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EC Bad Nauheim: »Familienausflug« mit i-Tüpfelchen

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Von: Holger Hess

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Der rote Block in der Yayla-Arena: 700 Fans der Roten Teufel und die Mannschaft des EC Bad Nauheim feiern den 4:1-Erfolg in Krefeld. © Andreas Chuc

Der EC Bad Nauheim hatte 700 Fans mobilisiert. Wir haben den »Familienausflug« nach Krefeld im Zeitraffer zusammengefasst.

(hss). Autobahn statt Eisenbahn: Ein Dutzend Sonderzüge haben der EC Bad Nauheim und seine Fans schon auf die Schiene gebracht. Am Sonntag wurde den Reise-Geschichten der Roten Teufel ein neues Highlight hinzugefügt. Rund 700 Fans in 13 Bussen und etliche private Fahrgemeinschaften machten aus dem Konvoi nach Krefeld ein riesiges Happening. Die Tour zum DEL-Absteiger wurde bundesweit in Eishockey-Deutschland registriert und hat über die Social-Media-Kanäle enorme Resonanzen erzielt. Allein der Facebook-Teaser »Die EC-Familie fährt nach Krefeld« hat 263 781 Personen erreicht - absoluter Rekord und ein phänomenaler Wert für die Kurstädter. Das i-Tüpfelchen: Die Neun-Punkte-Woche in der Deutschen Eishockey-Liga 2 ist mit einem überzeugenden 4:1-Sieg bei den favorisierten Pinguinen gekrönt worden. Der »EC-Feiertag« im Zeitraffer:

10:46 Uhr: Die Ruhe vor dem Sturm. Noch ist es ein Sonntagvormittag wie viele andere zuvor am Parkplatz Frankfurter Straße.

11:04 Uhr: Ein Transporter fährt vor. Annika Klee, Alina Santjohanser, Jens Möller, Elias Weber und Jan Jochum von der EC-Geschäftsstelle laden mit Unterstützung einiger »Fanatics«-Mitglieder 250 Getränkekisten aus. Der flüssige Proviant wird später auf die 13 Busse verteilt.

11:22 Uhr: Franzisco »Siggo« Lucio Tippmann, Vorsitzender des Fanclubs »Rote Teufel«, hat einen Kreis an Helfern um sich versammelt. Organisatorische Dinge werden besprochen.

11:37 Uhr: Die langjährigen EC-Fans Heidi und Mario Jung sind auf dem Weg zum Treffpunkt: »Wir freuen uns riesig und waren schon 1999 in Essen dabei, als Peter Draisaitl den entscheiden Penalty gegen uns verwandelt hat.«

12:16 Uhr : Die Busse 3, 10 und 13 sind noch nicht da.

12:20 Uhr: »Was für ein Happening«, meint EC-Gesellschafter Ralph Thierer beim Blick über den Parkplatz, der von der Farbe Rot dominiert wird.

12:36 Uhr: Klaus Reuter vom Polizeipräsidium Mittelhessen, der unzählige Male als Einsatzleiter EC-Spiele und -Events begleitet hat, ist privat und als Fan dabei: »Ich habe viele knackige Derbys erlebt, aber das ist schon ein außergewöhnliches Erlebnis heute.«

13:20 Uhr: Durchsage eines Busfahrers: »Wir fahren 244 Kilometer und brauchen etwa drei Stunden, plus-minus drei Tage.«

14:00 Uhr: Motorschaden bei Bus Nummer 3. Das Gefährt wird in Dillenburg ausgetauscht.

14:52 Uhr: Rastplatz Aggertal bei Overath. Der Stopp von elf Bussen wird zum Gruppenfoto genutzt. Der Stimmungspegel steigt.

16:40 Uhr: Die Yayla-Arena ist erreicht. Direkt gegenüber liegt die altehrwürdige Rheinlandhalle.

18:26 Uhr : Vor einer Loge im Oberrang verfolgt Peter Draisaitl, Vater von NHL-Superstar Leon Draisaitl und zukünftiger Pinguine-Coach, das Spiel.

18:26 Uhr: »Gude aus Krefeld!« Der EC-Liveticker mit Laurin Sondermann ist online.

18:48 Uhr : Strafzeit für Leon Niederberger

18:50 Uhr: Toooor - just als der ehemalige EC-Förderlizenzspieler aus der »Kühlbox« kommt, trifft Andreas Pauli. Der erste Treffer für den Stürmer nach seinem Comeback.

19:04 Uhr: Wieder Strafe Niederberger, diesmal jubelt Taylor Vause im Powerplay. Aber: Die Schiedsrichter zeigen an: Videobeweis.

19:09 Uhr: Entscheidung nach fast fünf Minuten Wartezeit: Alles regulär - 0:2. Die »rote Wand« hinter Krefeld-Keeper Belov skandiert: »Fliegenfänger, Fliegenfänger«.

20:30 Uhr: Der 700-Kehlen-Chor in Rot explodiert erneut: Fabian Herrmann schießt im Schlussabschnitt das 3:1. Nur noch zwölf Minuten.

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Die Vorentscheidung: Fabian Herrmann erzielt auf Zuspiel von Taylor Vause den Treffer zur 3:1-Führung für den EC Bad Nauheim. © Andreas Chuc

20:36 Uhr: Die Roten Teufel dominieren, bieten eine starke Vorstellung. »Allez Allez Allez, nur unser EC« wird in Dauerschleife gesungen.

20:50 Uhr : Stadionsprecher-Ansage: »Es laufen die letzten beiden Spielminuten« - Pauli zielt am leeren Tor vorbei.

20:53 Uhr : Querpass Tobias Wörle, Empty-Net-Goal Jordan Hickmott. Der Sack ist zu. Jetzt geht das Spektakel auf der Tribüne weiter - und später in den Bussen!

21:07 Uhr: Die EC-Mannschaft lässt sich auf dem Eis feiern und feiert ihrerseits die mitgereisten Schlachtenbummler.

21:12 Uhr: Pressekonferenz in den Arena-Katakomben. Trainer Harry Lange ist »stolz auf die Mannschaft« und sagt über den Support von den Rängen: »Unfassbar. Unsere Fans sind speziell. Dass Bad Nauheim in der zweiten Liga spielen kann, da muss jeder zusammenhalten und miteinander durch dick und dünn gehen. Das war nicht das erste Mal, dass wir solche Massen bewegt haben und wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Die Fans haben wieder bewiesen: Wir können uns hundertprozentig auf sie verlassen.«

21:37 Uhr: Alle Busse haben die Heimfahrt angetreten. Auf Rädern wird feuchtfröhlich-lautstark gefeiert und gefachsimpelt oder auch nur versucht, eine Schlaf zu bekommen.

02:01 Uhr: Bus 9 kehrt nach einer »Ehrenrunde« bei Leverkusen und rund um Köln als »Schlusslicht« zurück, müde und begeistert zugleich vom phänomenalen Trip ins Rheinland.

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