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Tor für die Löwen Frankfurt: Keeper Niklas Lunemann ist chancenlos, nachdem Ex-Teufel Manuel Strodel (Nr. 20) den Puck abgefälscht hat.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Derby und Tabellenführung verloren

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Führungswechsel in der Deutschen Eishockey-Liga 2: Der EC Bad Nauheim hat Position eins durch eine 1:3 (0:0, 0:0, 1:3)-Niederlage den Löwen Frankfurt im direkten Duell überlassen müssen.

3000 Zuschauer sahen rasante und intensive 60 Minuten. Die Gäste zeigten sich im ausverkauften Colonel-Knight-Stadion als kaltschnäuziger, nutzten ihre beiden Powerplay-Situationen zu Torerfolgen, während die Roten Teufel einfach zu viele - und darunter sehr gute - Möglichkeiten ungenutzt ließen und zudem für einen ihren wenigen defensiven Fehler - vor dem dritten Gegentor - gnadenlos bestraft wurden. Kevin Schmidt hatte die Badestädter in der 50. Minute auf 1:2 herangebracht. Für Frankfurt trafen Dylan Wruck, Manuel Strodel und Rylan Schwartz zum Sieg.

»In den ersten beiden Dritteln haben wir es zu schön machen wollen. Da hätten wir mehr schießen müssen. Das Überzahltor war der Türöffner«, sagte Bo Subr, der Löwen-Trainer. Harry Lange, Coach der Roten Teufel, meinte: »Das hätte in beide Richtungen gehen können. Am Ende hat man die Müdigkeit gesehen, da macht man Fehler. Frankfurt hat das genutzt«.

Bezüglich ihrer personellen Besetzung hatten die Gastgeber noch am Spieltag selbst Rätsel aufgegeben. Letztlich feierten Taylor Vause und Tristan Keck ihr Comeback. Im Tor stand angesichts der Ausfälle von Felix Bick und Philipp Maurer der 19-jährige Niklas Lunemann. Der U20-Torwart der Kölner Junghaie - im Aufgebot für die U20-WM - bestritt sein Profi-Debüt und strahlte dabei eine unerwartete Ruhe aus. Das erinnerte an den Derby-Erfolg der Roten Teufel von 2018, als der damals 17-jährige Hendrik Hane ins kalte Wasser geworfen worden war, An den Gegentoren war Lunemann, der direkt zum Spiel angereist war und am Sonntag nicht zur Verfügung steht, machtlos. Wenn er geprüft wurde, war der teils unorthodox wirkend, zur Stelle, vieles wurde von seinen Vorderleuten aufopferungsvoll geblockt.

Auf der anderen Seite zeigte Löwen-Torwart Jake Hildebrand eine starke Leistung und ließ die Badestädter, die die über weite Phasen die hochwertigeren Möglichkeiten hatten, regelrecht verzweifeln.

Das von taktischer Disziplin, Einsatz und Laufbereitschaft geprägte Spiel gewann mit zunehmender Dauer an Spannung, denn bis zur 44. Minute dauerte zum ersten Treffer. Ein Wruck-Schuss - nach einer streitbaren Hinausstellung gegen Bad Nauheim - bekam Lunemann nicht zu packen, der Puck rutschte über die Linie. Drei Minuten spter konnte Strodel unhaltbar abfälschen. Dann wurde es turbulent: Vause konnte den Puck stehlen, Schmidt fand die Lücke (50.). Nur 64 Sekunden später leistete sich Bad Nauheim den vorentscheidenden Fehler zu viel. Schwartz bedankte sich - 1:3.

EC Bad Nauheim: Lunemann - Kevin Schmidt, Tomas Schmidt, Sekesi, Stephan, Dobryskin, Shevyrin - Reiter, El-Sayed, Wörle, Körner, Vause, Keck, Pollastrone, Hickmott, Mick Köhler, Leon Köhler, Herrmann.

Löwen Frankfurt: Hildebrand - Raymond, Faber, Freis, Sonnenburg, Maginot, Erk - Mieszkowski, Carey, Preto, Schwartz, Moser, Wruck, Wenzel, McMillan, Sykora, Vogt, Dmitriev, Strodel.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (44.) Wruck (McMillan, Faber - PP1), 0:2 (47.) Strodel (Erk, Dmitriev), 1:2 (50.) Kevin Schmidt (Vause, Sekesi), 1:3 (51.) Schwartz (PP1). - Schiedsrichter: Janssen/Schadewaldt - Strafminuten: Bad Nauheim 6, Frankfurt 4. - Zuschauer: 3000 (ausverkauft).

Gleich zu Beginn der Partien haben die Roten Teufeln und die Löwen Frankfurt ihre Grenzen abgesteckt. Der EC Bad Nauheim musste sich im Derby mit 1:3 geschlagen geben.
Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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