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EC-Stürmer Tobias Wörle über Wandel, Verantwortung und Stolpersteine

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Von: Andreas Chuc, Michael Nickolaus

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Zwei Jahrzehnte Saison-Vorbereitung: Tobias Wörle ist der Routinier im Kader des EC Bad Nauheim. © Andreas Chuc

Tobias Wörle kennt die Strapazen der Saison-Vorbereitungen wie kein zweiter Spieler im Kader des EC Bad Nauheim. Anfang August ist der Stürmer 38 Jahre alt geworden.

Seit rund zwei Jahrzehnten ist Wörle Teil des Profi-Business. Ein Gespräch über Wandel, Eigenverantwortung und Stolpersteine.

Tobias Wörle, würden Sie - mit Blick auf die kommenden fünf Wochen - nicht gerne mit Adam Mitchell tauschen, der seine Laufbahn beendet hat und als Trainer-Assistent mit auf dem Eis steht?

Ich bin sehr froh, dass ich noch spielen darf. Aber klar, Vorbereitung und Trainingslager sind schon zäh. Da muss man sich durchbeißen, das tut weh. Umso schöner ist’s, wenn’s am Ende geschafft ist und wir hoffentlich verletzungsfrei in die Saison starten können.

Inwiefern hat sich die Saisonvorbereitung auf dem Eis im Laufe der Jahre verändert?

Heute wird schlauer und wissenschaftlicher trainiert. Vor 20 Jahren wurde oft zweimal täglich auf dem Eis trainiert, dazu kamen manchmal noch zwei Einheiten im Kraftraum. Heute ist das besser gesteuert. Früher stand die Kondition im Mittelpunkt, heute wird mehr Wert auf Taktik und Strategie gelegt.

Wird von einem Profi heute größere Selbstdisziplin in den Sommermonaten verlangt?

In der Vergangenheit gab’s viel mehr Spieler, die es im Sommer hatten schleifen lassen. Da kamen die Nordamerikaner zum Saisonstart, waren nie im Kraftraum, hatten aber eine gewisse Eis-Fitness, weil sie mehrfach die Woche mit Freunden gespielt hatten. Wenn man heute nach einem Sommer erstmals auf Schlittschuhen steht, denkt man, man habe den Sommer über nichts gemacht. Heute ist’s insgesamt viel professioneller. Jeder weiß, wie er sich zu ernähren hat, wie er trainieren und regenerieren muss.

Der Kader wurde nur unwesentlich verändert. Ein Vorteil in dieser Phase der Saison?

Ein Riesen-Vorteil. Im vergangenen Jahr haben wir recht lange gebraucht, um die richtigen Formationen zu finden. Ja, jetzt ist uns auch wieder ein Teil weggebrochen, aber wir werden die Lücke hoffentlich erstmal im Kollektiv schließen können. Eine solche Situation mit so wenigen Veränderungen gibt’s nicht oft. Das spricht für das Vertrauen, das wir uns erspielt haben.

Die Vorbereitung gestaltet sich schwierig. Droht unter diesen Bedingungen ein Fehlstart?

Natürlich sind da Stolpersteine auf unserem Weg. Wir werden das so professionell wie möglich aufnehmen. Harry Lange hat sich viele Gedanken gemacht. Ich bin sicher, dass er weiß, wie wir damit umgehen müssen. Wenn die Stimmung einmal negativ ist, müssen wir in der Kabine dagegen halten. Dafür ist das Teamgefüge viel zu gut, als dass da etwas falsch laufen könnte.

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