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Einmal gegen die Großen spielen

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Noch einmal kurz einschwören und dann geht es los beim Rosbacher Cup. 48 Teams der Altersklasse U10 laufen an diesem Wochenende beim Turnier auf der Sportanlage Eisenkrain in Rosbach auf. © Nicole Merz

Das Aufatmen ist groß bei den Fußballern des FC Ober-Rosbach. Am Wochenende steigt wieder der mit nationalen und internationalen Top-Mannschaften besetzte Rosbacher U10-Cup mit 48 Teams.

Die Spannung steigt, es kribbelt schon in den Füßen, die Vorfreude ist riesig. Mit der neunten Auflage des Rosbacher Cups wird das international besetzte Jugendturnier (U10, Jahrgang 2012) des FC Ober-Rosbach nach zwei Jahren Corona-Zwangspause nun wieder über die Bühne gehen. Gekickt wird am Samstag (9 bis 18 Uhr ) und Sonntag (9 bis 17 Uhr) auf der Sportanlage Eisenkrain in Rosbach auf fünf Spielfeldern. 48 Teams werden an beiden Tagen 256 Partien ausspielen.

»Die Kleinsten haben durch Corona am meisten gelitten«, erklärt Stefan Corthaus, Jugendleiter und Organisationschef des Turniers und ergänzt: »Wir sind natürlich sehr froh, dass wir dieses Turnier nach Corona wieder austragen dürfen. Aber allgemein auch, dass wir überhaupt wieder trainieren und spielen können.«

Beim Rosbacher Cup sind in den Jahren vor der Pandemie immer wieder Jugendteams internationaler Fußballgrößen wie beispielsweise des FC Everton, FC Watford, Sporting Lissabon oder FC Genua aufgelaufen. Der U10-Nachwuchs vieler Bundesligisten war ebenfalls regelmäßig am Start.

Dieses Jahr haben sich zwar auch wieder bekannte Vereine angemeldet (u.a. PSV Eindhoven, RB Leipzig, Borussia Dortmund), das Teilnehmerfeld der internationalen Teams ist jedoch etwas kleiner als noch bem letzten Turnier.

»Crystal Palace hatte beispielsweise schon zugesagt, aber die englischen Vereine dürfen erst ab Sommer wieder reisen und das Land verlassen. Daher haben wir dieses Jahr leider kein Team aus England dabei«, bedauert Corthaus. Auch der FC Basel musste seine Zusage coronabedingt wieder zurückziehen. Dennoch dürfen sich die Rosbacher, allen voran die Kinder, auf dieses Event freuen. »Wir wollen unseren Kindern auch mal die Möglichkeit geben, mal gegen Mannschaften aus dem Fernsehen zu spielen.

In welchem Modus wird gespielt? Zuerst spielen die 48 Teams eine einfache Vorrunde in zwölf Gruppen (siehe Kasten unten). Im Anschluss wird in der sogenannten Bronze-, Silber- und Goldrunde fortgefahren. Dies sind praktisch drei eigenständige Turniere, bei denen die Mannschaften nach ihrer Leistungsstärke aus der Vorrunde antreten. Die besten der Vorrunde spielen in der Goldrunde dann um den Gesamtsiege des Cups.

Wie aufwendig ist die Organisation ? Im Normalfall beginnt die Organisation und Planung ein dreiviertel Jahr vor dem Turnier. In diesem Jahr wurde damit aufgrund der Coronapandemie relativ lange gewartet. »Das ist immer ein großer Aufwand, den wir aber alle gerne betreiben. Wo werden die Mannschaften untergebracht, die Helfer müssen angefragt werden - dieses Mal sind es an die 100 Personen. Und wir brauchen alleine 32 Schiedsrichter. Die zu bekommen ist auch nicht immer so einfach, gerade auch für den Sonntag, wenn auch Seniorenspiele sind.«

Wo sind die Kinder untergebracht? Die meisten Kinder werden von Gastfamilien aufgenommen. Die heimischen Vereine, die am Rosbacher Cup teilnehmen wollen, müssen mindestens ein Gastteam beherbergen. »Aber nicht alle sind bei Gastfamilien untergebracht. Die Franzosen schlafen beispielsweise hier in der Sporthalle und bekommen auch Vollverpflegung«, berichtet Corthaus. Trainer und Betreuer werden im Hotel übernachten.

Wie kommt der Kontakt zu den Fußballgrößen wie PSV Eindhoven zustande? Wie bereits bei den vergangeen Turnieren erfolgt die Vermittlung zwischen dem FC Ober-Rosbach und den Teams über die Agentur PT Sports. »Andi Saur (lizensierter Spielvermittler der UEFA, Anm. d. Red.) hat Kontakte in ganz Europa und lädt die Teams dann ein und hilft uns auch immer weiter, wenn wir mal eine Nummer von einer Mannschaft nicht haben«, erklärt Corthaus.

Können die heimischen Kicker mit den nationalen und internationalen Topmannschaften mithalten? Wenn ein Blick auf die acht bisherigen Sieger des Rosbacher Cups geworfen wird, kann diese Frage relativ schnell verneint werden. »Die Motivation bei unseren Kids ist natürlich dennoch groß, aber sie werden dann doch ziemlich schnell eingefangen. Es wäre von uns ja ziemlich vermessen, zu denken, dass wir mit den Nachwuchsleistzungszentren mithalten können. Die Jungs sind alle handlungsschneller, technisch stark und auch schon aggressiver. Am Ende des Tages setzen sich im Normalfall auch die großen Vereine durch. Dennoch haben unsere Kinder viel Spaß dabei«, sagt der Orga-Chef.

Etwas beunruhigt zeigt sich Corthaus über die Aggressivität, die in der Vergangenheit vereinzelt von manchen Trainern oder Eltern ausging. »Da kamen schon Betreuer zu uns mit ihrem Videobeweis auf dem Tablet und haben sich aufgeregt, dass der Schiedsrichter kein Foul gepfiffen hat. Das geht dann irgendwo auch zu weit.« Auch wenn solche Fälle eher selten auftreten, hofft der 49-Jährige auf ein reibungsloses Turnier. Denn schließlich steht hier vor allem der Spaß der Kinder und dass sie auch mal gegen die »Großen« spielen dürfen im Vordergrund. »Davon können sie nach Jahren noch erzählen«, sagt Corthaus.

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