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EC Bad Nauheim surft weiter auf der Erfolgswelle

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Von: Holger Hess

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Nach dem nächsten Bad Nauheimer Erfolg könnte die Stimmung bei Leo Hafenrichter, Michael Bartuli und Felix Bick (v. l.) nicht besser sein. © Andreas Chuc

Das nennt man einen Lauf. Die Roten Teufel holen 15 Punkte aus den letzten fünf Begegnungen. Die Gegentorflut vom Saisonbeginn ist gestoppt. Vorne setzt man auf Variabilität.

(hss). Im Flow. Fünf Siege in Serie, Tabellenplatz vier, wieder ein Sechs-Punkte-Wochenende. Es läuft wie am Schnürchen für den EC Bad Nauheim in der DEL 2. Dem 2:0-Auswärtssieg bei den kriselnden Bayreuth Tigers folgte ein 3:2 über die Ravensburg Towerstars, dem Halbfinal-Konkurrenten der vergangenen Saison.

Schnell, intensiv, spannend - besonders die knackige Partie am Sonntag versprühte in vielen Phasen Playoff-Charakter und begeisterte das Publikum im Colonel-Knight-Stadion. »Sie haben eine sehr gute Mischung. Garantieren kann man nie etwas, aber die Roten Teufel können es weit bringen«, sagte Towerstars- und Ex-EC-Stürmer Maximilian Hadraschek respektvoll.

Kurios: Bei den Oberschwaben fehlten mit Angreifer Charlie Sarault, einem weiteren ehemaligen Bad Nauheimer Spieler, und Verteidiger Julian Eichinger gleich zwei Profis, die auf die Geburt ihrer Kinder wart(et)en. »Charlie ist am Donnerstag nach Ottawa geflogen und elf Stunden später wurde sein Sohn geboren«, bestätigte Daniel Heinrizi, Ravensburgs Sportlicher Leiter, die Nachricht vom freudigen Familien-Ereignis beim 30-jährigen Kanadier. Bei Eichinger wusste Towerstars-Pressesprecher Frank Enderle bis zum Montagnachmittag noch nichts zu vermelden.

»Wir waren heute der glückliche Sieger, das nehme ich gerne mit«, kommentierte Harry Lange den packenden Fight. »Das Forechecking ist bei beiden Mannschaften eine der Stärken. Da hatte Ravensburg in den ersten zehn Minuten die Oberhand. Es hat uns natürlich geholfen, dass wir den Ausgleich geschafft haben und die Powerplay-Situationen hatten«, analysierte der EC-Trainer, der über weite Strecken des zweiten Drittels die besseren Chancen bei seinem Team sah. »Dann wurde Ravensburg stärker. Ein guter Chip-Pass, und Taylor Vause machte das Tor. In den letzten sechs, sieben Minuten hatten wir etwas Glück, haben es aber leidenschaftlich verteidigt«, resümierte Lange. Ab dem zweiten Durchgang mussten die Gäste auf Keeper Jonas Langmann verzichten, der mit Schwindelgefühlen in der Kabine blieb und durch Jonas Stettmer ersetzt wurde.

Auf der Gegenseite war auf Felix Bick einmal mehr Verlass: Der 29-Jährige hatte am Freitag in Bayreuth bereits seinen dritten Saison-Shutout gefeiert - übrigens im 250. Pflichtspiel des gebürtigen Schwarzwälders im rot-weißen Trikot. 806 Minuten lang hat der »Vielspieler« in der laufenden Meisterschaftsrunde den EC-Kasten gehütet und dabei neun Siege eingefahren.

Nach der schwierigen Vorbereitung mit einem holprigen Start wurde die anfängliche Gegentor-Flut eingedämmt. 49 Treffer hat die Offensive der Kurstädter bislang produziert und ist damit zusammen mit Kassel und Crimmitschau der torgefährlichste Club hinter Spitzenreiter Kaufbeuren und Landshut (beide 54).

Neben »Goldhelm« Taylor Vause (16 Zähler bei sieben Toren plus neun Vorlagen) findet sich im liga-weiten Top-Scorer-Ranking eine weitere Handvoll an Nauheimern, die schon zweistellig gepunktet haben: Jerry Pollastrone (16/5+11), Tim Coffman (14/8+6), Jordan Hickmott (14/7+7), Tobias Wörle (13/3+10) sowie Kevin Schmidt (11/2+9). Und auch auf der separaten Skala der U21-Förderverträge sind beide EC-Talente ganz oben zu finden: Fabian Herrmann (7/4+3) führt das Klassement mit Johannes Krauß (Kaufbeuren) und Tim Sezemsky (Ravensburg) an, Michael Bartuli hat bis dato fünf Punkte (3+2) auf dem Konto.

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