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EC Bad Nauheim: Die Lehren der Siegesserie

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Von: Michael Nickolaus

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Mick Köhler (Zweiter von rechts) erzielt zwei Treffer und legt ein weiteres Tor auf und steht auch bei den anderen Tore des EC Bad Nauheim auf dem Eis. Hier gratulieren (von links) Tobias Wörle, Huba Sekesi und Tim Coffman. © Andreas Chuc

Der EC Bad Nauheim hat nach Holper-Start die Kurve bekommen. Nach vier Siegen in Folge ist man aber selbstkritisch, wie die Aussagen von Trainer Harry Lange und Verteidiger Mick Köhler zeigen.

Euphorie in Landshut (seit sieben Spielen ungeschlagen) und Kassel (sechs Siege in Serie). Tristesse in Weißwasser (nur ein Sieg) und Bayreuth (Top-Kader enttäuscht, Trainer Robin Farkas wurde am Montag entlassen, Assistent Marc Vorderbrüggen übernimmt). Mittendrin: der EC Bad Nauheim. Nach turbulenter Saison-Vorbereitung und entsprechendem Holper-Start (zwei Punkte aus vier engen Spielen) haben die Roten Teufel aus den vergangenen vier Spielen elf von zwölf möglichen Zählern geholt. »Am Anfang war nicht alles schlecht. Aber nur, weil wir jetzt viermal gewonnen haben, werden wir nicht automatisch Meister. Wir dürfen nicht nur auf die Punkte schauen, wir müssen auch unsere Leistung bewerten«, sagt Verteidiger Mick Köhler mit Blick auf die (Arbeits-)Siege in Selb (5:4 nach Verlängerung) und Regensburg (5:1).

Mit diesen fünf Zählern wurde die Position des Klubs oberhalb des Strichs, sprich: Tabellenplatz zehn der Deutschen Eishockey-Liga 2, zunächst einmal gefestigt; gerade rechtzeitig. Denn: In den kommenden drei Spielen treffen die Hessen auf die aktuellen Top Drei; Kaufbeuren (Freitag, auswärts), Kassel (Sonntag) und Landshut (Dienstag, jeweils zu Hause). »Und in diesen Partien werden wir sehen, wo wir stehen«, sagt Köhler, am Sonntag der statistisch herausstechende Spieler der Badestädter. Zwei Tore erzielte er selbst, ein weiteres hat er aufgelegt - bei allen fünf Toren seiner Mannschaft stand er auf dem Eis. »Mick macht einen richtig guten Job. Er kann ein Unterschiedsspieler sein«, sagt Lange, der den Stürmer in der Vorsaison - damals quasi aus der Not heraus - in die Abwehr eingebaut hatte. »Ich glaube, er weiß selbst noch gar nicht, wie gut er auf seiner Position eigentlich spielen kann. Dazu muss er aber nicht nur seine Dominanz ausspielen, sondern auch die Kleinigkeiten richtig machen und die Balance finden, wann es richtig ist, sich offensiv einzuschalten, wann er besser hinten bleibt.« Köhler selbst sprach am Sonntag von einen »Arbeitssieg, den man manchmal eben brauche. ›Bicki‹ hat gut gehalten, die Fans haben viele Tore gesehen. Wir haben gewonnen.«

Trotz der fünf Wochenend-Punkte, trotz der auffälligeren Rollen von Tim Coffman und Jordan Hickmott: In der eigenen Zone wirkten die Roten Teufel schlampig, zu passiv und ungenau in ihrem Spiel. »Gerade am Freitag haben wir die Gegentore geschenkt«, sagt Lange. Und auch Köhler weiß: »Solche Dinge im Aufbau dürfen nicht passieren. Daraus müssen wir lernen.«

Am Ende hatten die »Top Guns«, wie der Coach seine vier Kontingentspieler bezeichnet, dank ihrer Qualität den Unterschied ausgemacht. Sieben der zehn Wochenend-Treffer haben die Nordamerikaner (inklusive Kevin Schmidt, der mit deutschem Pass spielt) erzielt. »Das ist aber auch deren Job. Dafür sind sie hier«, sagt Lange.

Insbesondere »Königstransfer« Coffman, anfangs quasi das Sorgenkind, konnte zuletzt mehr und mehr die Rolle übernehmen, die man sich von ihm erwartet hat. Mit Tobias Wörle, der aktuell den Goldhelm des Topscorers trägt, stimmt ganz offensichtlich die Chemie auf dem Eis. An deren Seite kommt Hickmott öfter als in der Vergangenheit in Abschlussposition, kommt nach acht Spielen auf drei Treffer (im Vorjahr 13 Tore in 52 Hauptrundenspielen).

Köln-Leihgabe Robin van Calster war am Sonntag verletzungsbedingt nicht im Kader. Mit ihm dürfte - ebenso wie mit Kevin Niedenz - am Freitag wieder zu rechnen sein. Dann hätten die Roten Teufel auf den Positionen der jungen Spieler einen echten Konkurrenzkampf.

Nach vier Heimspielen kommen die Roten Teufel auf einen Schnitt von 2276 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion. Das sind rund 100 mehr als im gleichen Zeitraum der Vorsaison, sicherlich etwas geschönt durch die Auftaktkulisse gegen Krefeld (3500). Im Vorjahr hatte das Kassel-Gastspiel im Oktober mit 3000 Fans für den Bestwert gesorgt. Und diese Marke soll auch am Sonntag geknackt werden.

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