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Patrick Seifert

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: So hat Patrick Seifert sein Comeback nach sieben Monate Pause erlebt

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Patrick Seifert hat lange auf diesen Moment hingearbeitet. Mehr als sieben Monate waren nach dem letzten Spiel des Verteidiger vergangen. Am Freitag stand der 31-Jährige erstmals für den EC Bad Nauheim auf dem Eis.

Erst Marc El-Sayed, jetzt Patrick Seifert und - wohl noch vor dem Jahreswechsel - dann Andreas Pauli. Drei Langzeitausfälle kehren langsam in den Kader des EC Bad Nauheim zurück. Am Freitag, beim 2:1 gegen Freiburg, hat Seifert sein Comeback gefeiert. Für den 31-Jährigen war’s zugleich sein Debüt für die Roten Teufel, die den ehemaligen DEL- (387 Einsätze) und Nationalspieler (zwei Partien) im Sommer verpflichtet hatten. Im Interview blickt Seifert auf sein Comeback sowie eine lange Leidenszeit zurück und erklärt, warum die Mannschaft zurecht ganz vorne mitspielt.

Patrick Seifert, das Freitag-Spiel war für Sie eine besondere Partie. Wie haben Sie diese Begegnung erlebt?

Ich hatte mich riesig darauf gefreut, und es hat mega Spaß gemacht. Es war doch eine lange Zeit, zudem war’s mein erstes Spiel für meinen neuen Klub. Am Ende haben wir gewonnen, da freut man sich quasi doppelt.

Ihre Mannschaft hat gegen das bis dahin formstärkste Team das Spiel bestimmt, nur lange Zeit das Tor nicht getroffen. Dennoch gab es nur einen kurzen Moment, in dem am Sieg gezweifelt werden musste

Ja, momentan läuft’s. Die gute Stimmung überträgt sich aus der Kabine auf das Eis, und wenn man dort erfolgreich ist, erfolgt wieder die positive Rückkopplung in die Kabine.

Die lange Pause, die fehlende Spielpraxis, war Ihnen nicht anzumerken.

Ich glaube, ich habe ein solides Spiel gemacht. Ich hatte mir vorgenommen, mein Spiel einfach zu halten, dann ist’s umso leichter. Und das hat ganz gut funktioniert.

Wie geht’s Ihnen nach den ersten Praxistests?

Gut. Natürlich spürt man die Belastung, aber das ist alles im Rahmen. Wir versuchen penibel, den Mittelweg zu finden.

Ihre Trainer hatte »wenige Eiszeiten« angekündigt. Dafür haben Sie doch recht oft auf dem Eis gestanden

Wir hatten uns drei, vier Wechsel pro Drittel vorgenommen. Einerseits wollten wir die Strukturen im operierten Bereich nicht überlasten, andererseits musste ich im Rhythmus bleiben, um nicht auszukühlen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.

Sie kennen aufgrund einer früheren Schulterverletzung eine lange Leidenszeit. Wie sind Sie damit umgegangen, dass sich Ihr Comeback immer weiter hinauszögert?

Das ist mental schon sehr herausfordernd. Diese Art der Verletzung folgt keinem klaren Plan wie beispielsweise ein Knochenbruch, der in der Regel sechs Wochen heilt, ehe man nach acht Wochen wieder dabei ist. Es ist schwer, immer am Ball zu bleiben, und ich habe sicher noch ein Stückchen zu gehen. Aber ich bin auf einem guten Weg.

Beschäftigt man sich während einer so langen Zeit als Ü 30-Spieler auch mit einem möglichen Ende der Laufbahn?

Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber ich denke, ein paar Jährchen habe ich noch drin.

In Ravensburg hatten Sie am Ende noch mit Ihrer Verletzung gespielt

Ja, das stimmt. In den Playoffs habe ich dann ein Check bekommen. Und dann ging nichts mehr. Es hieß, sechs bis acht Wochen Ruhe halten, dann ist’s weg. Es war aber nicht weg. Dass ich operiert werden musste, kam für mich überraschend. Auch da war von drei bis vier Monaten die Rede, inzwischen sind fünf Monate vergangen.

Sie sind erst zum Ende der Vorbereitung nach Bad Nauheim gekommen, konnten anfangs nicht auf dem Eis trainieren. Wie gelingt unter diesen Voraussetzungen als Neuzugang die Integration?

Das war auch für mich eine neue Situation und nicht ganz einfach. Vormittags, wenn die Jungs im Stadion waren, war ich zur ambulanten Reha in der Park-Klinik. Ich habe versucht, so oft es geht, in der Kabine vorbeizuschauen, mich mit dem einen oder anderen auszutauschen. Später ging’s dann sehr schnell; auch ohne Eistraining. Man ist Teil der Kabine, sieht sich im Kraftraum, lernt die Kollegen besser kennen. Und von der Tribüne erkennt man dann auch die einzelnen Spielertypen.

Sie haben die Mannschaft lange Zeit von außen betrachtet, Spiele und Gegner von der Tribüne aus verfolgen können. Wie bewerten Sie die erste Saisonhälfte?

Die Mannschaft steht sehr gut da. Richtig überrascht bin ich allerdings nicht. Wir haben eine gute Gruppe, in der jeder versucht, seine Stärken einzubringen. Wir kommen über das Kollektiv, haben nicht einzelne Stars wie andere Mannschaften. Hier arbeitet jeder zusammen. Eine Stärke ist unser Speed, gerade durch die neutrale Zone. Wenn wir das ausspielen, hat es jeder Gegner schwer. Deshalb denke ich, dass die Mannschaft ihren aktuellen Tabellenplatz auch verdient hat. FOTO: CHUC

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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