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Dieser Florstädter spielt um den Aufstieg in die 2. Bundesliga

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Als Linkshänder ist Dennis Gerst aus Florstadt bei der HSG Hanau auf der rechten Außenbahn zu Hause. © Imago Sportfotodienst GmbH

Ambitioniert und demütig - so könnte man Dennis Gerst beschreiben. Der Linkshänder startet am Wochenende mit der HSG Hanau in die Aufstiegsrunde der 3. Liga.

Die Drittliga-Handballer der HSG Hanau mischen in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga mit - und ein Wetterauer ist mittendrin. Der in Florstadt lebende Dennis Gerst ist bei den Grimmstädtern auf der rechten Außenbahn gesetzt. Am Sonntag startet er mit seiner Mannschaft in die Playoffs.

Seit 2018 spielt Gerst für die Blau-Weißen. Zum zweiten Mal bereits, denn schon in der A-Jugend hatte er einst in Hanau seine Tore geworfen. Drei Jahre (2012 bis 2015) lang lief der heute 27-Jährige danach für seinen Heimatverein HSG Kahl/Kleinostheim in der Oberliga auf, in der Folge ebenso lange für den Drittligisten TV Gelnhausen.

In Hanau - das wird deutlich - fühlt sich Gerst jedenfalls pudelwohl. »Für Drittliganiveau ist das wirklich ein sehr familiärer Verein, jeder kennt jeden, die Mannschaft ist extrem zusammengeschweißt«, erzählt der Linkshänder. Nicht nur das: Die HSG ist obendrein höchst ambitioniert. 2012 ging es aus der Landes- in die Oberliga, 2016 weiter in die 3. Liga. Seitdem hat sich Hanau dort nicht nur zu einem Top-Team gemausert, sondern sich vor allem auch stark professionalisiert. Das Fernziel: Die 2. Bundesliga, in der mit dem TV Hüttenberg zurzeit nur ein hessischer Vertreter dabei ist.

Ob das schon in dieser Saison gelingt? Das ist dann doch eher zweifelhaft. Als Vizemeister ihrer Staffel bekommen es die Hanauer in ihrer Aufstiegsrunden-Gruppe etwa mit der Profitruppe der HSG Krefeld Niederrhein oder dem letztjährigen Zweitligisten HSG Konstanz, der in seiner Staffel 20 von 22 Partien gewonnen hat, zu tun. Die Gruppe wird komplettiert von den SGSH Dragons aus dem nordrhein-westfälischen Schalksmühle, der SG Pforzheim/Eutingen und dem VfL Pfullingen.

Nach einer Einfachrunde spielen die jeweils besten beiden Teams dieser und einer weiteren Gruppe überkreuz in Hin- und Rückspiel die beiden Aufsteiger aus. »In dieser Gruppe unter die ersten zwei zu kommen, wird ein brutal schweres Unterfangen. Wir wollen das natürlich gerne schaffen. Aber wir sind auch demütig genug, um zu wissen, dass wir so weit wahrscheinlich noch nicht sind«, sagt Gerst. Der Startschuss zur Aufstiegsrunde fällt am Sonntag (17 Uhr) mit dem Heimspiel in der Main-Kinzig-Halle gegen Konstanz.

Dann wollen die Grimmstädter jene letzten Prozentpunkte wieder aufs Parkett bringen, die in der Hauptrunde zur Staffel-Meisterschaft fehlten. Lange thronte die HSG an der Spitze, ehe dann der Endspurt missriet. Sechs seiner zehn Minuspunkte handelte sich Hanau in den letzten fünf Partien ein, musste schließlich dem HC Erlangen II den Vortritt lassen. »Als wir die Aufstiegsrunde erreicht hatten, ist bei jedem eine Last abgefallen. Da konnten wir die Spannung nicht mehr aufrechterhalten«, resümiert Gerst.

Mit einem schlechten Gefühl gehen die Hanauer trotzdem nicht in die Playoffs - auch dank eines Films. Genauer gesagt: Dank einer 36-minütigen Dokumentation über die letztjährige Aufstiegsrunde, die HSG-Kommunikationsleiter Thomas Tamberg produziert hat. »Das«, erzählt Gerst, »hat noch mal einen krassen Motivationsschub gegeben.«

Unabhängig davon, wie die Aufstiegsrunde für die HSG Hanau ausgeht: Der Flügelflitzer aus Florstadt, der ein duales Studium als Fitnessökonom absolviert, wird den Grimmstädtern auch in der nächsten Saison treu bleiben. Auch wenn ein Umbruch bevorsteht. Auch wenn die Anzahl der Trainingseinheiten von vier auf fünf ansteigt. Inklusive Spiel wird dann ab der nächsten Spielzeit an sechs Tagen pro Woche Handball auf Gersts Wochenplan stehen. »Natürlich habe ich darüber nachgedacht, ob ich das zeitlich mitmachen möchte. Mit allem Drum und Dran bin ich pro Training gut vier Stunden eingebunden. Aber ich möchte den erfolgreichen Weg mit der HSG weitergehen und den Umbruch mitgestalten.« Allein: Das Traineramt beim zweiten Frauenteam der HSG Oberhessen, das er seit Sommer 2019 innehat, wird Gerst aus zeitlichen Gründen nach dieser Saison abgeben.

Florian Deis

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