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Der unerwartete Höhenflug

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Von: Markus Röhrsheim

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Dieudonne Mubenzem weg, Merlin Fuss weg - aber Niklas Theiß (9) ist da, die neue Linkshänder-Entdeckung des TV 05/07 Hüttenberg. JENNIVER-FOTOGRAFIE © pv

(mro). Was hat der TV Hüttenberg in den vergangenen beiden Zweitliga-Spielzeiten an Personal verloren? Von Iko Weber bis hin zu Tomas Sklenak! Und dann spielen die Handballer mit dem Rückraum-Dreigestirn Dominik Mappes, Hendrik Schreiber und Ian Weber eine echt sensationelle Vorrunde 2021/22. Bevor es Anfang Februar nach der EM wieder in der Liga weiter geht, haben die Zweitligisten die Vorrunde abgeschlossen.

Zeit für einen kurzen Rückblick auf 19 Spieltage.

Im September startete die Liga bei niedrigen Inzidenzen in die neue Saison. Endlich wieder vor Zuschauern bedeutete auch für den TVH nach einem Jahr Rittal-Arena die Rückkehr ins heimische Sportzentrum. Trotz einiger Spielausfälle, die auch den TVH mit dem kurzfristig verlegten Spiel gegen Dessau-Roßlau betrafen, ist die Tabelle recht aussagekräftig.

Die Liga ist stark besetzt. Jeder kann jeden schlagen. Umso erstaunlicher ist die bisherige Punktausbeute des Originals aus Mittelhessen. 24:12 Zähler bedeuten Rang vier im dichten vorderen Tabellendrittel. Für eine Mannschaft, die mit dem Saisonziel angetreten ist, schnellstmöglich 30 Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln, eine tolle Ausbeute.

Die im Sommer neu formierte Hüttenberger Truppe nahm die Herausforderung mit nur noch einem Linkshänder, dem gerade einmal 18-jährigen Niklas Theiß, im Rückraum bestens an. Erstaunlich schnell harmonierten die drei etatmäßigen Mittelmänner Schreiber, Weber und Mappes in der Rechtshänder-Rückraum-Variante, setzten mit einem Sieg gegen den Bergischer HC beim Linden-Cup ein Ausrufezeichen und überstanden auch die erste Pokalrunde beim Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang souverän.

Mit diesem Selbstvertrauen glückte auch der Start in die Saison mit einem Triumph bei Erstliga-Absteiger Ludwigshafen sowie einem Kanter-Heimsieg gegen Ferndorf. Auch in der Folge ließ sich das junge TVH-Team nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen. Die Auswärtsniederlagen in Gummersbach oder Nordhorn wurden mit alles anders als selbstverständlichen Siegen gegen Elbflorenz, in Coburg oder gegen Eisenach gekontert. Der Niederlage in Bietigheim ließen die Blau-Weiß-Roten einen 9:1-Lauf folgen. Und wer nach den zwei klaren Pleiten in Emsdetten und zu Hause gegen Rostock, als die zweite Halbzeit mit zehn Toren verloren ging, befürchtete, dass die Kräfte zum Jahresende ausgehen, wurde eines Besseren belehrt. Der starke Erstliga-Absteiger TUSEM Essen wurde zwei Tage vor Weihnachten punktlos nach Hause geschickt.

Heimkehrer Mappes zeigte ab dem ersten Spieltag, dass er das Hüttenberger Spiel auf eine andere Ebene heben kann. Der zweitbeste Vorlagengeber und Torschütze der Liga wurde auch mehrfach in der Mannschaft des Spieltags geführt. Doch der Star ist das Team. »Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Das war an Leidenschaft, Kampfbereitschaft und Einsatz nicht zu toppen. Es spielt keine Rolle, mit welcher Formation sie auflaufen, da sie immer als Mannschaft und geschlossene Einheit auflaufen«, zieht Trainer Johannes Wohlrab verständlicherweise ein sehr zufriedenes Zwischenfazit. Erstaunlich, wie sich selbst die in ihrer ersten oder zweiten Zweitligasaison spielenden Youngster, einbringen und Verantwortung übernehmen.

Da zudem immer wieder der eine oder andere einen absoluten Sahnetag erwischt, fügen sich die Puzzleteile für den bisherigen Erfolg der Hand-baller aus Hochelheim und Hörnsheim Stück für Stück zusammen. Solche Ausreißer nach oben gab es bei Niklas Theiß in Hamm, Ian Weber zuvor gegen Essen oder auch bei Hendrik Schreiber gegen Ferndorf.

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