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Kapitän beim Türkischen SV Bad Nauheim: Salih Yasaroglu hat fünf Treffer für den Fußball-Gruppenligisten erzielt. Links: Elvis Kurtanovic.

Fussball-Gruppenliga

Die Gruppenliga-Zwischenbilanz, Teil II: Die Mittelfeld-Klubs

  • VonLeon Alisch
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Der Türkischer SV Bad Nauheim und der FC Karben sind vielversprechend in die Saison gestartet. Doch fehlt den Fußball-Gruppenligisten aus der Wetterau die Konstanz.

Die Fußballkreis Friedberg war in der Hinrunde der Saison 2021/22 in der Gruppenliga Frankfurt-West in allen Tabellenregionen vertreten. Während auf Seiten von Spitzenteams und Kellerkindern Woche für Woche erwartbare Siege oder Niederlagen zu vermelden waren, boten zwei Vereine sehr viel Abwechslung: Der FC Karben und der Türkische SV Bad Nauheim haben sich nach 20 Spielen im Mittelfeld eingependelt. Neben starken Auftritten strauchelten beide Vertreter hin und wieder und konnten den Anschluss an die Spitzengruppe nicht ganz halten. Ein Schicksal ist ihnen dabei gemeinsam: ein guter Start mit anschließendem Fall nach unten.

Türkischer SV

Zur Verdeutlichung ein Vergleich: Im September schlug der Türkische SV den FC Olympia Fauerbach im Pokal satt mit 4:1. Zwei Monate später, im November, hatte sich das Ergebnis gedreht: In der Liga unterlag der TSV in Fauerbach mit 0:4. Was war passiert? Es hatte einen Knick gegeben beim Türkischen SV. Und von prägender Bedeutung scheint ein Trainerwechsel. Mitte Oktober gab Tufan Tosunoglu bekannt, auf eigenen Wunsch den Verein verlassen zu wollen, und beendete damit eigenständig sein langjähriges Engagement in Rödgen. Kamber Koc übernahm darauf die Mannschaft als Trainer, es folgte lediglich ein weiterer Sieg. Der Klub verlor seinen Platz in den oberen Regionen und rutschte bis auf Platz zehn ab - mittlerweile haben sich acht Niederlagen aus der Hinrunde angehäuft.

Was auffällt: Etliche Male hat sich die Mannschaft einen guten Start in der zweiten Halbzeit versemmelt. Einer 2:0-Führung gegen die SG Westend folgte beispielsweise eine 3:4-Niederlage, gegen Fechenheim verspielte man sogar einen 3:0-Vorsprung. »Ich denke, das ist alles Kopfsache. Wir haben die Qualität in der Mannschaft, müssen die allerdings auch auf den Platz bringen«, sagt Abteilungsleiter Özgür Öztürk. »Die Stimmung passt, die Jungs machen weiter und sind heiß vor den Spielen. Und man sieht auch auf dem Platz, was die Mannschaft kann«. Für die Zukunft macht man auf der Trainerbank mit Kamber Koc, der ursprünglich als Interimstrainer angekündigt war, weiter und hofft, dass die Pause der Mannschaft gut tut, um aus dem Negativtrend herauszukommen.

FC Karben

Auch in Karben macht man Pause - bis Silvester hat Übungsleiteru Karl-Heinz Stete seiner Mannschaft »Fußballverbot« erteilt. Erst ab Januar steigt man wieder mit individuellem Training ein, um sich in der Rückrunde weiter zu steigern. Denn nach den bisherigen Spielen weiß man beim FC, wo noch Luft nach oben ist - was nicht heißen muss, dass es bisher schlecht lief. »Wir sind im Verein wirklich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Saison. Ich persönlich hätte mit der Mannschaft allerdings gerne sechs bis sieben Punkte mehr geholt«, sagt Coach Stete.

Ähnlich wie beim TSV gab es auch in Karben die Sonntage, an den man hinterher sicher sein konnte, dass mehr drin gewesen war. Entscheidend waren häufig eine schwache Chancenausbeute und ein gewisser jugendlicher Leichtsinn.

»Wir hatten viele Auftritte, bei denen das Quentchen Abgebrühtheit gefehlt hat«, weiß Stete. Mit einer Mannschaft, die von vielen Spielern um die 20 Jahre geprägt ist, stellt Karben einen der jüngsten Kader der Gruppenliga.

Man arbeitet mit dem reinen Jugendverein Karbener SV zusammen und kann so mit vielen Spielern arbeiten, die gerade aus der A-Jugend kommen. Das bringt jene jugendliche Naivität, aber auch viel Potenzial - und damit Schutz vor Kritik.

Nach starker erster Hälfte der Hinrunde knickten die Karbener im Oktober etwas ein und rutschten ab. In den letzten Spielen vor der Winterpause fing sich die Mannschaft allerdings wieder und steht nun auf Rang neun. Das geht aber noch besser - entsprechend nimmt man sich für das neue Jahr nochmal eine Steigerung vor. Für die Winterpause plant man zudem mit Transfers auf der Torwartposition und im Sturm.

Damit ergibt sich für die beiden Wetterauer Klubs ein ähnliches Bild: Die Potenziale sind bekannt, und es soll nochmal nach oben gehen. Doch jetzt ist erstmal Pause - und auch die heißt man beim Türkischen SV als auch in Karben herzlich willkommen.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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