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EC Bad Nauheim: Ein 30-Minuten-Torfeuerwerk

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Von: Michael Nickolaus

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Doppel-Torschütze am Freitag beim 7:2-Erfolg des EC Bad Nauheim gegen die Heilbronner Falken: Goldhelm-Träger Tim Coffman (hier nach dem Treffer zum 3:0-Zwischenstand). © Andreas Chuc

So etwas hat man lange nicht gesehen! Der EC Bad Nauheim zündet gegen die Heilbronner Falken ein regelrechtes Torfeuerwerk.

(mn). Torfeuerwerk im Colonel-Knight-Stadion. Binnen 30 Minuten erzielte Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim am Freitagabend gleich sieben Treffer und sorgte für Party-Stimmung im Kurpark. 2169 Zuschauer sahen den 7:2 (4:0, 3:0, 0:2)-Erfolg gegen die Heilbronner Falken, den zweiten Heimsieg binnen vier Tagen.

»Das waren die wahrscheinlich besten 40 Minuten dieser Saison. Heilbronn hatte einen kleinen Kader, aber auch in dieser Besetzung in der Vergangenheit schon überrascht«, sagte Harry Lange. Sein Trainer-Kollege Jason Morgan meinte dagegen: »Die ersten beiden Gegentore kann man vielleicht noch auf den Nebel schieben. Aber das waren sicherlich unsere schlechtesten 40 Minuten dieser Saison.« Gleich sechs Spieler teilten sich bei den Gastgebern die Treffer, als Doppel-Torschütze ragt Tim Coffman heraus. Mit einer Bilanz von plus 3 gehen Mick Köhler und Huba Sekesi aus der Partie.

40 Minuten lang hatten die Gastgeber an den disziplinierten Auftritt vom Dienstag angeknüpft, waren effizient im Abschluss, hatten obendrein in den Eins-gegen-eins-Duellen vielfach das Scheibenglück auf ihrer Seite. Die Gäste hatten gleich auf einen ganzen Block an Stammkräften verzichten müssen, spielten unter anderem mit nur zwei Importspielern, hatten nicht einmal drei komplette Angriffsreihen und wirkten Mitte der Partie bereits platt. Bad Nauheim hatte nach der schnellen Führung konsequent das Tempo hochgehalten, die Gästen in deren Verteidigungszone vielfach eingeschnürt.

Dem Führungstreffer durch Patrick Seifert ging die sehenswerte Vorarbeit von Fabian Herrmann voraus, der im eigenen Drittel zum Solo angesetzt hatte (6.), drei Minuten später war der junge Stürmer selbst erfolgreich. Falken-Torwart Ilya Andryukhov monierte im Anschluss die vernebelten Sichtverhältnisse, war aber auch bei klarem Blick chancenlos. Ein Schuss von Tim Coffman, abgefälscht von einem Gäste-Verteidiger, erwischte den Schlussmann auf dem falschen Fuß (16.), noch vor ersten Pause erhöhte Christoph Körner, der völlig unbedrängt im Slot stand. Während Körner sein Comeback feierte - in der nominell dritten Reihe - fehlte Kevin Niedenz einmal mehr.

Im zweiten Abschnitt knüpfen die Roten Teufel nahtlos an. Erneut war Andryukhov bei einem vom eigenen Mann abgefälschten Schuss von Kevin Schmidt machtlos (23.), nur 21 Sekunden später erhöhte Jordan Hickmott auf 6:0. Damit nicht genug. Einen Puckgewinn im Falken-Drittel nutzte Coffman zu seinem zweiten Treffer. Die Möglichkeiten der Gäste, die von rund 100 lautstarken Fans begleitet worden waren, machte Felix Bick im Tor der Hausherren zunichte.

Die Hoffnung auf den zweiten Shutout hintereinander zerplatzte im Schlussabschnitt. Heilbronn profitierte von zwei individuellen Fehlern der Hausherren und betrieb Ergebniskosmetik. Mit dem Sieg vor Augen fehlte Bad Nauheim im Schlussabschnitt die Ernsthaftigkeit der vorangegangenen 40 Minuten.

EC Bad Nauheim: Bick - Schmidt, Erk, Sekesi, Köhler, Wachter, Seifert, Hafenrichter - Wörle, Coffman, Hickmott, Herrmann, Vause, Pollastrone, Pauli, El-Sayed, Körner, Bartuli, Cerny, Steck.

Heilbronner Falken: Andryukhov - Dziambor, Fischer, Leitner, Morrison, Ramoser - Dunham, Lautenschlager, Lambacher, Della Rovere, Tonge, Eilas, Hecht, Volkmann, Mühlbauer.

Tore: 1:0 (6.) Seifert (Herrmann, Sekesi), 2:0 (9.) Herrmann (Schmidt, Pollastrone), 3:0 (16.) Coffman (Wachter), 4:0 (19.) Körner (Köhler, Pauli), 5:0 (23.) Schmidt, 6:0 (24.) Hickmott (Coffman, Wörle), 7:0 (29.) Coffman (Hickmott, Pauli), 7:1 (41.) Lambacher (SH1), 7:2 (57.) Mühlbauer (Lautenschlager, Hecht). - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Heilbronn 2. - Zuschauer: 2169.

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