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Conny Stetzer ist DTB-Vereinstrainerin des Jahres

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Von: Michael Nickolaus

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In ihrem Element: Conny Stetzer steht auf dem Tennis-Court. © pv

Conny Stetzer aus Rosbach wurde vom Deutschen Tennis-Bund ausgezeichnet. »Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht«, sagt sie.

23,77 x 8,23 Meter. Mal Asche, mal Teppich. Hier, auf dem Tennis-Court, ist Conny Stetzer zu Hause. Racket und Filzkugel bestimmen von Kleinauf das Leben der 51-Jährigen aus Rosbach. Vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) wurde die B-Lizenz-Inhaberin nun zur »Vereinstrainerin des Jahres 2021« ernannt. »Ich dachte einfach nur ›Wow«, schildert Stetzer den Anruf von DTB-Ausbildungsleiter Guido Frantzke. In den Tagen darauf stand das Telefon nicht still. »Das honoriert unsere Arbeit. Ohne mein Team wäre dies nicht möglich«, sagt die Grundschul- und Tennislehrerin, die sich vor rund zwei Jahrzehnten selbstständig gemacht hat und mit einem 14-köpfigen Trainer-Team annähernd 1000 Kinder und Erwachsene in der Wetterau und dem Hochtaunuskreis betreut.

Auf dem Tennisplatz groß geworden

Stetzer stammt aus Köppern. Ihr Vater war Vorsitzender des dortigen TVK, der Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre einen Boom erlebte. Ihre Mutter war ebenso ehrenamtlich im Klub engagiert - und so hat Conny Stetzer ihre Kindheit quasi auf der Tennis-Anlage verbracht. Als 14-Jährige spielte sie schon bei der Damen-Mannschaft an Position eins, wechselte spielter in das Verbandsliga-Team in den Kurpark nach Bad Nauheim, war bei Kreis-, Bezirks- und Hessenmeisterschaften immer ein Top Vier--Kandidat. »Zum Sieg hat’s nie gereicht«, lacht sie rückblickend.

Mit Trainerstunden finanzierte sie ihr Studium, leitete in Köppern die Jugendarbeit und übernahm später die »Bereichsleitung Tennis« im damaligen Tennis-Center Rosbach. Im Jahr 2000 folgte er Wechsel von Nieder- nach Ober-Rosbach in die Sportwelt, wo die Herren-Mannschaft ambitoniert in der zweithöchsten Spielklasse antrat.

»Irgendwann wollte ich dann aber mein eigenes Ding machen«, sagt Stetzer. Beim Heimatverein in Köppern bekam sie die Möglichkeit, ihre Tätigkeit an der dortigen Grundschule mit dem Aufbau der Tennisschule zu verbinden. Die guten Kontakte zur Sportwelt und den dortigen Hallenplätzen ermöglichten eine ganzjährige Betreuung. Schnell hatten benachbarte Klubs wie der TC Friedrichsdorf und der TC Burgholzhausen Interesse an einer Zusammenarbeit gefunden, später kamen der TV Nieder-Erlenbach und der TV Sulzbach hinzu. Längst hat Stetzer eine Sieben-Tage-Woche - »und nach wie vor große Freude daran«.

14-köpfiges Team

Auf mittlerweile 14 Coaches ist das Trainer-Team angewachsen. Mit Zsolt Ferndinand hat Stetzer vor zwei Jahren einen ehemaligen ungarischen Davis-Cup-Spieler, der seit langer Zeit auf den Plätzen der Rhein-Main-Region zu Hause ist, als Partner für die Leitung ihrer Schule gewonnen. In ihrem Stab finden sich unter anderem ihre Söhne Jan und Kai Stetzer, Ben Griedelbach und Magnus Müller, die den Kern der Sportwelt-Herrenmannschaft bilden und natürlich eine gewisse Magnetwirkung bei den Hessenliga-Heimspielen 2019 und 2021 hatten und die Identifikation mit dem Team erhöhten. Welcher Tennis-Schüler sieht nicht gerne seinen Trainer unter leistungssportlichen Wettkampfbedingungen auf dem Court? Den Klassenerhalt hat das Team denkbar knapp verpasst. Im Sommer 2022 ist in der Verbandsliga der Titel das Ziel.

Für jeden etwas

Vom Anfänger über den Wiedereinsteiger, vom Kind bis zur Ü80-Generation, vom Gelegenheits- bis zum Leistungssportler - in Kombination mit tennisspezifischem Krafttraining der Sportwelt, vom Einzel- bis zum Gruppentraining: Sie kann auf alle Interessenslagen der Kunden eingehen. »Wir haben die Klubs auch untereinander gut vernetzt, können über Spielgemeinschaften spielstärken-gerechtes Training auch im Winter anbieten und Abwanderungen somit lange Zeit entgegenwirken«, sagt Stetzer, die im Wettkampfspielbetrieb aktiv nur noch als Notnagel zur Verfügung stehen will.

Sie selbst pendelt über die Anlagen der kooperierenden Klubs, fühlt sich in der Ballschule am wohlsten; bei den Kleinsten. »Ja, das sind sicher meine schönsten Stunden, bei den Kindern die Lust auf Bewegung zu sehen.« Den Leistungssport-Bereich decken in erster Linie Ferdinand, Griedelbach, Müller und die Stetzer-Söhne Jan und Kai ab.

Die Tennisschule sieht sich zugleich als Dienstleiter für ihre Vereine. Sie untersützt die Vorstände bei der oft zeitintensiven Planung der Wettkampfsaison, wirbt zudem durch Kooperationen mit Kindergärten und Grundschulen für ihre Vereine. »Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Mehr kann man sich nicht wünschen«, sagt Stetzer.

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