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Eric Stephan fällt vier bis sechs Wochen aus.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Mit Angreifer in der Abwehr

  • VonHolger Hess
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Der EC Bad Nauheim muss wochenlang ohne Tomas Schmidt und Eric Stephan auskommen. Kurzfristig wird wohl ein Stürmer in der Defensive aushelfen.

Personalengpass in der Defensive! Tomas Schmidt und Eric Stephan fallen verletzungsbedingt über mehrere Wochen hinweg aus. In drei Spielen im 48-Stunden-Rhythmus steht Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim zunächst am Wochenende vor anspruchsvollen Aufgaben. Am Freitag (19:30 Uhr) gastiert der Tabellenzweite Dresdner Eislöwen im Colonel-Knight-Stadion. Der Sonntag (18:30 Uhr) steht im Zeichen des nächsten DEL2-Hessenderbys, wenn die Roten Teufel beim Drittplatzierten Löwen Frankfurt antreten. Schlag auf Schlag geht es für den dezimierten EC am Dienstag (19:30 Uhr) in Bad Tölz weiter.

»Die Leistung ist ein bisserl nach unten gegangen, was im Verlauf einer Saison normal ist. Das ist keine Krise, aber wir haben nicht die Tiefe im Kader«, äußert sich Trainer Harry Lange im Interview auf »EC Bad Nauheim TV«. Die Ausfälle von Tomas Schmidt und Eric Stephan treffen die Kurstädter empfindlich.

Boostern und regenerieren: Ungewohnte Stille herrschte am Mittwoch zur Mittagsstunde und zur gewohnten Trainingszeit auf der frisch aufbereiteten Eisfläche. Die erste Übungseinheit nach der 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen in Crimmitschau wurde auf den Abend verschoben, um die Regenerationszeit vor allem für die 13 Spieler zu verlängern, die zum Wochenstart eine Booster-Impfung erhalten hatten. Am Schreibtisch im Verwaltungstrakt zuckte Dag Heydecker mit den Schultern: »Dieses unglaubliche Verletzungspech zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison«, sagt der Geschäftsleiter, »wir sondieren den Markt und werden schauen, was kurzfristig umsetzbar ist.«

Die Hiobsbotschaften: Am Donnerstagmittag haben die Roten Teufel ihre Hiobsbotschaften publik gemacht. Tomas Schmidt hat sich am Sonntag in Crimmitschau eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Das bedeutet - nach eingehenden Untersuchungen - eine mehrwöchige Pause für den Abwehrspieler. Eric Stephan wird wahrscheinlich vier bis sechs Wochen ausfallen. Der Verteidiger hatte sich - ebenfalls in Crimmitschau - eine Oberkörperverletzung zugezogen.

Ein Stürmer in der Abwehr: Philipp Wachter, Andreas Pauli, Philipp Maurer, Robin van Calster, jetzt Tomas Schmidt und Eric Stephan. Das EC-Lazarett bleibt frequentiert. »Um oben mitzuspielen, muss alles passen, müssen alle Spieler an Bord sein. Das habe ich schon im September, Oktober und November gesagt, als einige angefangen haben zu träumen«, meint Harry Lange, der gleich kämpferisch anfügt: »Wir sind alle hochmotiviert und müssen da durchtauchen.« Der Deutsch-Österreicher plant, einen Stürmer zurückzubeordern, um die kurzfristig entstandene Baustelle in der Defensive zu schließen.

Formstarke Sachsen: Fünf Spiele, fünf Siege - und die Eislöwen haben in keinem dieser Spiele mehr als zwei Gegentore hinnehmen müssen. Formstark und selbstbewusst fahren die Dresdner Eislöwen nach Hessen. Mit den Verteidigern Mike Schmitz und Maxi Kolb hat man die Verträge bereits verlängert, auch Coach Andreas Brockmann soll in »Elbflorenz« gehalten werden. Top-Scorer ist Jordan Knackstedt, die interne Torjägerliste führt der Schwede Johan Porsberger (18 Treffer) an.

Zuwachs im Löwen-Rudel: Mit einem 6:4 über die Lausitzer Füchse meldete sich der Aufstiegsaspirant aus Frankfurt zurück aus der Quarantäne. Während die Profis aus der Mainmetropole mit individuellen Workouts ihre Fitnesslevel hielten, verpflichtete Sportdirektor Franz Fritzmeier zwei neue Angreifer. Der Deutsch-Kanadier Brett Breitkreuz ist am Ratsweg ein alter Bekannter. Bereits zwischen 2015 und 2019 lief der 32-Jährige für die Löwen auf und stand zuletzt bei den Bietigheim Steelers unter Vertrag. Nathan Burns trug bis zu einem Kreuzbandriss im vergangenen Februar das Trikot des hessischen Rivalen Kassel Huskies. »Er wird frische Energie in unser Team bringen,« beurteilt Fritzmeier den 28 Jahre alten Neuzugang, der gebürtig aus Edmonton stammt. Ex-Kapitän Adam Mitchell trainiert derweil weiter fleißig mit für eine Fortsetzung seiner Karriere nach einer langwierigen Schulterverletzung. Die ursprünglich für Mitte Januar angepeilte Entscheidung über eine Verpflichtung zieht sich wohl doch noch etwas länger hin. Aber vielleicht kommt diese Verstärkung dann ja gerade recht für den Februar-Stress.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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