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Dennis Geh vom SC Dortelweil (links) versucht, Cristian Bodea vom SKV Beienheim am Abspiel zu hindern.

Fussball-Gruppenliga:

Die Gruppenliga-Zwischenbilanz, Teil I: Die »Überflieger«

  • VonLeon Alisch
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Sieben Vereine aus dem Fußballkreis Friedberg spielen in der Gruppenliga Frankfurt-West. Teil eins unserer Zwischenbilanz beschäftigt sich mit dem SC Dortelweil und dem SKV Beienheim.

Vier Monate lang lief der Fußball auf Hochtouren, jetzt ist erstmal Pause! Die Gruppenliga Frankfurt-West hat sich am Sonntag mit dem 21. Spieltag in die Winterpause verabschiedet. Bittere Pleitenserien, fulminante Flutlichtspiele, überraschende Wendungen und vieles mehr liegen hinter den sieben Wetterauer Vertretern der Liga. Zeit, Bilanz zu ziehen. Thema heute: Die »Überflieger«.

SC Dortelweil

Der SC Dortelweil steht nach 20 Spielen an der Tabellenspitze. Für die Bad Vilbeler Vorstädter läuft die Saison bislang wie nach Maß. Keine Niederlage, 17 Siege und 80 Tore. Die Dortelweiler Mannschaft schob sich am 17. Spieltag an den Sportfreunden Friedrichsdorf vorbei an die Tabellenspitze - was nur eine Frage der Zeit war. Denn Dortelweil brilliert in dieser Runde mit unglaublicher Konstanz und scheint die »Spitzenreiter-Mentalität« verinnerlicht zu haben: »Klar hatten wir auch mal schwächere Halbzeiten, wichtig ist jedoch vor allem, dass wir sehr selbstkritisch sind. Wir sind auch mal nach einem 3:0-Sieg unzufrieden und wollen uns immer verbessern. Die Mannschaft hat das so auch verinnerlicht«, sagt Co-Trainer Julian Mistetzky.

Grundsätzlich scheint die Truppe in Dortelweil sehr homogen zu sein: Der Fußball verbindet, man baut auf eine starke Teamchemie. »Wir ticken alle ähnlich, sind befreundet und bleiben auch nach dem Training mal länger da«, sagt Mistetzky. Gepaart mit harter Arbeit ergibt das eine starke Kombination. Denn unter Chef-Coach Frank Ziegler wird ordentlich geschuftet, keiner steckt zurück, schließlich wollen alle spielen. Da man damit einen gesunden Konkurrenzkampf fördert hat man in Dortelweil grundsätzlich keine Motivationsprobleme. Und der Aufstieg? Ist natürlich Thema - in den Hinterköpfen. »Es wäre falsch zu sagen, dass man da nicht dran denkt. Es gab aber schon so viele Spielzeiten, in denen wir mit hohen Zielen an den Start gegangen sind und diese nicht erreicht haben«, weiß Mistetzky. Da stapelt man lieber tief.

SKV Beienheim

Das dachte man sich auch beim SKV Beienheim vor der Saison. Ein Platz zwischen acht und zwölf wurde als Ziel genannt. Mittelfeld. Mehr nicht. Schließlich hatte sich die Mannschaft gehörig verändert. Erfahrene Spieler waren weggefallen, junge dazugekommen. Und wie in Dortelweil hatte man aus verpassten Zielen der Vorjahre gelernt - und wurde im Pessimismus erstmal bestätigt. Fünf Spiele dauerte es, bis man den ersten, knappen Sieg holte. Kurzzeitig stand man tatsächlich auf dem letzten Platz. Doch blieb man SKV entspannt und wurde belohnt: Ein knapper Sieg gegen Westend Frankfurt brachte die Wende, und von nun lief es. Langsam aber sich robbte sich der Klub nach oben, kassierte nur noch eine Niederlage.

Damit einher ging auch ein Systemwechsel: Ursprünglich war geplant, auf defensive Stabilität zu setzen, abwartend zu spielen - jetzt stellt man die drittbeste Offensive der Liga. »Wir haben relativ schnell gemerkt, dass die Defensive nicht so stark ist wie gedacht und uns dann offensiver ausgerichtet. Dafür war auch ein inneres Umdenken bei mir erforderlich«, sagt Trainer Matthias Tietz.

Mitverantwortlich für den Sturm: Steffen Münk. Der 23-Jährige netzte in seiner ersten Gruppenligasaison bisher 19-mal - dafür gibt’s ein Sonderlob von Coach Tietz. Ebenfalls ein Schlüsselspieler der Mannschaft: Michael Walther, vor der Saison aus Fauerbach gekommen. Der Routinier ließ sich im Sommer von »Kumpel« Tietz überreden, nach Beienheim zu kommen und hat laut diesem noch viele Fußballjahre vor sich. »Er ist ein ruhiger Kollege, dafür hat alles, was er auf dem Platz sagt, Hand und Fuß«, sagt Tietz über ihn. Auf der Doppelsechs mit Jan Eiser bildet er einen Ankerpunkt des Beienheimer Spiels.

Für den Dezember hat Tietz seiner Mannschaft nun erstmal Ruhe verordnet, man lässt den Ball in der Ecke. Dennoch baut man wie in Dortelweil darauf, dass sich die Mannschaft eigenständig fit hält und die matschigen Waldwege für ihr Ausdauertraining aufsucht. Denn aber Februar 2022 will man auf beiden Plätzen für eine erfolgreiche Rückrunde wieder voll durchstarten.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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