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EC Bad Nauheim vs. Kassel Huskies - der Standort-Check

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Von: Michael Nickolaus

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Kevin Schmidt trifft mit dem EC Bad Nauheim in den Playoffs auf die Kassel Huskies. © Andreas Chuc

Kassel gegen Bad Nauheim. Huskies und Rote Teufel treffen ab Mittwoch im Playoff-Viertelfinale der aufeinander. Wer hat wo die Nase vorn?

Wer zuerst vier Spiele gewinnt, zieht in das Halbfinale ein. Kassel, Meister von 2016, hat in der vergangenen Saison den DELAufstieg knapp verpasst. Bad Nauheim hat sich in der neunten Saison nach der ZweitligaRückkehr zum vierten Mal für das Viertelfinale qualifiziert.

Die Sportredakteure Michael Nickolaus und Björn Friedrichs haben die beiden Standorte vor dem Playoff-Start verglichen.

Nachwuchsarbeit

Bad Nauheim / Der Stammverein (rund 330 Mitglieder) hat eine Senioren-Mannschaft (Hessenliga) gemeldet und nimmt mit sieben Nachwuchsteams am Spielbetrieb teil. Die älteste Nachwuchsmannschaft, die U20, steht in der DNL-Division III Nord auf Rang sechs.

Kassel / Die Eishockey-Jugend Kassel, finanziell eigenständiger Nachwuchsverein der Huskies, hat mehr als 400 Mitglieder, von denen 180 aktiv für die Teams von U20 bis U7 spielen. Die U20 spielt ebenfalls in der DNL III Nord, ist dort hinter Duisburg Zweiter. Die Senioren-Mannschaft, die EJ Kassel 89ers, spielt in der Hessenliga und führt dort die Tabelle an.

Infrastruktur

Bad Nauheim / Das Colonel-Knight-Stadion ist längst nicht mehr zeitgemäß. Schon 2019 war das Projekt Multifunktionshalle angestoßen, dann aber durch die Corona-Pandemie nicht mit dem erhofften Tempo vorangetrieben worden. Bezüglich der Spielstätte läuft der GmbH so langsam die Zeit davon. Im Hintergrund wird die Planung vorangetrieben.

Kassel / Noch vor einem Jahr gehörte die 1977 erbaute Eissporthalle mit der alten Bande und nicht mehr zeitgemäßer Technik zu den ganz alten Eisen im DEL-2-Feuer. Nach dem rasanten und weiter fortschreitenden Umbau ist die Halle aber ein echtes Schmuckstück. In Zukunft sollen hier auch wieder Kultur- und andere Sportveranstaltungen stattfinden.

Tradition

Bad Nauheim / Das Stadion wurde 1946 gebaut. Mit Rang drei in der Bundesliga wurde in der Saison 1973/74 der größte Erfolg erzielt. Nach der Insolvenz des VfL 1982 war Bad Nauheim nicht mehr erstklassig. 2004 verschwanden die Roten Teufel von der Zweitliga-Landkarte, kehrten erst 2013 zurück.

Kassel / Die ersten Eishockeyspiele in Kassel datieren aus den 1960er-Jahren. 1967 wurde die ESG Kassel gegründet, 20 Jahre später folgte der EC Kassel. 1994 gab es erstmals DEL-Eishockey in Kassel, größter Erfolg der Huskies war die Vizemeisterschaft 1997. 2006 stiegen die Huskies in die 2. Bundesliga ab, 2008 folgte der Wiederaufstieg. 2010 folgte die Insolvenz, die Huskies mussten in der Hessenliga neu starten. Seit 2014 sind sie wieder zweitklassig.

Hauptsponsor

Bad Nauheim / Neun Unternehmen werden unter der Kategorie »Premium Partner« geführt. Die Werbefläche auf der Trikotbrust wurde - eine pfiffige Idee - zu Saisonbeginn verlost. Das hat einen hohen fünfstelligen Betrag gebracht.

Kassel / Neun Unternehmen werden auf der Homepage als Platin-Partner aufgeführt, zehn als Premium-Partner. Die größte Trikot-Werbefläche auf dem Brustbereich ziert aber kein Unternehmen. Dort ist seit dieser Saison das Klublogo zu sehen.

GmbH

Bad Nauheim / Andreas Ortwein und Tim Talhoff sind Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH (zwölf Gesellschafter). Ortwein ist - mit kurzer Ausnahme - seit 2008 der Spitzenfunktionär der Teufel. Talhoff ist zu Jahresbeginn zurückgekehrt.

Kassel / Mit den Kassel Huskies ist der Name Joe Gibbs eng verwoben. Der Kanadier ist seit 2014 Geschäftsführer der Huskies, war auch schon zwischen 1999 und 2005 Manager in Kassel. Seit 2021 ist auch Paul Sinizin Geschäftsführer. Sein Unternehmen Bikeleasing-Service GmbH gehört zu den Platin-Partnern. Sinizin hat als Investor den Hallen-umbau möglich gemacht, er selbst war jahrelang Vorstandsmitglied und Spieler der Eishockey-Jugend Kassel.

Standort

Bad Nauheim / Eine 32 000-Einwohner-Stadt im Herzen der Wetterau. Bad Nauheim gilt als Gesundheitsstadt, die durch Jugendstil, Elvis Presley und eben durch den Eissport auch international ein Begriff ist.

Kassel / Mit rund 200 000 Einwohnern ist Kassel die einzige Großstadt Nordhessens. Im Bergpark Wilhelmshöhe, seit 2013 UNESCO-Weltkulturerbe, thront der Herkules über der Stadt. In Kassel findet alle fünf Jahre die weltweit bekannte Kunstausstellung Documenta statt - so auch 2022.

Stadion

Bad Nauheim / Das Colonel-Knight-Stadion wurde 1946 erbaut, fasst offiziell 4445 Zuschauer und ist an drei Seiten offen. Eintrittskarten gibt’s über die Homepage www.ec-bn.de. Ein Playoff-Zuschlag wird auf allen Plätzen erhoben.

Kassel / Seit dem vergangenen Herbst erstrahlt die 6100 Plätze bietende Eissporthalle in neuem Glanz. Neue Sitze, neue Sound- und LED-Anlage, Logen, ein riesiger Videowürfel, dazu eine neue Flex-Bande - die Huskies haben die Eissporthalle DEL-tauglich gemacht. Auch in diesem Sommer gehen die Umbauarbeiten weiter. Tickets gibt es über die Klub-Homepage kassel-huskies.de.

Konkurrenz

Bad Nauheim / In Frankfurt, Gießen und Wetzlar - jeweils rund 35 Minuten entfernt - spielen Fußball-, Basketball- und Handball-Bundesligisten. In der Wetterau regiert - das Fan-Interesse betreffend - allein der Eissport.

Kassel / In der unmittelbaren Nachbarschaft kickt der KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga. Die Huskies buhlen mit dem Handball-Bundesligisten MT Melsungen, der seine Heimspiele in Kassel bestreitet, um Fans und Sponsoren.

(Michael Nickolaus)

Gegen die Kassel Huskies drücken einige Promis-Fans dem EC Bad Nauheim die Daumen.

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