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Starke Leistung: Philipp Maurer im Tor des EC Bad Nauheim verhindert hier gegen Tyler McNeely einen Treffer der Tölzer Löwen.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Punkt gewonnen, zwei (weitere) Spieler verloren

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Ein Punktgewinn beendet einen tubulenten Freitag beim EC Bad Nauheim.

Punkt gewonnen. Zwei (weitere) Spieler verloren. Tabellenführung dank Schützenhilfe ausgebaut. Ein verrückter Eishockey-Abend. 2087 Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion sahen ein 1:2 (0:0, 1:1, 0:0/0:1) des EC Bad Nauheim gegen die Tölzer Löwen. Für die Roten Teufel war’s die erste Niederlage nach zuvor sechs »Dreiern« in Serie. »Meine Mannschaft hat stark begonnen, zehn Minuten lang nichts zugelassen. Danach haben wir Kampf pur gesehen«, meinte Löwen-Trainer Kevin Gaudet. Harry Lange, Coach der Gastgeber, lobte das Unterzahlspiel seines Teams, sprach aber von »schlampigem Spiel« in den ersten beiden Dritteln. »Wie wichtig dieser Punkt sein kann, werden wir vielleicht am Saisonende sehen.«

In der Verlängerung waren gerade einmal sieben Sekunden gespielt, als Cam Spiro spielentscheidend traf. Nur eine Zeigerumdrehung zuvor hatten die Hessen noch mehrfach gute Möglichkeiten, die Partie in regulärer Spielzeit zu entscheiden. Mit dem einzigen Treffer für die Hausherren hatte Kevin Schmidt die 1:0-Führung erzielt (33.).

Bitter: Mit Jerry Pollastrone (verletzt) und Huba Sekesi (Matchstrafe nach Check gegen Grant Besse, der blutend wie benommen vom Eis geführt worden ist/50.) haben noch zwei Spieler die lange Ausfallliste der Wetterauer ergänzt. Ohne seine beiden Langzeitverletzten sowie fünf kurzfristige Ausfälle (siehe Extra-Artikel) waren die Roten Teufel in die Partie gegangen. Aus Köln war am Nachmittag Max Glötzl noch zur Ergänzung angereist.

De Woche mit Schnell- und PCR-Tests, mit großer Ungewissheit und Improvisation im Training (Darf trainiert werden? Wer darf trainieren? Wie viele dürfen trainieren?) hatte Spuren hinterlassen. Den Teufeln fehlten mit nur anfangs noch neun Stürmern (Tobi Wörle hatte lediglich das Abschlusstraining bestritten) und mit fünf Verteidigern rotierend, die Spritzigkeit, die Frische und das Tempo, dass die Mannschaft auszeichnet.

Im Fokus der 60 Minuten standen die Torhüter. Jimmy Hertel und Philipp Maurer verdienten sich Bestnoten. Die klareren Chancen hatten die Gastgeber, die bis zur 36. Minute auf einen Treffer warten mussten. Kevin Schmidt traf, nachdem Mick Köhler dessen Zuspiel zunächst an den Pfosten gesetzt hatte. Pollastrone spiele da quasi schon auf einem Bein. Bei einem Allerwelts-Zweikampf im erste Abschnitt hatte sich der US-Amerikan der verletzt und marschierte im Schlussabschnitt in die Kabine. Beim Ausgleich hatten die Gastgeber Markus Eberhardt nicht gedeckt (39.).

Das Schussdrittel lebte von der Spannung, Bad Nauheim überstand vier Unterzahl-Minuten (50. bis 54), konnte dann ein Powerlay nicht nutzen (ein Schmidt-Schuss wurde förmlich von der Linie gekratzt), so dass die Partie verlängert wurde.

EC Bad Nauheim: Maurer - Sekesi, Stephan, Kevin Schmidt, Tomas Schmidt, Glötzl, Shevyrin - Pollastrone, Hickmott, Mick Köhler, Körner, Vause, van Calster, Leon Köhler, Wörle, Reiter.

Tölzer Löwen: Hertel - Leitner, Brady, Eberhardt, Bohac - Kharboutli, McNeely, Dibelka, Ott, Schlager, Spiro, Merl, Kolb, Besse.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (36.) Kevin Schmidt (Mick Köhler, Tomas Schmidt), 1:1 (39.) Eberhardt (Dibelka), 1:2 (61.) Spiro (Schlager). - Schiedsrichter: Janssen/Neutzer. - Strafen: Bad Nauheim 6 plus Minuten plus Matchstrafe (Sekesi), Bad Tölz 4. - Zuschauer: 2087.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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