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Wetterauer Trainer sehen mehr Licht als Schatten

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Von: Harold Sekatsch

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Die Wetterauer Bezirksoberligisten liegen gut im Rennen. Vor allem bei der HSG Wettertal und der MSG Florstadt/Gettenau kann man mit der Platzierung zufrieden sein. Am Wochenende sehen sich Merlin Metzger (Mitte, Wettertal) sowie die Florstädter um Henning Starck (9) zum Derby in Münzenberg wieder. UC
Die Wetterauer Bezirksoberligisten liegen gut im Rennen. Vor allem bei der HSG Wettertal und der MSG Florstadt/Gettenau kann man mit der Platzierung zufrieden sein. Am Wochenende sehen sich Merlin Metzger (Mitte, Wettertal) sowie die Florstädter um Henning Starck (9) zum Derby in Münzenberg wieder. UC © Andreas Chuc

Nach dem späten Saisonbeginn gönnt sich die Handball-Bezirksoberliga keine lange Pause. Vor dem Re-Start am Wochenende ziehen die drei heimischen Trainer ein Zwischenfazit.

Wetterau – Mit einer sehr kurzen Weihnachtspause trägt die Handball-Bezirksoberliga dem späten Saisonbeginn Rechnung. Schon am Wochenende geht’s weiter. Zur Gruppe 2 gehören die Wetterauer Mannschaften MSG Florstadt/Gettenau, HSG Wettertal und HSG Mörlen, die mitunter um den Einzug in die Aufstiegsrunde kämpfen. Auch wenn die heimischen Teams nicht unbedingt den Landesliga-Aufstieg im Visier haben, so bedeutet das Erreichen dieser Runde auf jeden Fall den sicheren Klassenerhalt.

Während Mörlen turnusmäßig noch spielfrei ist, bekommen es die beiden anderen Teams im direkten Duell (So., 17 Uhr) in Münzenberg miteinander zu tun. Gastgeber Wettertal und Florstadt/Gettenau liegen nur einen Punkt auseinander. Mit einem Sieg könnten sich die Wettertaler auf Platz zwei hieven und ihre Aussichten auf das Erreichen der Aufstiegsrunde erheblich verbessern. Es bleibt eng im Kampf um die begehrten Plätze. Vor dem ersten Spieltag im neuen Jahr schätzen die Trainer der Wetterauer Bezirksoberligisten Thorsten Dietzel (MSG Florstadt/Gettenau), Sven Tauber (HSG Wettertal) und Kevin Dannwolf (HSG Mörlen) die Lage in der Liga ein, blicken zurück, aber auch voraus. Festzustellen ist dabei: Rundum unzufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf ist eigentlich niemand, auch wenn die drei Übungsleiter unterschiedliche Positionen auf der Zufriedenheitsskala einnehmen. Dietzel bemängelt das Leistungsgefälle seines Teams zwischen Heim- und Auswärtsspielen, bewertet das bisherige Abschneiden seiner Mannschaft bei 6:4 Punkten aber als über den Erwartungen liegend. »Genauso viel Licht wie Schatten« hat indes Tauber bei seinen Schützlingen gesehen. Allerdings hätten verletzungsbedingte Ausfälle ein besseres Abschneiden verhindert. Bei 5:5 Punkten sind die Wettertaler noch gut im Rennen. »Man merkt, dass sich in der Entwicklung der Spieler etwas tut«, begründet Mörlens Coach Dannwolf seine positive Einschätzung. Seine junge Mannschaft (5:7 Punkte) kann aus eigener Kraft das Klassenziel vorzeitig erreichen. (se)

Sven Tauber
Sven Tauber © Nicole Merz

Sven Tauber (HSG Wettertal): »Es ist eine zähe Geschichte«

Herr Tauber, Sie waren nach einer weniger optimalen Vorbereitung nicht optimistisch. Derzeit ist Wettertal Dritter. Wie bewerten Sie die Leistung der Mannschaft bisher?

Die Leistung schwankt. Die Langzeitverletzten und die angeschlagenen Spieler machen eine bessere Platzierung nur schwer möglich. Es gab genauso viel Licht (Langgöns, Kleenheim und Mörlen) wie Schatten (Florstadt und Linden).

Sie hatten im Oktober gesagt, bei einem kompletten Kader von den Top-3 träumen zu dürfen. Wird aus dem Traum Realität?

Ja, es liegt an uns. Vor allem daran, wie wir die Spiele gegen Florstadt, Langgöns und Kleenheim bestreiten. Da sind vier Punkte Pflicht, wenn man weiter von den ersten drei Plätzen reden möchte. Klappt das nicht, muss man zusehen, nicht ganz nach unten zu rutschen. Die Staffel ist sehr eng.

Ist die Truppe mittlerweile eingespielt?

Nein, da immer neue Verletzungen dazu gekommen sind, ist das Einspielen nach wie vor schwer. Uns geht es wie den meisten Mannschaften, es ist eine zähe Geschichte. Man schaut von Woche zu Woche.

Wie sehr wurde ihre Arbeit durch die Pandemie beeinträchtigt?

Die Pandemie ist diese Runde nicht das Problem – eher die lange Pause. Dadurch gab es viele Verletzte. Bei uns sind alle geimpft. Corona ist ein Störfaktor, aber nicht mehr.

Am Sonntag steht das Derby gegen Florstadt/Gettenau an. Was erwarten Sie?

Ich hoffe und erwarte, dass das Team das Hinspiel-Ergebnis wieder gutmacht. Da waren wir chancenlos. SE / FOTO: NIC

Thorsten Dietzel während einer Ansprache.
Thorsten Dietzel während einer Ansprache. © Timo Jaux

Thorsten Dietzel (MSG Florstadt/Gettenau): »Anzahl der technischen Fehler erhöht«

Herr Dietzel, Sie sind – bei aller Zurückhaltung – durchaus optimistisch in die Saison gestartet. Derzeit liegt die MSG Florstadt/Gettenau auf Rang zwei. Was sagen Sie zur Leistung Ihrer Mannschaft bisher? Was hat gut geklappt, was weniger gut?

Wir haben 6:4 Punkte, damit liegen wir über unseren Erwartungen. Wir haben allerdings ein Gefälle zwischen den Heim- und Auswärtsspielen. Gerade in den Spielen gegen Linden und Rechtenbach hatten wir sehr viele Probleme im Angriff. Sehr zufrieden sind wir mit unserer Abwehr und dem Torwartspiel. Gerade bei Letzterem hatte ich zunächst Sorgen. Kevin Distl und Marc Popp konnten bisher noch kein Spiel machen, Helmut Michalke und Chris Modler sind eingesprungen und haben das hervorragend gelöst. Ein Verdienst unseres Torwarttrainers Peter zur Heiden.

Ihr Ziel war es, die Homogenität der Mannschaft zu verbessern. Wie gut ist das gelungen?

Ehrlich gesagt, hatte ich mir das leichter vorgestellt. Daran arbeiten wir weiter. Das dauert im Amateur-Handball natürlich länger, weil neben der geringeren Anzahl an Trainingseinheiten die Spieler immer mal wieder fehlen.

Sie hatten im Oktober gesagt, dass die lange Pause Spuren hinterlassen hat. Konnten diese Spuren inzwischen beseitigt werden?

Ich persönlich finde, dass sich die Anzahl der technischen Fehler deutlich erhöht hat. Wir arbeiten deshalb an der Ballsicherheit in Drucksituationen.

Wie sehr wurde ihre Arbeit durch die Pandemie beeinträchtigt?

Das ist schon zum Teil eine schwierige Situation. Tritt ein positiver Corona-Fall auf, merkt man schon eine gewisse Verunsicherung innerhalb der Mannschaft. Ein Spielrhythmus war leider auch nicht gegeben: Vor der Partie in Kleenheim hatten wir an drei Wochenenden spielfrei.

Am Sonntag sind Sie im Derby bei der HSG Wettertal zu Gast. Was erwarten Sie für das Spiel in Münzenberg?

Der zweite Platz ist eine schöne Momentaufnahme, aber Wettertal ist der klare Favorit. Im Hinspiel hatte Wettertal noch eine lange Verletztenliste, daher wird nun eine andere Mannschaft auflaufen. Wir wollen das Spiel so lange wie möglich offen halten und Wettertal etwas zum Nachdenken bewegen. SE / FOTO: JAUX

Kevin Dannwolf (mittlere Reihe, ganz links)
Kevin Dannwolf (mittlere Reihe, ganz links) © Red

Kevin Dannwolf (HSG Mörlen): »Richtig Bock auf Handball«

Kevin Dannwolf, Sie haben vor der Saison durch den Verlust von erfahrenen Spielern, Leistungsträgern und Torjägern die Mannschaft verjüngen müssen, mit allen Vor- und Nachteilen. Wie bewerten Sie die Leistung Ihrer HSG Mörlen nach den ersten sechs Spielen? Wie sehr wurde ihre Arbeit durch die Pandemie beeinträchtigt?

Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich weitestgehend zufrieden. Vor allem unter Berücksichtigung der aktuellen Situation durch die Pandemie. Man weiß nie, was einen in den kommenden Tagen erwartet. Das ist für Trainer und Mannschaft nicht einfach. Auch auf die Entwicklung der jungen Spieler hat das Einfluss, aber auch da möchte ich mich nicht beklagen. Bis jetzt konnten wir durchtrainieren und mussten kein Spiel bzw. Training Corona-bedingt absagen. Man merkt, dass sich in der Entwicklung der Spieler etwas tut. Es braucht durch die Pandemie allerdings einfach noch mehr Zeit.

Der Weiterentwicklung der Mannschaft haben Sie einen hohen Stellenwert eingeräumt. Haben Sie auf diesem Gebiet schon den einen oder anderen Schritt nach vorne gemacht?

Klar fehlt uns ein Spieler, der durch seine Erfahrung auch eine Partie alleine entscheiden kann. Das würde sicherlich in der ein oder anderen Situation helfen. Solch einen Akteur haben wir nicht, dafür aber eine junge Mannschaft, die komplett mitzieht und richtig Bock auf Handball hat, was man in jedem Training spürt. Das hat natürlich auch positiven Einfluss auf die Entwicklung der Spieler.

Sie hatten wegen der langen Pause in der Vorbereitung einen besonderen Wert auf die Handball-spezifische Belastung gelegt. Hat sich das in den Punktspielen ausgezahlt?

Ich denke schon, dass die sportartspezifische Belastung in der Vorbereitung positive Auswirkungen hatte, da wir so gut wie keine Verletzungen in der Mannschaft hatten. So etwas wirkt sich auch positiv auf die Punktspiele aus.

Mit 5:7 Zählern liegt die MSG Mörlen in der Tabelle auf Rang fünf und damit in Tuchfühlung zu den Plätzen, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigen. Wie sehen Sie Ihre Chancen im weiteren Saisonverlauf?

Ich finde, dass alles sehr eng ist – egal, ob man nach oben oder nach unten in der Tabelle schaut. Je nach dem, man ist schnell oben mit dabei oder eben ganz unten drin. Daher halte ich weiterhin an meiner Aussage fest, dass wir die Klasse halten wollen. SE / FOTO: PRIVAT

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