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EC Bad Nauheim: Mit innerer Unruhe

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Von: Michael Nickolaus

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Gute Nachricht für Taylor Vause: Der angeschlagene Top-Scorer des EC Bad Nauheim konnte nach einer MRT-Aufnahme Entwarnung geben und mit der Mannschaft trainieren. Links: Ex-Teufel: Denis Shevyrin. © Andreas Chuc

Die Corona-Pandemie wirbelt durch die DEL 2. Positive Tests, Spielausfälle und mancherorts Geisterspiele sind die Folge. Der EC Bad Nauheim will ungeachtet dessen am Freitag die Tabellenführung verteidigen.

Die Corona-Pandemie wirbelt durch die Deutsche Eishockey-Liga 2. Selb, Crimmitschau und Landshut hatten in den vergangenen Wochen schon Spiele verlegen müssen, Kaufbeuren meldet nun positive PCR-Tests, hat aber einen spielfähigen Kader - dazu kommen nun die behördlichen Zuschauer-Einschränkungen, die von Geisterspielen, Kapazitätssenkungen bis hin zum aktuellen Testnachweisen für jeden Hallen-Besucher gehen. In Bad Nauheim, wo das Colonel-Knight-Stadion als offene Veranstaltungsstätte eingeordnet wird, gilt nach wie vor die 3G-Regel. Die Roten Teufel empfangen am Freitag (19.30 Uhr) als Tabellenführer die Tölzer Löwen und sind am Sonntag (18.30 Uhr) bei den Heilbronner Falken zu Gast.

So lief die Woche in Bad Nauheim: Schnelltests, PCR-Tests, wieder Schnelltests. Die Wochenend-Vorbereitung war von einer gewissen inneren Unruhe begleitet worden. Zum Abschlusstraining am Donnerstag standen fünf Verteidiger und neun Stürmer auf dem Eis. Die PCR-Test-Ergebnisse vom Vortag hatten noch nicht vorgelegen. Mit welchem Kader die Roten Teufel also tatsächlich in das Wochenende gehen, entscheidet sich kurzfristig. Trainer Harry Lange spricht mit Blick auf das Wochenende von einem »harten Ritt«. Beide Gegner hätten »Qualität, da dürfen wir uns von deren zuletzt negativen Bilanzen nicht täuschen lassen«. Die gute Nachricht: Die MRT-Aufnahmen von Taylor Vause, der von einem Schuss am Knie getroffen worden war, haben keinerlei Auffälligkeiten gezeigt.

Stimmungstief in Bad Tölz: Die Stimmung ist gedrückt. Fünf der letzten sechs Spiele haben die Löwen verloren. Die Zuschauer zeigten ihren »Buam« zudem die kalte Schulter. 1148 Fans kamen durchschnittlich zu den acht Heimspielen - so wenig wie an keinem anderen DEL2-Standort. In der Vor-Corona-Saison hatten noch mehr als 2700 Zuschauer die Spiele besucht.

Kevin Gaudet, der Trainer, muss Woche für Woche mit kleinem Kader improvisieren. Auch jetzt. Thomas Brandl, der Bruder von Ex-Teufel-Kapitän Max Brandl, wird am Wochenende fehlen. Für Marcus Götz kommt ein Comeback an alter Wirkungsstätte wohl noch zu früh. Gerade in der Abwehr rotiert Gaudet zumeist mit zwei Pärchen. Keine Mannschaft hat mehr Gegentreffer kassiert (69). Die große Konstante im Kader ist Lubor Dibelka, 38-jähriger Stürmer, seit vier Jahren in Tölz unter Vertrag. Topscorer ist der DEL2-Dauerbrenner Tyler McNeely. Von den Führungsspielern Grant Besse - mit ihm hatte man sich im Sommer auch in Bad Nauheim beschäftigt - und lange verletzten Cam Spiro muss noch mehr kommen. Einen soliden Einstand feierte am Wochenende Torwart Jimmy Hertel, der für den verletzten Marco Wölfl nachverpflichtet worden ist.

Unruhe in Heilbronn: Im Unterland ist’s unruhig. Nach fünf Niederlagen in Serie hatten sich die Falken am vergangenen Sonntag immerhin zu einem 6:5-Erfolg gegen Bad Tölz gezittert. Kritiker finden derzeit viele Ansatzpunkte. Offensiv, wie defensiv. Die Leistungen des jungen Arno Tiefensee im Tor gleichen einer Wundertüte, in der Defensive fehlt hinter den gestandenden Kenny Morrison, Corey Mapes und Brock Maschmayer die Tiefe, und vorne können Spieler wie Stefan Delle Rovere oder auch Justin Kirsch nicht die Akzente setzen, die sie in der Vergangenheit ausgezeichnet hatten. Zudem leiden die Falken unter den Ausfällen bei DEL-Kooperationspartner Adler Mannheim, der die Förderlizenzspieler wie Moritz Wirth, Philipp Preto oder Luca Tosto natürlich in den eigenen Reihen einsetzt.

Die Pandemie: Am Dienstag hat Sachsen dicht gemacht. In Weißwasser, Crimmitschau und Dresden sind in den kommenden zwei Wochen keine Zuschauer zugelassen. In Baden-Württemberg gilt die 2G-Plus-Regel; unter anderem beim Spiel der Roten Teufel in Heilbronn. Die Falken hoffen, bereits am Sonntag Testmöglichkeiten unmittelbar am Stadion anbieten zu können. Gäste-Fans ist aber ein Test vor der Anreise anzuraten. In Bayern wiederum dürfen die Stadien nur zu 25 Prozent ausgelastet werden. Der ESV Kaufbeuren hatte am Mittwochabend - unter Berücksichtigung der Abstandsregeln - eine maximale Zuschauerzahl von 175 angegeben. Nach Informationen unserer Redaktion hatte sich diese Zahl am nächsten Morgen auf 775 erhöht. Fraglich ist scheint aber, ob und wann - angesichts einer 1000er-Indizenz rund um die kreisfreie Stadt - Zuschauer gänzlich ausgesperrt werden.

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