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Ein fließender Übergang für Stefan Kneer

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Von: Markus Röhrsheim

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Schön war’s: Stefan Kneer geht, aber nicht ganz. IMAGO © Imago Sportfotodienst GmbH

(mro). Der TV 05/07 Hüttenberg hat bereits in der zu Ende gehenden Saison das jüngste Team in der 2. Handball-Bundesliga gestellt. Zwar hat man mit Timm Schneider einen Ü 30-Spieler zur kommenden Runde verpflichtet, doch der Holzheimer wird der einzige in dieser Fraktion sein. Denn neben dem feststehenden Abgang von Dominik Mappes werden mit dem letzten Heimspiel die Routiniers Christian Rompf und Tobias Hahn ihre aktive Karriere genauso beenden wie Stefan Kneer.

Der aktuell noch spielende Co-Trainer wird nach 20 Jahren seine aktive Karriere beenden, beim TVH aber zumindest in den kommenden zwei Jahren Cheftrainer Johannes Wohlrab unterstützend zur Seite stehen.

Herr Kneer, 20 Jahre Bundesliga schaffen nicht viele. Was war Ihr Rezept ?

Ich weiß nicht, ob es das Geheimrezept gibt. Aber ich hatte als kleines Kind immer das Ziel Profi zu werden und habe alles auf Handball ausgelegt. Ich bin früh von zu Hause weg ins Handballinternat. Natürlich bin ich auch mal abends weggegangen. Ich habe nicht gelebt wie ein Asket. Vielleicht war ich nicht mit dem Talent gesegnet wie andere, aber ich habe viel trainiert und hart gearbeitet. Ich habe meinen Weg gefunden. Natürlich braucht man auch ein-, zweimal die Chance. Die habe ich genutzt.

Vom Rückraumshooter im gesetzteren Alter zum Abwehrspezialisten. Wie kam der Wandel ?

Ich habe in Magdeburg nur im Angriff gespielt. Das war wohl meine beste Saison im Angriff. Dann bin ich zu den Rhein-Neckar Löwen gekommen, und da muss man schon sagen, da waren dann noch mal Spieler von einer anderen Qualität da. Und dann bin ich so ein bisschen in die Rolle des Abwehrspezialisten reingerutscht. Da bin ich am Ende auch nicht mehr rausgekommen. Wobei man auch ehrlicherweise sagen muss, ich sehe noch viele Sachen, aber ich bin auch viel langsamer als die jungen Spieler. Das ist einfach so.

Ist schon Zeit für Wehmut, dass die aktive Zeit jetzt bald zu Ende ist, oder ist man aktuell immer noch zu sehr im Spielermodus?

Ja, ich bin ja immer noch auch Spieler. Was vielleicht wirklich fehlen wird, ist, dass man mal in der Kabine dummes Zeug erzählt. Aber ich werde ja weiter engen Kontakt mit der Mannschaft haben. Von daher ist vermutlich nicht so arg viel Wehmut dabei, wie wenn man komplett aufhört.

Als Spieler und Co-Trainer haben sie den Blick von zwei Seiten. Gibt es eine Erklärung für die super Saison des TVH, nachdem es im Vorjahr ja lange gegen den Abstieg ging?

Als erstes muss man sagen, wir haben einen sehr, sehr guten Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Manchmal kann man einen Teammix zusammenstellen, und es passt einfach nicht. Bei uns hat es vom ersten Tag an gepasst. Dann haben wir auch eine überragende Hinrunde gespielt, mit der keiner gerechnet hat. Und dann ist alles so ein bisschen zusammengewachsen. Wenn wir vielleicht ein, zwei, Spiele in der Hinrunde mehr verloren hätten, wäre es vielleicht nicht so. Wir haben uns da schon so ein bisschen reingesteigert. Das ist schon anders, wenn man gegen den Abstieg spielt. Und dann ist es auch leichter für die jungen Spieler wie Niklas Theiß, Tristan Kirschner, Philipp Schwarz oder Philipp Opitz, sich zu entwickeln, weil sie nicht diesen Druck haben.

Sie haben parallel Ihre Trainerausbildung absolviert und agieren ja auch in dieser Saison als spielender »Co«. Wie geht es nach der Sommerpause konkret weiter?

Aktuell ist es so, dass ich noch meine A-Lizenz mache. Perspektivisch will ich irgendwann Trainer in einer der ersten beiden Ligen sein. Und nebenbei gehe ich seit 1. Mai 20 bis 30 Stunden die Woche arbeiten im Fuhrpark-Management, um mir ein zweites Standbein aufzubauen. In dem Geschäft hat man es als Trainer noch weniger in der Hand als als Spieler. Weil es eher selten ist, dass ein Spieler rausgeschmissen wird. Als Trainer kann das schon eher passieren. Deshalb versuche ich, zunächst zweigleisig zu fahren.

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