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EC Bad Nauheim: Das Wirrwarr um Torjäger Tristan Keck

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Von: Michael Nickolaus

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Tristan Keck hat sich mit 31 Hauptrunden-Treffern für den EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 einen Namen gemacht. FOTO: CHUC © Andreas Chuc

Ist Tristan Keck inzwischen deutscher Staatsbürger? Hat der Torjäger des EC Bad Nauheim in diesem Fall möglicherweise zwei Verträge für die Saison 2022/23? Die Akte Keck sorgt für Wirrwarr.

(mn). Tristan Keck war mit 31 Toren in 47 Hauptrunden-Spielen der Toptorjäger des EC Bad Nauheim. In nur acht (von zwölf möglichen) Playoff-Spielen hat der 26-Jährige weitere vier Tore erzielt. Kein Spieler hat in den mittlerweile neun Spielzeiten der Roten Teufel in der Deutschen Eishockey-Liga 2 öfter in einer Saison für die Hessen getroffen. Nun wird die sportliche Zukunft von Tristan Keck wohl Juristen beschäftigen.

Nach Informationen unserer Redaktion wurde Keck kürzlich die deutsche Staatsbürgerschaft bescheinigt. Angesichts der Option auf Einbürgerung hatten sich der EC Bad Nauheim und der gebürtige Kanadier schon im Sommer 2021 für genau diesen Fall auf ein zweites Jahr in der Wetterau zu erhöhten Bezügen geeinigt; eine DEL-Ausstiegsklausel inklusive. Keck würde demzufolge - sollte er bis Ende Juni keinen Erstliga-Vertrag unterschrieben sein - auch in der kommenden Saison für die Roten Teufel spielen; quasi ein Entgegenkommen des Spielers, der in Bad Nauheim als No-name-Importspieler das Vertrauen und zugleich die Chance erhalten hatte, sich hierzulande in den Fokus zu spielen.

Seit Wochen kursiert nun aber schon das Gerücht, Keck folge seinem Vorjahres-Assistenz-Trainer Hugo Boisvert nach Kassel, habe bei den Huskies einen sehr gut dotierten Vertrag als Importspieler unterschrieben, mit einem Bonus gar, sofern er als Deutscher auflaufen würde. Für den Fall der mutmaßlichen Einbürgerung hätte Eishockey-Profi dann allerdings zwei Verträge unterzeichnet.

Man sei mit seinem Berater in Gesprächen zur weiteren Situation, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer des EC Bad Nauheim, zum Vertragskonstrukt. In Details will er nicht gehen, hält sich bedeckt.

Klar ist: Als Importspieler spielt Keck in der Kurstadt aufgrund seiner Defizite im Zweikampf- und Defensivverhalten keine Rolle in den Planungen von Trainer Harry Lange. Als deutscher Torjäger wiederum, der die Möglichkeit einer weiterten Importverpflichtung zulässt, würde er den Kader sinnvoll ergänzen. Ob Keck angesichts der kolportierten deutlichen Unterschiede in den Gehaltsklassen überhaupt ein Interesse an einer Zukunft in Bad Nauheim hat, ist mehr als fraglich.

Das Wirrwarr um den wieselflinken Außenstürmer könnte - die deutsche Staatsbürgerschaft vorausgesetzt - in Ablöseverhandlungen zwischen den Roten Teufeln und den Kassel Huskies enden. Das Playoff-Duell 21/22, das spannungsgeladene Verhältnis auf Funktionärsebene nach der körperlichen Attacke von Huskies-Torwart Jerry Kuhn gegen einen Teufel-Fan sowie das Abwerben von Backup Philipp Maurer durch den Vorjahres-Assistenz-Trainer Boisvert wüschaffen den Gesprächen gewiss eine besondere Brisanz geben.

Dass Tristan Keck ein DEL-Angebot erhält, scheint angesichts der aktuellen Marktsituation unwahrscheinlich. Dass er einen Erstliga-Tryout-Vertrag unterzeichnet, um über einen solchen Umweg wenige Wochen später als Deutscher doch in Kassel zu landen, ist wiederum nicht ganz auszuschließen und wäre ein unschöner Abgang für den im Colonel-Knight-Stadion umjubelten Torjäger.

Rote Teufel mit 2,9 Millionen Etat

Neben dem EC Bad Nauheim haben weitere 15 Klubs ihre Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren eingereicht. Neben den 14 sportlich qualifizierten Vereinen - darunter DEL-Absteiger Krefeld und Oberliga-Meister Regensburg - auch die Löwen Frankfurt als DEL2-Meister sowie der sportliche Absteiger, die Tölzer Löwen. Der Klub aus Bad Tölz wäre der erste wirtschaftlicher Nachrücker für die DEL2, sollte dieser benötigt werden. Die Prüfungen sollen Ende Juni abgeschlossen sein, so dass Anfang Juli die Zusammensetzung der zweiten Liga steht.

Die Spielbetriebs GmbH der EC Bad Nauheim hat ein Rekord-Budget von 2,9 Millionen Euro aufgestellt. Die Steigerung gegenüber der Vorsaison ist in erster Linie mit gestiegenen Sachkosten begründet. Die Ausgaben für den Kader seien derweil »mehr oder weniger unverändert«, wie Geschäftsführer Andreas Ortwein auf Nachfrage erklärt. Zur Vorsaison, die die Roten Teufel mit dem erstmaligen Einzug in das Playoff-Halbfinale abgeschlossen hatten, war jene Kostenstelle leicht erhöht worden. Um den Etat decken zu können, wird mit einem Zuschauerschnitt von rund 2300 bis 2400 Fans geplant. Angesichts der moderat gestiegenen Eintrittspreise werden etwa 90 Prozent des Zuschaueraufkommens der Vorsaison-Hauptrunde benötigt.

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