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EC Bad Nauheim: Acht Ausfälle, aber »unfassbar viel Herz«

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Von: Michael Nickolaus

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Jerry Pollastrone trug in Heilbronn den Goldhelm der Roten Teufel. Hier lauert der US-Amerikaner vor Florian Mnich auf seine Chance. © Marc Thorwartl

Den EC Bad Nauheim darf man in der Saison 2021/22 niemals abschreiben. Ohne Acht - darunter nun auch Top-Scorer Taylor Vause - gewinnen die Roten Teufel zwei Punkte in Heilbronn.

Das gibt’s doch gar nicht! Der EC Bad Nauheim setzt seine Serie immer weiter fort. Auch im neunten Auswärtspiel der Saison gehen die Roten Teufel als Sieger vom Eis; obwohl Trainer Harry Lange am Sonntag in Heilbronn den Ausfall von sage und schreibe acht (!) Profis zu kompensieren hatte. In der Verlängerung sicherte Kevin Schmidt dem Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga 2 den Zusatzpunkt. Beim 4:3 (1:1, 0:0, 2:2/1:0)-Erfolg vor 846 Zuschauern hatten zuvor Christoph Körner, Jerry Pollastrone und Maxi Glötzl getroffen.

»Mir fehlen die Worte. Die Jungs haben mit unfassbar viel Herz und Charakter gespielt«, sagt Lange, dessen Team - mit nur vier Verteidigern und neun Stürmern rotierend - zweimal einen Rückstand ausgeglichen hatte.

Huba Sekesi, der am Freitag eine Matchstrafe erhalten hatte, durfte wieder mitspielen und lief diesmal als Mittelstürmer auf. Auch Pollastrone - am Freitag verletzt ausgeschieden - war dabei. Dafür reihte sich Taylor Vause in die Ausfallliste ein. Er hatte am Freitag einen Schlag auf den Arm bekommen. Wie lange der Top-Scorer fehlen wird, haben die Hessen noch nicht komminuziert.

Die Partie gegen zuletzt formschwache Gastgeber begann mit einer weiteren kalten Dusche. Nach nur drei Minuten schoss Jeremy Willams aus zentraler Position und traf zum 1:0. Bad Nauheim konnte mit Unterstützung von Falken-Keeper Florian Mnich ausgleichen. Einen Schuss von Christoph Körner, der parallel zur Torlinie stand, schlug sich der Schlussmann der Hausherren selbst ins Netz - 1:1 (5.). Bad Nauheim bekam im ersten Abschnitt zwei Überzahl-Optionen, doch auch hier machte sich das Fehlen einiger Schlüsselspieler bemerkbar. Insgesamt taten die Hausherren mehr für’s Spiel.

Bad Nauheim wurde ab dem zweiten Durchgang plötzlich immer besser, hatte ein Chancenplus. Luft anhalten hieß es, als Körner nach einem Check von Noah Dunham mit dem Gesicht voraus in der Bande einschlug. Der Stürmer konnte die Partie fortsetzen.

Wirklich tubulent entwickelte sich der Schlussabschnitt. Da fand ein Kenny-Morrison-Schuss irgendwie den Weg ins Tor (46.), quasi mit dem nächsten Angriff erzielte Pollastrone, von Tomas Schmidt eingesetzt, den erneuten Ausgleich (47.). Max Glötzl erzielte mit einem krachen Schlagschuss - von Jordan Hickmott knieend angespielt - die erstmalige Führung (52.), doch abermals fiel postwendend der Ausgleich. EC-Torwart Felix Bick hatte am Puck vorbei gegriffen, und Judd Blackwater stellte auf 3:3. Bange Momente gab’s dann in der Schlussphase. Bad Nauheim erlaubte sich einen Wechselfehler, stand plötzlich mit einem Mann weniger auf dem Eis (57.), bangte um den Punktgewinn. Dann gewann Heilbronns Alex Lambacher ein Anspiel auf irreguläre Weise, musste auf die Strafbank. Und von dort sah er das Siegtor von Kevin Schmidt.

Heilbronner Falken: Mnich - Mapes, Morrison, Maschmayer, Fern, Obu, Krenzin - Blackwater, Fabricius, Thiel, Kirsch, Della Rovere, Lambacher, Dunham, Williams, Lautenschlager, Heim, Volkmann.

EC Bad Nauheim: Bick - Kevin Schmidt, Tomas Schmidt, Stephan, Glötzl, Shevyrin - Pollastrone, Hickmott, Mick Köhler, van Calster, Wörle, Reiter, Leon Köhler, Sekesi, Körner.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (3.) Williams (Morrison), 1:1 (7.) Körner (Sekesi, Kevin Schmidt), 2:1 (46.) Morrison (Williams, Krenzlin), 2:2 (47.) Pollastrone (Tomas Schmidt, Mick Köhler), 2:3 (52.) Glötzl (Mick Köhler, Hickmott), 3:3 (53.) Blackwater (Fabricius, Thiel), 3:4 (61.) Kevin Schmidt (Pollastrone, Mick Köhler - PP). - Schiedsrichter: Bauer/Neutzer. - Strafminuten: Heilbronn 8 plus fünf Minuten (Dunham), Bad Nauheim 8. - Zuschauer: 846.

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