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EC Bad Nauheim: Was vom Playoff-Start hängenbleibt

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Von: Michael Nickolaus

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Lukas Laub von den Kassel Huskies lauert vor dem Tor der Roten Teufel auf eine Nachschusschance. EC-Verteidiger Patrick Seifert will dies verhindern. © Andreas Fischer

Ein Duell auf Augenhöhe; eine 50:50-Chance, nur ein Tor Unterschied! Der EC Bad Nauheim hat aus der Niederlage in Kassel auch viel Positives ziehen können. Am Freitag wird die Serie fortgesetzt.

Tobias Wörle ist mit 37 Jahren der älteste Spieler im Kader des EC Bad Nauheim. Exakt 70 Playoff-Spiele in der ersten und zweiten Deutschen Eishockey-Liga hat er bestritten, mehr als jeder andere Profi in der Viertelfinal-Serie der Roten Teufel und der Kassel Huskies. »Wir haben gezeigt, dass wir mit dem formstärksten Team der Liga mithalten können; auch physisch. Wir waren nah dran, den Heimvorteil zu stehlen. Die Huskies haben mit dem Heimsieg ihre Pflicht erfüllt. Mehr ist noch nicht passiert. Jetzt liegt’s an uns, unsere Pflichtaufgabe zu meistern«, sagt der zweifache Deutsche Meister. Mit einem 0:1-Rückstand in der Best-of-seven-Serie, doch auch mit gesteigertem Optimismus nach den Eindrücken der knappen Niederlage vom Mittwoch gehen die Badestädter am Freitag (20 Uhr) in Spiel zwei. Restkarten sind noch erhältlich. Spiel drei steigt am Sonntag (14.30 Uhr) dann wieder in Kassel.

Die positive Nachricht am Donnerstag: Huba Sekesi stand wieder auf dem Eis. Er wird in den Kader zurückkehren. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob und wann Andreas Pauli für ein Comeback nach zwei langwierigen Verletzungen in dieser Saison bereit ist. Noch in Köln in Rehabilitationsmaßnahmen ist Förderlizenzstürmer Robin van Calster, der sich am vergangenen Wochenende beim Playoff-Final-Einzug der U20-Mannschaft von Köln verletzt hatte.

»Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, hat mir gefallen. Wir haben mutig gespielt, Checks gefahren und hatten die qualitativ besseren Chancen. Ich kann den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen«, fand Harry Lange, der Trainer, - abseits des Resultats - reichlich positive Aspekte von der Fahrt an den Auepark, wo sich Bad Nauheim als Außenseiter durchaus Respekt verschafft hat. »Ich habe selten eine Bad Nauheimer Mannschaft so hart, organisiert und strukturiert arbeiten sehen«, resümierte der seit seinem Amtsantritt bei den Huskies noch immer ungeschlagene Corey Neilson. Ob die Roten Teufel aber gerade in Nordhessen noch einmal in eine solch gute Ausgangsposition kommen werden, steht auf einem anderen Blatt.

Wörle spricht von Cleverness, die es nun zu zeigen gelte. »Wir müssen schlauer agieren. Das betrifft unsere Strafzeiten, aber auch die Arbeit vor dem Tor. Da müssen die Verteidiger die Scheibe besser durchbringen, und wir als Stürmer müssen uns besser positionieren. Wichtig ist, dass wir die gleiche Intensität auf das Eis bringen.«

Die aktuell meist thematisierte Personal-Frage: Welcher Kontingentspieler wird diesmal pausieren müssen? Und inwiefern hat Spiel eins überhaupt Einfluss auf die Entscheidungsfindung genommen? Das bewährte Nordamerika-Quartett hat zumindest keinen Anlass zu einem Austausch gegeben. Jordan Hickmott traf, Tristian Keck war der Offensivspieler mit den besten und meisten Chancen, Jerry Pollastrone ist stark in Eins-gegen-eins-Situationen und Taylor Vause ohnehin gesetzt. Sollten Lange und sein Assistent Hugo Boisvert einen der vier offensiven Kontingentspieler sitzen lassen, obwohl neben den Bullys (»Es ist zermürbend, der Scheibe immer erst einmal hinterher zulaufen«, sagt Lange) gerade der Torabschluss die größte Schwäche ist? Joel Messner, die Last-minute-Verpflichtung, ist nun mal Verteidiger; er galt bei seinem letzten Klub, dem HC Innsbruck, zugleich aber auch als der spielstärkste Abwehrspieler, als ein Mann fürs Powerplay. Keine leichte Entscheidung also.

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