabiles Umfeld, eine Eishockey-Familie, die zusammenhält. Darauf kann Bad Nauheim stolz sein.«

Das Stadion: Wer hier - angesichtes des passenden Veranstaltungsrahmens - auf Neuigkeiten gehofft hatte, wurde enttäuscht. Erst in der kommenden Woche werde man mit den Fraktionen sprechen und eine 40-seitige Skizze präsentieren, sagt Ortwein. Da können man nicht vorgreifen. Meldungen wurde für den Monat Mai angekündigt.

Das Tuschel-Thema: Zieht’s Tristan Keck zu den Kassel? Die Zukunft des erfolgreichsten Torschützen der Roten Teufel ist das Tuschel-Thema unter den Fans. Keck werde dem bisherigen Assistenz-Coach Hugo Boisvert, der (noch unbestätigt) künftig als Sportlicher Leiter in Kassel tätig sein wird, zu den Huskies folgen - und dort womöglich nicht einmal unter das Ausländerkontingent fallen, heißt es. Die Fakten: Als Importspieler hat Keck in Bad Nauheim keine Zukunft. Da setzt Lange auf einen Center. Der Kanadier Keck besitzt nach Informationenen unserer Redaktion aber einen gültigen Vertrag bei den Roten Teufeln, sofern er zum Zeitpunkt X einen deutschen Pass bekommt. Das Einbürgerungsverfahren läuft. Ob das diesbzüglich fixierte Datum eingehalten werden kann, ist offen. Ebenso, ob Keck angesichts der monetären Verlockung der Huskies überhaupt noch Interesse an einer Zukunft in Bad Nauheim hat.

Die plötzliche Baustelle im Kader: Neben Keck steht auch Philipp Maurer auf der Wunschliste der Huskies. Maurer galt als wechselwillig in Richtung Bad Tölz. Nach dem Abstieg der Oberbayern haben sich die Teufel um einen Verbleib des Torhüters bemüht. Angesichts der deutlichen Differenz zur Offerte der Nordhessen ist das Thema Maurer in der Wetterau aber abgehakt. Das Problem: Kooperationspartner Köln, der bislang seinen dritten DEL-Torwart in Bad Nauheim per Förderlizenz geparkt hatte (einst Bastian Kucis, zuletzt Philipp Maurer) hat signalisiert, U20-Nationalspieler Niklas Lunemann als Nummer eins in der Oberliga Spielpraxis verschaffen zu wollen. Das wiederum würde bei den Roten Teufel erhöhte Kosten auf dieser Personalstelle zur Folge haben.

Brustsponsor: Der EC Bad Nauheim wird nach den positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr erneut Werbeflächen verlosen. Zwei Flächen auf der Brust dazu auf den Stutzen sind zu vergeben. Der Lospreis: 1946 Euro. Das Ziel: 75 Lose sollen verkauft werden. Die ersten 20 Tickets wurden bereits am Dienstag abgesetzt.

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