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Ein überraschender Austausch beim SKV Beienheim

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Von: Leon Alisch

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Matthias Tietz ist kein Trainer mehr beim SKV Beienheim. Für ihn übernimmt Maximilian Esposito. © Andreas Chuc

Die Gruppenligisten starten in die Restrunde. Dortelweil spielt um die Meisterschaft, Steinfurth hat sich mit dem Abstieg abgefunden. Und in Beienheim gab es unerwartet einen Trainer-Wechsel.

Drei Monate (fast) ohne Fußball sind vorüber. Die Winterpause hat den Vereinen der Gruppenliga Frankfurt-West Zeit zum Durchatmen gegeben, um jetzt mit Vollgas in die noch ausstehenden 16 Spieltage zu gehen. Sieben Wetterauer Vertreter stehen in den Startlöchern. Es bahnen sich Zweikämpfe, Aufholjagden, Abstürze und Titelkämpfe an. Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein.

Tabellenführer SC Dortelweil baut auf seine eingespielte Mannschaft und wird sich in einen engen Aufstiegskampf begeben. Ungewissheit herrscht dagegen bezüglich Verfolger SKV Beienheim: Kurz vor Ende der Winterpause hat es dort einen Trainerwechsel gegeben - wie kommt die Mannschaft damit klar? Auch beim Türkischen SV Bad Nauheim hat man im Winter mit Savas Yasaroglu einen neuen Coach geholt, das Team wird es allerdings nicht leicht haben in der Rückrunde. Besser stehen die Vorzeichen bei Mittelfeldkonkurrent FC Karben. Im Tabellenkeller kämpft zudem der SV Gronau noch um den Klassenerhalt, während beim SV Steinfurth bereits langfristig geplant wird.

Es ist noch nichts entschieden in dieser »Mega-Saison« mit 38 Spieltagen. Direkt am Sonntag, wenn der 22. Spieltag über die Bühne geht, wird sich erstmals zeigen, wer seine Ziele erreichen kann.

Dortelweiler Fernduell mit Spfr.

Es sieht alles nach einem Zweikampf an der Tabellenspitze aus: Den SC Dortelweil und die Sportfreunde Friedrichsdorf trennen nur zwei Punkte. Dahinter klafft eine Lücke von zehn Zählern. Der Clou: Am letzten Spieltag kommt es tatsächlich zum Duell zwischen Dortelweil und Friedrichsdorf. Doch es kann noch viel passieren.

Nach einer fast makellosen Hinrunde hatte man in Dortelweil im Winter keine Transfers zu vermelden. Man setzt ganz auf die eingespielte Mannschaft. Vorne kann man sich auf einen Dreiersturm um Marvin Strenger, Moritz Feiler und Oliver Steffen verlassen. Strenger, mit 30 Toren Toptorjäger der Liga, bildet das Zentrum, spielt allerdings dynamisch: »Er ist kein Strafraumstürmer, sondern lässt sich gerne fallen, sodass auch andere von ihm profitieren«, sagt Trainer Frank Ziegler. In der Abwehr baut man auf Stammspieler Patrick Eiwanger, während für die Restrunde womöglich Julian Mistetzky an seine Seite rücken wird. Der spielende Co-Trainer ist wichtig für die Kommunikation auf dem Platz, wird ab Sommer allerdings nicht mehr als Trainer-Assistent zur Verfügung stehen.

Die Restrunde beginnt für Dortelweil am Sonntag mit einem Kracher: Gegner ist der Drittplatzierte FC Neu-Anspach, der sich im Winter gut verstärkt hat. »Das wird wahrscheinlich das schwierigste Spiel der ganzen Rückrunde«, sagt Ziegler. Und vielleicht der nächste Schritt in Richtung Aufstieg.

Trainerwechsel beim SKV Beienheim

Kurz vor Beginn der Restrunde hat sich in Beienheim noch eine wichtige Änderung ergeben: Der Tabellenvierte beendete mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Trainer Matthias Tietz. Dieser hatte Anfang des Jahres noch seinen Vertrag beim SVK über das Saisonende hinaus verlängert. »Der SKV Beienheim bedankt sich bei seinem scheidenden Trainer Matthias Tietz für seinen Einsatz und sein tolles Engagement rund um den SKV und wünscht ihm alles Gute«, ließ der Verein auf Facebook verkünden. Auf Nachfrage sprach SKV-Sprecher Stefan Raab von »internen Störungen im Mannschaftsgebilde«. Tietz selbst erklärte am Dienstag: »Das kam für mich sehr überraschend. Aber ich wünsche dem Verein dennoch alles Gute.«

Für ihn rückt Maximilian Esposito ins Amt, der bereits seit zwei Jahren in Beienheim spielt und schon als Kapitän auflief. »Co« Erhard Geck und Torwart-Trainer Christian Belzer bleiben an Bord. Man erhofft sich einen Vorteil davon, dass Esposito bekannt ist und plant langfristig mit ihm.

Tabellarisch sieht es für die Beienheimer vor der Restrunde richtig gut aus: Nach lediglich drei Niederlagen steht der SKV auf Rang vier und möchte sich weiter auf den oberen Rängen stabilisieren. Bei lediglich zwei Abgängen ist der Kader fast unverändert, man kann weiter auf die starke Offensive bauen, muss jetzt allerdings mit veränderten Bedingungen zurechtkommen.

Stete lobt Karbener Vorbereitung

Es stimmt im Team des FC Karben. Eine breite, junge Mannschaft mit viel Motivation und vor allem Spaß. Das betont Trainer Karl-Heinz Stete immer wieder. Und es macht sich in der Leistung bemerkbar: »Viele Spieler haben in der Winterpause gut gearbeitet und sind körperlich quasi explodiert«, sagt Stete. Darunter auch Schlüsselspieler wie Kevin Müller und Marvin Glaßl aus der Offensive oder Defensivmann Thorsten Wellmann.

Personell hat man sich zweifach verstärkt: Luca Hannig spielte zuvor in der U19 von Kickers Offenbach und kommt als schneller Spieler für den linken Flügel in Frage. Mit Steffen Janke ist zudem ein erfahrener Akteur zur Mannschaft gestoßen, der sich allerdings noch von einer Knieverletzung erholt. Nachdem sich Stürmer Moritz Michel zuletzt das Kreuzband gerissen hat, muss man in der Offensive etwas umdisponieren, hat aber genug Alternativen.

Und so möchte es Stete mit seinem Team nach guter Vorbereitung noch unter die Top sechs der Liga schaffen. »Wir sind richtig heiß auf die Rückrunde und wollen uns im ersten Spiel gegen den Türkischen SV direkt behaupten«, lässt Stete verlauten.

Personalsorgen beim Türkischen SV

So ambitioniert man in der Hinrunde war, so realistisch muss man die Lage beim TSV nun betrachten. Die Vorbereitung lief alles andere als gut: Geringe Trainingsbeteiligung, schmerzende Abgänge und fehlende Spieler. Mit Torhüter und Ex-Interimscoach Kamber Koc hat ein auf wie neben dem Platz wichtiger Mann den Verein in Richtung Spvgg. Bad Nauheim verlassen. Für den Restrundenbeginn muss man unter anderem auf Fabian Schusterschitz und Jasmin Emrovic verzichten. Stürmer Noah Pölitz ist noch gesperrt. Trainer Savas Yasaroglu, der im Winter aus Schwalheim gekommen war, muss im Moment viel Realismus zeigen: »Wir haben nur ein Ziel für die Rückrunde, und das ist der Klassenerhalt. Auch wenn wir elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge haben, müssen wir da realistisch sein«, sagt er.

Yasaroglu war erst kurz vor Beginn der Vorbereitung zum Verein gestoßen und konnte keinen Einfluss mehr auf mögliche Wechsel nehmen. »Im Sommer werden wir hoffentlich Zeit haben, ein Team zu formen, worauf ich auch Einfluss nehmen kann«, sagt Yasaroglu. Bis dahin wird man alles daran setzen, auch nächste Saison in der Gruppenliga zu spielen. Die anfangs gute Hinrunde verschafft dem TSV zumindest ein Polster.

Olympia setzt auf neuen Stürmer

Das Ziel ist klar in Fauerbach: Der Klassenerhalt soll her. Als Rang-14. mit 17 Punkten steht man an der Schwelle zum rettenden Ufer - und genau deshalb könnte es für die Olympianer bis zum letzten Spieltag spannend werden. Dem Problem eines zu dünnen Kaders ist man in der Winterpause auf den Grund gegangen und hat fünf Spieler geholt.

Doch ganz aufgegangen ist die Rechnung nicht: Mit Simon Kammer hat den Club ein wichtiger Mittelfeldakteur verlassen. Einige Zugänge fallen aktuell aus. So plagt sich Souhail Benomar mit einer Schulterverletzung herum, Michael Solomon-Yemane lief verletzungsbedingt bisher nur in einem Test auf. Im Sturm herrscht personell zurzeit ebenfalls Ebbe - wodurch Kupilayhan Yasaroglu wichtiger wird. Er kam von Türk Gücü Friedberg II, traf in den Testspielen mehrfach und gilt als reaktionsschneller Stürmer.

So könnte man zumindest die in der Hinrunde häufig formschwache Offensive in den Griff kriegen. In der Vorbereitung legte man darauf vermehrt den Fokus, »die Abstimmung der einzelnen Spieler passt oft noch nicht«, sagt FCO-Pressesprecher Jürgen Güssgen. Bleibt aus Wetterauer Sicht zu hoffen, dass sie am Sonntag gegen Fechenheim funktioniert.

SV Gronau mit breiterem Kader

Vorletzter mit neun Punkten und 72 Gegentoren. Doch man gibt sich nicht geschlagen und will noch mal angreifen in Gronau. Elf Zugänge, davon nicht alle spielberechtigt, lockte man im Winter zu sich. »Die Mannschaft ist jetzt für die Gruppenliga tauglich. Das Team ist gut eingespielt, und die Zugänge bringen uns spielerisch und menschlich weiter. Das war uns wichtig«, sagt SV-Sprecher Stefan Firla.

Er betont dennoch: »Wir sind ganz unaufgeregt«. Die guten Testspiele sind kein Indikator, die Gruppenliga ist stark, noch ist kein Pflichtspiel absolviert. Unter den Neuen sind mit Bernard Appiah und Ajdin Maksumic zwar Ex-Hessenliga-Spieler, doch hat sich vor allem das Grundgerüst verstärkt. »Appiah hat lange nicht gespielt, und auch Husein Velagic und Maksumic brauchen noch etwas Zeit. Die Spieler ergänzen die Mannschaft viel mehr. Wir stehen breiter da«, betont Firla.

Man sollte also nicht mit einem SV Gronau rechnen, der das Feld von hinten aufrollt. Erst wenn es am Sonntag losgeht, wird sich zeigen, wie stark das Team wirklich ist.

Steinfurth plant für die Kreisoberliga

Als abgeschlagener Tabellenletzter hat man in Steinfurth viele Probleme - und ist sich quasi sicher: Es wird nicht reichen für den Ligaverbleib. Mit Karim Zine ist ein wichtiger Abwehrspieler noch weggegangen. Die A-Jugendlichen Ludwig Troidl, Luca Rebmann und Lennard Krüger stehen der Mannschaft wegen ihres Abiturs erstmal nicht zu Verfügung. Durch Coronafälle war die Vorbereitung ohnehin nicht optimal.

Wie geht man da überhaupt in Restrunde? Mit langfristigem Denken: »Es geht darum, die Mannschaft peu á peu für die Kreisoberliga in Form zu bringen. Es muss wieder Erfolgserlebnisse geben, und wir brauchen den Mut, bei null anzufangen«, sagt Trainer Süleyman Karaduman. Absagen soll es nicht geben. »Wir wollen anständig die Runde zu Ende spielen«, so Karaduman. Die Priorität liegt nun darauf, mit der zweiten Mannschaft die A-Liga zu halten.

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Der FCO Fauerbach um Jakob Harald Thum (l.) will unbedingt den Klassenverbleib realisieren. © Nicole Merz

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