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EC-Trainer Harry Lange warnt: Kein Selbstläufer gegen Selb

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Von: Holger Hess

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EC-Trainer Harry Lange instruiert Anfang September seine Spieler im Testspiel gegen die Selber Wölfe, die am heutigen Dienstag für das DEL2-Meisterschaftsspiel im Colonel-Knight-Stadion vorstellig werden. © Andreas Chuc

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim bekommt keine Verschnaufpause. Bereits am heutigen Dienstag wird Aufsteiger Selber Wölfe im Kurpark vorstellig.

Die imposante Auswärtsserie ist gerissen, der Substanzverlust war einfach zu groß. Nach neun Siegen in fremden Gefilden hat der EC Bad Nauheim die Rückfahrt aus Ravensburg am Sonntagabend erstmals ohne Punkte angetreten. Zeit zum Verschnaufen bleibt in der Deutschen Eishockey Liga 2 nicht. Am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) erwarten die Roten Teufel bereits die Selber Wölfe.

Mit nachdenklicher Miene stand Trainer Harry Lange am späten Freitagabend im VIP-Raum des Colonel-Knight-Stadions. Kurz zuvor hatte er in der Pressekonferenz nach dem Overtime-2:1 über die Eispiraten Crimmitschau reflektierende Worte gewählt, die nicht gefallen wären, »wenn wir verloren hätten«. Langes Statement: Es sei keinesfalls die Suche nach einer Ausrede, betonte der Deutsch-Österreicher und sagte: »Die Gesundheit steht an erster Stelle. Nur: Wenn wir nicht gewährleisten können, dass die Spieler vor dem Spiel gesund sind und das dann ein Risiko für unsere Mannschaft wird, dann habe ich ein Problem damit.« Der Headcoach des EC Bad Nauheim ließ seinen Gedanken nach dem nächsten Kraftakt mit dezimiertem Kader freien Lauf. »Wenn man eine Infektionskette hat - so wie wir - und es dann nicht vier, fünf Tage gibt, um zweimal PCR-Tests zu machen, dann muss ich echt sagen, das ist nicht in Ordnung.«

Er wisse um den vollen Terminkalender der Liga und um die »Spielstärkeregel 9+1«, die besagt, dass mindestens neun Feldspieler und ein Torhüter einsatzfähig sein müssen - und der alle Teams zugestimmt hätten. Lange: »Wenn 9+1 nach dem zweiten PCR-Test erfüllt ist, gehen wir raus und spielen. Aber wenn wir nicht wissen, ob da am nächsten Tag wieder etwas passiert, dann habe ich ein Riesenproblem. Ich hoffe, dass dann auch mal der Menschenverstand überhandnimmt.«

EC Bad Nauheim: Sonderlob für Torwart Philipp Maurer

Extralob für Maurer: Vor dem Duell mit den Westsachsen hatte sich mit Torwart Felix Bick ein weiterer Leistungsträger krankheitsbedingt abgemeldet. Die nächste Hiobsbotschaft für den EC, der sich immerhin hundertprozentig auf seinen Backup verlassen kann. »Wie Philipp Maurer zurzeit spielt - und schon die ganze Saison. Unglaublich«, verteilte Lange ein Extralob an den am vergangenen Donnerstag 21 Jahre alt gewordenen Förderlizenz-Keeper von DEL-Kooperationspartner Kölner Haie. Erfreulich auch, dass Kapitän Marc El-Sayed nach erfolgreichem Durchlaufen des Return-to-Play-Protokolls wieder ins Team zurückgekehrt war.

Nur 48 Stunden: Nach der 1:3-Niederlage in Ravensburg - ausgerechnet an Harry Langes 38. Geburtstag - wartet nur 48 Stunden später bereits der 21. DEL2-Spieltag auf die Wetterauer. »Jeder erwartet, dass wir gegen Selb gewinnen. Wir müssen von Anfang an hellwach sein«, mahnt Bad Nauheims Coach vor dem Heimauftritt gegen die Wölfe. Ob sich die Personallage beim Gastgeber entspannt, dürfte sich erst in den Stunden vor dem ersten Bully entscheiden.

EC Bad Nauheim: Duell gegen Aufsteiger Selb mit Neuzugang Vantuch und Evergreen Gare

Selb holt Vantuch: Der Aufsteiger aus Hochfranken kommt als Tabellenschlusslicht ins Colonel-Knight-Stadion. Vier Spiele weniger als der EC hat der Liga-Neuling aufgrund einer der Corona-Pandemie geschuldeten Quarantänephase bisher absolviert. Mit dem nachverpflichteten tschechischen 1,95-Meter-Hünen Lukas Vantuch verfügt Trainer Herbert Hohenberger jetzt über die Option, einen überzähligen Ausländer auf der Tribüne zu lassen. Zuletzt pausierte der kanadische Schlussmann Evan Weninger. Dessen Vertreter Michel Weidekamp präsentierte sich formstark.

Evergreen Lanny Gare: Topscorer, Kapitän, Publikumsliebling. Von 2008 bis 2012 stand der Dauerbrenner aus British Columbia in der Oberliga für die Roten Teufel auf dem Eis. Er galt als der Kopf beim damaligen Drittligisten aus der Kurstadt und erzielte als Mittelstürmer 155 Treffer in 195 Partien. Mittlerweile bestreitet der 43-jährige Deutsch-Kanadier seine siebte Spielzeit in der Selber »Netzsch-Arena«.

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