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Eintracht-Hype in Groß-Karben: Wie „Charly“ Körbel die Auftritte der Traditions-Elf sieht und was er plant

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Von: Michael Nickolaus

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Karl-Heinz Körbel hat auch mit 67 Jahren für die Eintracht-Traditionsmannschaft auf dem Platz gestanden. © Andreas Chuc

Das war ein echtes Fußball- und Familien-Fest: Warum die Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt durch die Region zieht und wie die KSG 1920 Groß-Karben die Herausforderung annahm, lesen Sie hier.

Europapokal-Sieger, DFB-Pokal-Sieger, WM-Teilnehmer, Bundesliga-Legenden und ein »Fußball-Gott«. Der Kader der Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt bot am Montag in Groß-Karben einen bunten, generationen-übergreifenden Mix; mit Rekordspieler Karl-Heinz Körbel an der Spitze. »Unglaublich. Diese Veranstaltung hat noch einmal alles getoppt«, sagte der 67-Jährige mit Blick auf das Stadion An der Waldhohl. 3000 Eintracht-Fans aus ganz Hessen hatten den 5000-Einwohner-Stadtteil beim Kick gegen eine Auswahl von Radio FFH bis auf die letzte Stellfläche zugeparkt. 220 Anfragen für ein Spiel der Aktion »Eintracht in der Region« hatte der Fußball-Bundesligist erhalten; die KSG 1920 Groß-Karben, in der Kreisliga A zu Hause, hatte als einer von elf Klubs den Zuschlag erhalten.

Den Menschen, den Fans, wolle man wieder näher kommen, in der Zeit nach Corona-Geisterspielen, in einer Zeit, in der sich Profi-Mannschaften mehr und mehr abschotten. »Jetzt übernehmen wir diesen Part«, sagt Körbel, der selbst mit 67 Jahren eine gute halbe Stunde mitgemischt hatte und sich dann geduldig den unzähligen Wünschen nach Autogrammen und Fotos stellte. In Zukunft, so sagt er, plane man zu solchen Veranstaltungen auch mit Namen wie Anthony Yeboah, Jay-Jay Okocha, Lajos Detari oder auch dem Brasilianer Chris.

Ex-Profi spendet 400 Würstchen

Das Lineup für den Pfingstmontag konnte sich durchaus sehen lassen. Im 25-Mann-Kader standen neben Körbel unter anderen Alex Meier, Rudi Bommer, Slobodan Komlejonic, Erwin Skela oder auch Uwe Bindewald. Entsprechend einseitig gestaltete sich das Treiben auf dem Spielfeld, wo die FFH-Auswahl allenfalls einige Entlastungsangriffe vortragen konnte. Einen Vorstoß verwandelte Mohammed El Maimoui zu einem Treffer. Ebenso wie Olcay Bayram vertrat er die KSG 1920 in der Auswahlmannschaft. Ebenfalls unter den Torschützen - allerdings für die Eintracht: Holger Friz, in Karben zu Hause. Zum Spiel spendete der Ex-Profi, der einen Fleischgroßhandel betreibt, 400 Würstchen.

Werner Schmitt war am Montagmorgen einer der Ersten auf dem schmucken Sportgelände am Abend einer der Letzten, das Handy immer in der Hand. Rund um die 80 Spielminuten klingelte das Mobiltelefon quasi im Minutentakt, kaum drei Meter konnte sich der Vorsitzender der KSG 1920 über die Anlage bewegen, ohne Fragen beanworten und Problemstellungen lösen zu müssen. Für den Klub war’s das größte Event der mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte, und Körbel räumte ein, dass ein Spiel der Eintracht-»Oldies« noch nie so viele Zuschauer angelockt habe. Zuletzt in Gladenbach und Bad Orb waren jeweils knapp über 2000 Fußball-Freunde gekommen. Ein Teil der Einnahmen wird gespendet, um einem kranken Jungen eine Delfin-Therapie zu ermöglichen.

Giegner kommt mit dem Fallschirm

Mehr als 80 Helfer waren rund um das Event eingebunden. Die Eintracht, Lotto Hessen und Radio FFH hatten für ein buntes Rahmenprogramm zur Einstimmung gesorgt, mit einem echten Highlight unmittelbar vor Spielbeginn. Der Spielball kam nämlich aus der Luft. Eberhard Gienger, Bronzemedaillen-Gewinner am Reck bei den Olympischen Spielen von 1976, sprang mit einem Fallschirm über Karben ab und landete mit dem Spielgerät im Mittelkreis. Zuvor hatten Radio-Moderatoren Daniel Granitzny und Julia Nestle kurzweilig auf das Spiel eingestimmt, entlockten ihren Interviewpartnern so manchen Satz zum schmunzeln. »Ich entscheide, wie lange wir spielen. Liegen wir zurück, spielen wir solange, bis wir ein Tor schießen, liegen wir vorne, hören wir wir früher auf«, sagte Körbel am FFH-Mirko.

Alex Meier wiederum stand noch für Fotos zur Verfügung, während sich seine Teamkollegen längst warmliefen. »Ich muss jetzt nur noch mal zur Toilette, dann setze ich mich hin und warte, dass es los geht. Mehr brauche ich nicht«, sagt der 39-Jährige und war mit fünf Treffern der erfolgreichste Torschütze am Nachmittag.

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»Fußball-Gott« Alex Meier im Interview mit Moderatorin Julia Nestle. © Andreas Chuc

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