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EC Bad Nauheim: Permanente Improvisation

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Von: Holger Hess

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Der Trainingsbetrieb der Roten Teufel mt Eric Stephan hat auch in dieser Woche in besonderer Form unter der Corona-Pandemi gelitten. © Andreas Chuc

Der EC Bad Nauheim geht mit einer Reihe an offenen Fragen in das Wochenende. Am Freitag ist Crimmitschau zu Gast, am Sonntag spielen die Roten Teufel in Ravensburg.

Im langen Schatten der Corona-Pandemie. Wen erwischt das Virus als nächsten? Wer bleibt spielfähig? Wie verlaufen die (PCR-)Tests? Welche Regeln sind umzusetzen? Vor dem Freitag-Heimspiel (19.30 Uhr, Einlass nach 2G-Konzept) gegen die Eispiraten Crimmitschau gehört Tabellenführer EC Bad Nauheim aktuell in der Deutschen Eishockey Liga 2 zu den drei von der Pandemie personell am heftigsten geplagten Klubs. Am Sonntag (18.30 Uhr) gastieren die Hessen in Ravensburg.

Ganze 22 Sekunden dauerte am Dienstagabend das Statement von Marian Bazany nach der 1:3-Niederlage in Freiburg. »Aus meiner Sicht gibt es sportlich nicht viel zu sagen«, gab Crimmitschaus Coach bei der Pressekonferenz schmallippig zu Protokoll. Der Deutsch-Tscheche betonte »den Kader, den wir hatten« und verwies damit auf die 24-tägige Zwangspause sowie auf rund ein Dutzend Ausfälle.

Zu gleicher Stunde landeten die Bayreuth Tigers mit nur elf Feldspielern (!) einen imponierenden 6:4-Coup in Selb. Die Mannschaft von Petri Kujala zählt neben den Eispiraten und den Roten Teufeln momentan zum DEL2-Trio mit den größten Personalsorgen.

Ohne Torjäger und Topscorer: »Wir hoffen, dass er nicht noch länger ausfallen wird«, lässt sich Trainer Harry Lange hinsichtlich Art der Verletzung bei Topscorer Taylor Vause (26 Punkte) keine Details entlocken. Mit etwa vier Wochen Ausfallzeit rechnen die Rot-Weißen beim 30-jährigen Kanadier aus Calgary. Ebenfalls weiter fehlen wird Tristan Keck, der mit 18 Treffern nach wie vor erfolgreichster Vollstrecker im Liga-Ranking ist.

Wer kommt wann zurück? Taylor Vause, Tristan Keck, Marc El-Sayed, Philipp Wachter, Fabian Herrmann, Nikonor Dobryskin, Patrick Seifert, Andreas Pauli - acht Spieler fehlten zuletzt Pandemie- oder verletzungsbedingt. Hinzu kommt Co-Trainer Hugo Boisvert, der in häuslicher Quarantäne die kommenden Gegner analysiert. Zu Wochenbeginn und gestern wurden alle EC-Cracks erneut PCR-getestet. Die täglich variierenden Bestandsaufnahmen zwingen die EC-Verantwortlichen zum permanenten Improvisieren. Maximal 14 Mann gehören derzeit zur Trainingsgruppe von Harry Lange, der die Eis-Einheit am Mittwoch situationsgeschuldet kurzerhand absagen musste. »Vielleicht Marc El-Sayed«, hofft der Coach am Wochenende auf die Rückkehr des Kapitäns. Vom DEL-Kooperationspartner aus Köln könnten möglicherweise die Junghaie-Angreifer Pascal Steck (18 Jahre) und Michael Bartuli (19) Optionen für das ausgedünnte Aufgebot der Wetterauer werden.

Ausfälle in Crimmitschau: Angespannt ist die Lage auch beim heutigen Kontrahenten aus Crimmitschau. »Die Jungs hatten fast drei Wochen lang kein richtiges Training, konnten sich während der Quarantäne - ob mit oder ohne Symptome - nicht wirklich fit halten«, sagt Eispiraten-Assistenztrainer Alexander Sulzer, der ehemalige deutsche Nationalspieler. Zuletzt fehlten den Westsachsen die Leistungsträger Luca Gläser, Mario Scalzo, Dominic Walsh Patrick Pohl, André Schietzold, der slowenische Nationaltorwart Torwart Luka Gracnar sowie der langzeitverletzte kanadische Verteidiger Kelly Summers. Im Kader findet sich Stürmer Thore Weyrauch. Er ist der Sohn von Armin Weyrauch, dem früheren Weltmeister im Rudern aus Bad Nauheim.

Spielt Charlie Sarault? Die Ravensburg Towerstars nisten sich allmählich dort ein, wo man die Oberschwaben auch erwartet - unter den Top-Vier. Fraglich ist noch der Einsatz von Ex-Teufel Charlie Sarault. Der Topscorer der Baden-Württemberger schied am vergangenen Sonntag im ersten Drittel verletzt aus. Mit Daniel Heinrizi, bis 2018 in verschiedenen Positionen in der Kurstadt tätig, fungiert ein weiterer ehemaliger Bad Nauheimer als Geschäftsführer Sport beim Sonntag-Gastgeber.

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