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EC Bad Nauheim: Drei Gradmesser in fünf Tagen

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Von: Michael Nickolaus

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Felix Bick und seine Vorderleute vom EC Bad Nauheim treffen in den kommenden fünf Tagen auf die drei Top-Klubs der Deutschen Eishockey-Liga 2. © Andreas Chuc

Wo steht der EC Bad Nauheim im Oktober 2022? Die Duelle mit den drei aktuellen Top-Klubs der DEL 2 werden in den nächsten fünf Tagen zeigen, ob es für die Top Sechs reicht oder was dazu fehlt.

Kaufbeuren (Freitag, 19.30 Uhr auswärts), Kassel (Sonntag, 18.30 Uhr) und Landshut (Dienstag, 19.30 Uhr, beide zu Hause). Die kommenden fünf Tage mit den Spielen gegen die drei aktuellen Top-Klubs der Deutschen Eishockey-Liga 2 werden zeigen, wo der EC Bad Nauheim im Oktober 2022 wirklich steht. »Das ist jetzt erstmal ein Gradmesser, wobei man das auch nicht überbewerten darf«, sagt Harry Lange, der Trainer der Roten Teufel. Nach Holper-Start ist seine Mannschaft seit vier Spielen ungeschlagen.

So gehen die Roten Teufel in das Wochenende: Die Förderlizenzspieler Robin van Calster (muskuläre Probleme, Ausfallzeit mindestens zwei Wochen) und Kevin Niedenz (Handverletzung, mit ihm ist kommende Woche zu rechnen) fehlen.

»Wir müssen unsere Leistung über 60 Minuten konzentriert abrufen, wie beispielsweise gegen Dresden. Nur so haben wir eine Chance - und da spielt es auch gar keine Rolle, wie der Gegner heißt«, sagt der Trainer. Kaufbeuren, das habe das Video-Studium ergeben, lasse wenig zu. Kassel habe auf dem Papier ohnehin die beste Mannschaft. »Kassel und Landshut haben wir unter den Top Sechs erwartet. Kaufbeuren hat bislang überrascht. Wir werden in diesen Spielen sehen, wo wie im Vergleich zu den Top-Klubs aktuell stehen.«

Der Auswärts-Angstgegner Kaufbeuren: Sechs Siege, 22 Niederlagen. Nur in Ravensburg sind die Roten Teufel gleichermaßen erfolglos. Der ESVK ist unerwartet stark gestartet. Trainer Marko Raita (Ex-Löwen-Assistent, zuletzt beim Oberligisten EV Füssen) legt großen Wert auf die Defensivarbeit (ein 1:0-Sieg, drei 2:1-Erfolge, nur das 4:6 am vergangenen Sonntag gegen Krefeld - nach 4:0-Führung - fällt da aus dem Rahmen). Ex-Teufel Tomas Schmidt wird bis dato sehr positiv bewertet. Kritisch werden (von außen) die neuen Kontingentspieler gesehen. Der Tscheche Sebastian Gorcik (zwei Tore) und der Kanadier Jacob Lagace (null Tore) zeigen nicht den Scoring Touch ihrer Vorgänger, setzen eher mal einen körperlichen Akzent und leisten über ihre Arbeit nach hinten ihren Beitrag, die Zahl der Gegentore gering zu halten. Zurückkehrt aus der Oberliga - inzwischen allerdings mit deutschem Pass - ist Jere Laaksonen. Offensiv schultern John Lammers, Tyler Spurgeon und Joe Lewis die Verantwortung.

Das Zündstoff-Duell mit Kassel: Die Playoff-Serien 2013 und 2022 mit Bad Nauheim als Sieger. Der Faustschlag von Huskies-Torwart Jerry Kuhn gegen einen EC-Fan im März diesen Jahres. Der Wechsel von Assistenztrainer Hugo Boisvert, der als Sportdirektor mit Philipp Maurer und Tristan Keck zwei Profis nach Kassel lockte; im (Insider-)Wissen, dass mit diesen in Bad Nauheim geplant wurde - kein anderes DEL2-Duell bietet in der Wetterau so viel Zündstoff.

Die Nordhessen wollen den Löwen Frankfurt in die DEL folgen und haben den Kader entsprechend aufgestellt. Die Defensive um die Leistungsträger Joel Keussen und Denis Shevyrin (beide Ex-Teufel) wurde mit Max Faber (Frankfurt) und dem Kanadier Steven Seigo (als Malmö kommend) noch einmal aufgewertet - nur 14 Gegentore nach acht Spielen. Offensiv wurde der Kader derweil völlig neu aufgestellt. Nur drei Spieler sind geblieben, elf Neue kamen, darunter Joel Lowry, Tim McGauley und Ex-Teufel Jamie Arniel auf den Kontingentpositionen, darunter 29-Tore-Stürmer Tomas Sykora (Frankfurt), 35-Tore-Mann Tristan Keck (Bad Nauheim), darunter Routinier Vincent Schlenker (Crimmitschau) und die U24-Angreifer Pierre Preto, Darren Mieszkowski (beide Frankfurt) und Alec Alroth (Memmingen). Und gerade der 21-jährige Deutsch-Finne zählt mit fünf Toren und drei Vorlagen zu den bislang auffälligsten Spielern im Kader von Bo Subr, der im Frühjahr Frankfurt in die DEL geführt hatte.

Dem Ein-Punkt-Wochenende zum Start folgt nun eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage. Unter anderem wurde in Krefeld (4:2) und zuletzt in Ravensburg (3:2) gewonnen.

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