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EC Bad Nauheim: Nach Derby im Zwiespalt der Gefühle

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Von: Michael Nickolaus

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Da war die Welt der Roten Teufel in Ordnung: Tobias Wörle (knieend) hat den Führungstreffer für den EC Bad Nauheim erzielt. © Jürgen Keßler

Der EC Bad Nauheim verliert in Frankfurt mit 1:2 nach Verlängerung. Die Roten Teufel haben beim Titelfavoriten der Deutschen Eishockey-Liga 2 einen starken Eindruck hinterlassen, waren dann aber unaufmerksam.

56 Minuten lang hatten die Roten Teufel im Grunde genommen alles richtig gemacht. Mit Leidenschaft, mit Hingabe wurde den zahlreichen Ausfällen gegen die Löwen Frankfurt getrotzt. Tobias Wörle hatte im Hessen-Dernby der Deutschen Eishockey-Liga 2 den bis dato einzigen Treffer erzielt, doch am Ende reichte es für die Gäste aus der Wetterau beim 1:2 (0:0, 1:0, 0:1) nach Verlängerung nur zu einem Zähler; einem einerseits überraschenden Punktgewinn, doch überwog schließlich das Gefühl, am Main zwei Zähler weggeworfen zu haben.

Harry Lange, der Trainer der Roten Teufel, war entsprechend zwiegespalten: »Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung, gerade bei Fünf-gegenfünf und in Unterzahl. Dennoch bin sich sauer, wie wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben. Das darf so nicht passieren und ist bitter. Wir waren die bessere Mannschaft, aber wir haben’s nicht zu Ende gebracht.« Bo Subr, der Coach der Löwen, erkannte Defizite in der Konstanz: »Im ersten Abschnitt sind wir viel gelaufen, hatten unsere Chancen. Im zweiten Dritte hat Bad Nauheim die Oberhand gewonnen.«

Ärgerlich: 3:50 Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte Bad Nauheim alle Trümfe in der Hand: eine Ein-Tor-Führung und ein Powerplay. Das sollte doch eigentlich zu schaffen sein. In Unterzahl konterte aber Frankfurt, und Carson McMillan schob einen Querpass samt Torwart Felix Bick über die Linie - die Unparteiischen bliben auch nach Ansicht des Videomaterials bei ihrer Entscheidung, gaben den Treffer, so dass die Partie letztlich verlängert wurde. Hier wechselten die Roten Teufel ihr Personal ebenso fliegend wie fahrlässig, und Ryan Moser verwandelte seinen eigenen Nachschuss zum Siegtreffer für Frankfurt (61.).

Nach forschem, aggressivem Beginn, als Bad Nauheim im eigenen Verteidigungsdrittel stets unter Druck gesetzt und gefordert wurde, war dem Aufstiegsfavoriten über 40 Minuten hinweg nicht mehr allzu viel eingefallen. Die Gäste waren im zweiten Abschnitt die klare bessere Mannschaft, verdienten sich die knappe Führung und verteidigten auch in den letzten 20 Minuten mannschaft kompakt, stellten den Slot zu und gewannen hier die entscheidenden Zweikämpfe. Kevin Schmidt, einer von nur drei gestandenen Verteidigern, schien das Eis gar nicht mehr verlassen zu wollen, auch rechtfertige der 17-jährige Leo Hafenrichter als fünfter Verteidiger das in ihn gesetzte Vertrauen. Letztlich fehlten EC-Keeper Felix Bick wie schon am Freitag nur wenige Momente zu ersten Shutout der Saison.

Löwen Frankfurt: Hildebrand - Sonnenburg, Faber, Freis, Raymond, Maginot, Erk - Wenzel, Moser, Wruck, Breitkreuz, Burns, Dmitriev, Schwartz, McMillan, Wirt, Strodel, Vogt, Preto.

EC Bad Nauheim: Bick - Sekesi, Seifert, Kevin Schmidt, Mick Köhler, Hafenrichter, Dobryskin - Keck, Vause, Körner, Pollastrone, Hickmott, Wörle, Herrmann, El-Sayed, Reiter, Leon Köhler.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (28.) Wörle (Kevin Schmidt, Pollastrone), 1:1 (57.) McMillan (Schwartz, Faber - SH), 2:1 (61.) Moser (Sonnenburg, Schwartz). - Schiedsrichter: Engelmann/Klein. - Strafminuten: Frankfurt 8, Bad Nauheim 4. - Zuschauer: keine.

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