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Wolfgang Gastner, Geschäftsführer der Nürnberg Ice Tigers, ist besorgt angesichts der politischen Maßnahmen .

DEL-Klub stellt Abstieg infrage

(sid). Zuschauerbeschränkungen in Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg sind beschlossene Sache. Damit kommen besonders auf viele Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und der Basketball Bundesliga (BBL) wieder wirtschaftliche Probleme zu.

Es geht wieder ans Geld, und über allem schwebt auch noch das Schreckgespenst Abstieg. Deshalb wünscht sich Wolfgang Gastner von den Nürnberg Ice Tigers jetzt eine Kehrtwende. »Ohne drohenden Abstieg hätten wir Sicherheit und eben nicht nur wir, alle Klubs«, sagte der Geschäftsführer des Vertreters aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Doch die Hoffnung auf eine Aussetzung der Regel wird sich wohl zerschlagen. »Wir haben einen gültigen Vertrag mit der DEL2. Und einen Vertrag kann man nicht einseitig ändern«, betonte DEL-Boss Gernot Tripcke im Gespräch mit dem Sportinformationsdienst.

Auch wenn über das Thema »nachlesbar bei den Klubs« diskutiert werde. Nach derzeitigem Stand wird es erstmals seit 15 Jahren wieder einen sportlichen Absteiger geben. Von 15 Teams muss mindestens eines runter, eventuell sogar zwei.

Grund für seinen Vorstoß sind die Maßnahmen für den Sport in Bayern. Diese sehen eine Auslastung von Hallen und Stadien von maximal 25 Prozent vor.

Gastner, für dessen Klub die bevorstehenden Zuschauerbeschränkungen wirtschaftlich, wie für alle bayerischen Konkurrenten, Folgen haben, hat für den Schritt viel Verständnis. »Bei diesen Zahlen, bei diesen Hospitalisierungsinzidenzen bleibt doch gar keine andere Wahl«, sagte Gastner nordbayern.de: »Die Politik musste handeln.«

Für Tripcke ist es »natürlich ein Rückschlag«, durch die Beschränkungen seien »das schon wieder so geringe Kapazitäten, bei denen man sich überlegen muss, ob man überhaupt aufmacht. Die Kosten und der Aufwand, nicht zuletzt für die Kontrollen, sind im Verhältnis zu den wenigen Zuschauern immens.«

Fünf bayerische Klubs spielen in der DEL, in der Basketball Bundesliga (BBL) sind es ebenso viele und die Probleme natürlich die gleichen. »Wenn das jetzt temporär so ist, dann ist es halt so«, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz: »Es ist kein Wunschkonzert, wir können uns ja auch nicht abkoppeln.«

Durch die Bestimmungen gebe es natürlich »unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen« für die Vereine, so Holz, »wirtschaftlich und von der Stimmung«. Die Bezeichnung Wettbewerbsverzerrung sei ihm in diesem Zusammenhang aber »zu dramatisch«.

Eine Aussetzung des Abstiegs wegen der besseren finanziellen Planbarkeit wird in der BBL-Führung nicht diskutiert. »Das Thema kommt jedes Mal aus der Kiste«, sagte Holz: »Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen.« Er habe für so einen Schritt bislang »keinen Grund gesehen«.

Noch schlimmer als die bayerischen Klubs trifft es die aus Sachsen. So sind wegen der hohen Corona-Zahlen im Bundesland seit Montag gar keine Zuschauer mehr bei Sportveranstaltungen zugelassen. Holz versteht den harten Schritt »logischerweise. Wir leben ja auch nicht auf einer Insel.« Der Ligaboss hatte zuletzt zwar betont, dass Geisterspiele »nicht verhandelbar« seien. Nun muss er doch damit leben. »Es wäre fatal, wenn das wieder flächendeckend käme«, sagte Holz. Aber es sei letzte Woche eben »alles schon wieder rasend schnell« gegangen. »Die Zahlen steigen.«

Nachgezogen hat auch Baden-Württemberg Die Landesregierung veröffentlichte am Dienstagabend eine neue Corona-Verordnung, die bereits in Kraft ist und laut der Stadien und Sporthallen nur noch zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden dürfen. Außerdem kommt fortan die 2G-plus-Regel zum Einsatz: Ausschließlich Geimpfte und Genesene mit einem negativen tagesaktuellen Schnell- oder PCR-Test erhalten Einlass.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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