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EC Bad Nauheim: Herz gezeigt - Spiel und Spieler verloren

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Von: Michael Nickolaus

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Marc El-Sayed lauert hier - bedrängt von Pawel Dronia - vor Jonas Langmann auf einen Rebound. Hinten: Fabian Herrmann. © Andreas Chuc

Der stark dezimierte EC Bad Nauheim hat am Samstagabend den 1:1-Ausgleich im Playoff-Halbfinale kassiert. Die Liste der Ausfälle wurde länger, doch die Roten Teufel hielt die Partie bis zuletzt offen.

Alles versucht. Alles gegeben. Herz gezeigt. Nie aufgesteckt. Der EC Bad Nauheim hat am Samstagabend im Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 durch eine 1:3 (0:0, 0:0, 1:3)-Niederlage den 1:1-Ausgleich in der Best-of-seven-Serie mit den Ravensburg Towerstars hinnehmen müssen. Vor 3317 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion - darunter auch Eintracht-Profi Martin Hinteregger - hielten die Roten Teufel die Partie bis in die Schlussminuten offen, obwohl sich zum letzten Abschnitt der inzwischen neunte Spieler in der Liste der fehlenden Profis einreihte. Mick Köhler blieb in der Kabine. Er klagte über Kreislaufprobleme.

»Ravenbsurg hat das Spiel gemacht. Dennoch denke ich, dass wir im ersten Abschnitt die besseren Chancen hatten. Vielleicht hätte uns eine Führung noch einen weiteren Push gegeben«, sagt Harry Lange, der Trainer der Hessen. Defensiv habe man gut stehen wollen, um die Partie eng zu halten - »und das ist uns gelungen.« Zum Ende bekam seine Mannschaft die erträumen Möglichkeiten im Powerplay, konnte diese Chancen allerdings nicht nutzen. Peter Russell, der Coach der Oberschwaben, sprach folglich von einem Deja vu zu Spiel eins, als seine Mannschaft in Führung liegend Strafzeiten (und Gegentore) kassiert hatte. »Wir wussten, dass wir nach einer Führung nicht schlampig spielen dürfen. Das ist uns gelungen. Wichtig war das Führungstor.« Den einzigen Treffer der Gastgeber erzielte Tristan Keck vier Minuten vor dem Ende zum 1:2-Anschluss.

EC Bad Nauheim: Kader könnte vor Spiel 3 wieder aufgefüllt werden

Am Montag (20 Uhr) stehen sich beide Mannschaften dann bereits zum dritten Mal binnen fünf Tagen gegenüber. Und seitens der Hessen hegt man Hoffnung, dass der eine oder andere aktuell erkrankte Spieler wieder in den Kader zurückkehren könnte. Entsprechende Termine zu medizinischen Tests sind zumindest vereinbart. Allerdings: Für Leo Hafenrichter war’s das letzte Saisonspiel für den EC Bad Nauheim. Der 17-Jährige reist nun zur Nationalmannschaft, die sich auf die U18-Weltmeisterschaft Ende des Monats in Landshut und Kaufbeuren vorbereitet.

Für Top-Scorer Taylor Vause, der die Partie auf Grund einer Innenbandverletzung auf Krücken verfolgte, rückte Joel Messner auf der Import-Position wieder in den Kader, Mick Köhler dafür wieder in die Offensive. Auf den vorderen beiden Reihen ruhte als die Hoffnung auf Tore, dahinter sollte Mark El-Sayed mit den 19-jährigen Fabian Herrmann und Robin van Calster das Resultat gegen die vier Blöcke der Gäste irgendwie halten. Wie dezimiert der Kader war, zeigte sich im Unterzahlspiel, in dem Stürmer plötzlich auf Defensivpositionen aushelfen mussten, ebenso aber das Powerplay, in dem beispielsweise Herrmann in ungewohnter Rolle eingesetzt wurde.

Bad Nauheim gegen Ravensburg: Erstes Tor erst nach 44 Minuten

Ravensburg kam sehr druckvoll in die Partie, schnürte Bad Nauheim immer wieder fest, ohne aber einen klaren Abschluss zu finden. Die besten Möglichkeiten boten sich den Gastgebern bei den wenigen, aber umso gefährlicheren Entlastungsangriffen. Angesichts der zahlreichen Ausfälle musste der EC Bad Nauheim auf diesen einzigen Moment, auf den Konter, eine Überraschung, eine Einzelaktion oder ein Powerplay hoffen. Mit jeder Minute - und leideschaftlich unterstützt von den eigenen Fans - wurden die Roten Teufel mutiger und versuchten nun auch, über die Physis zu kommen.

44 Minuten waren bereits gespielt, als Sam Herr mit einem Distanzschuss die Lücke fand. Nur zwei Minuten später erhöhte der Top-Scorer der Oberschwaben, der Huba Sekesi quasi ein unfreilliges, aber kaum vermeidbares Eigentor auflegen konnte. Bad Nauheim blieb aber keine Zeit zur Resignation, stand anschlißend zweimal im Powerplay auf dem Eis, fand aber partout nicht den erfolgreichen Abschluss. Als sich bereits die zweite Nullnummer in Folge vor eigenem Publkum abzeichenen sollte, bediente Jordan Hickmott sehenswert Keck, und der kleine Kanadier erzielte den Anschluss (56.). Die Hoffnung währte allerdings nur 1:40 Minuten. Dann hatte Josh MacDonald zu viel Zeit vor Felix Bick und überraschte den Keeper im kurzen Eck.

EC Bad Nauheim: Bick - Kevin Schmidt, Sekesi, Stephan, Messner, Hafenrichter, Dobryskin - Pollastrone, Hickmott, Mick Köhler, Keck, Wörle, Reiter, van Calster, El-Sayed, Herrmann, Leon Köhler, Sheyrin.

Ravensburg Towerstars: Langmann - Dronia, Bettauer, Pfaffengut, Eichinger, Ketterer, Sezemsky, Dorsch - Zucker, Mayer, Czarnik, Herr, Sarault, Saakyan, Dietz, MacDonald, Nick Latta, Hlozek, Louis Latta, Hessler.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (43.) Herr (Saakyan, Eichinger), 0:2 (46.) Herr (Sarault, Eichinger), 1:2 (56.) Keck (Hickmott), 1:3 (57.) MacDonald (Dietz). - Schiedsrichter: Janssen/Klein. - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Ravensburg 8. - Zuschauer: 3317.

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