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DEL-Chef Tripcke: »Da liegt noch die Krux«

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Gernot Tripcke istz seit Mai 2000 Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga. © Red

Seit der Saison 2020/21 gibt es zwischen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und der DEL 2 wieder Auf- und Abstieg. Wie ist die Situation aktuell? Darüber haben wir mit DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke gesprochen.

Herr Tripcke, wie ist die Stimmung aktuell bei den DEL-Klubs in Sachen Auf- und Abstieg?

Das Thema ist momentan weit weg. Letztes Jahr war Corona eine Belastung, aber sicher auch eine willkommene Ausrede für manche Teams. Ich hoffe, dass es solche Beeinträchtigungen nicht wieder geben wird. Man muss sich im Eishockey auch erst einmal wieder daran gewöhnen, dass ein Team absteigen kann. Das Thema wird im Laufe der Saison bestimmt noch größer werden, aber momentan ist es nicht in der Diskussion.

Liegt das auch daran, dass die bisherigen Aufsteiger Bietigheim und Frankfurt stark aufgespielt haben?

Ja, definitiv. Als Liga-Verantwortlicher muss ich sagen, dass es mir egal sein muss, welche 14 Klubs bei uns spielen. Wichtig ist, dass das System funktioniert und keiner aufsteigt, der sportlich oder wirtschaftlich keine Chance hat. Potenzielle Absteiger freuen sich natürlich eher weniger, dass Frankfurt gut mitspielt. Denen wäre es sicher lieber, die Löwen wären weiter unten in der Tabelle.

Wurde die DEL 2 in der Vergangenheit von der DEL zu klein gemacht?

Es gibt schon Unterschiede zwischen den Ligen. Man merkt an den Aufsteigern Frankfurt und Bietigheim, dass man einen Stamm braucht, mit dem man weiterkommt. Aber beide Teams mussten sich auf den Schlüsselpositionen verstärken. Ich glaube nicht, dass man mit einer reinen Zweitliga-Mannschaft in der DEL bestehen kann. Trotzdem ist der Weg nicht so weit und du kannst es mit punktuellen Verstärkungen schaffen. Das wird schon wahrgenommen. Vor allem die Sportlichen Leiter schauen auch immer in der DEL 2, wie sich Ausländer und Talente schlagen.

Mit Krefeld, Kassel und Dresden dürfen in dieser Saison drei Teams aufsteigen. Ist diese Zahl eine gescheite Voraussetzung für Auf- und Abstieg?

Es ist wichtig, dass möglichst viele Standorte in der zweiten Liga in Frage kommen, damit es für die DEL 2 und uns Sinn ergibt - in der Wahrnehmung, in der Regelmäßig- und Planbarkeit sowie, um sich an diese Tradition wieder zu gewöhnen. Es darf aber nicht sein, dass wir jetzt sagen, man kommt mit jedem kleinen, womöglich fernsehuntauglichen Stadion in die Liga. Da liegt noch die Krux. Es wäre schön, wenn sich viele Standorte DEL-tauglich machen - und das nicht nur abhängig von einem großen Geldgeber.

Die Vereinbarung mit der DEL2 läuft bis 2026, eine Kündigung müsste zwei Jahre vorher ausgesprochen werden. Wie wahrscheinlich ist es, dass diese 2024 gezogen wird?

Das kann man noch nicht abschätzen. Es wird darauf ankommen, wie gut das System weiterhin funktioniert. Wenn jetzt zweimal kein Team aufsteigt, wäre das sicher ein Grund, das Thema zu diskutieren. Ich hoffe aber, dass es funktioniert. Es sollte nicht die Regelmäßigkeit werden, dass ein Team DEL-2-Meister wird, das nicht aufsteigen kann oder will. Wichtig ist, dass es nicht so läuft wie vor 15 Jahren, als Auf- und Abstiege nicht funktionierten und am Grünen Tisch entschieden wurden. Das war damals eins der Hauptargumente für die Abschaffung.

Wie ist Ihr Fazit für die ersten beiden Jahre mit Auf- und Abstieg?

Das ist zwar noch nicht repräsentativ, aber momentan läuft es ganz gut. Ich bin da guter Dinge, dass es sauber und spannend bleibt. Wir peilen an, wieder zu einer Ligagröße von 14 Teams zu kommen. Das ist eine gesunde Größe. Auf 16 oder 18 Mannschaften aufzustocken, halte ich nicht für sinnvoll. Da hat man schiefe Tabellen, die zweite Liga blutet aus, das Gefälle in der DEL wäre umso größer.

In der DEL gibt es keine Playdowns. Warum?

Das ist vertraglich geregelt, und dafür gibt es viele Argumente. Es ist das Fairste, wenn ein Team, das nach 52 Spieltagen Letzter ist, auch absteigt - und nicht ein Tabellenelfter, der womöglich nur aufgrund der Tordifferenz in die Playdowns gerutscht ist und dort dann wegen zusätzlichem Verletzungspech absteigt. Auch eine Relegation gegen den Zweitligameister ist nicht machbar, da beide Teams im Ligabetrieb mit unterschiedlich vielen Ausländern spielen und die DEL2-Playoffs viel später beendet wären als die Saison der DEL-Klubs.

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